Navigation und Service

Inhalt

Europäischer Arbeitsmarkt

EU-Garantie für junge Arbeitslose

Allen Jugendlichen einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung garantieren: Darauf verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf der Konferenz zur Jugendbeschäftigung in Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel verwies auf die Verantwortung der einzelnen Staaten.

Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande bei der Pressekonferenz Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande bei der Pressekonferenz Foto: Bundesregierung/Denzel

"Die Zukunftsfähigkeit unseres Kontinents und der Europäischen Union entscheidet sich an der Frage: Welche Perspektiven können wir jungen Menschen geben?" Das sagte Merkel zum Abschluss der II. Konferenz zur Jugendbeschäftigung in Europa. Ein Großteil der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit liege in der nationalen Verantwortung, erklärte sie.

Im September 2013 waren knapp 5,6 Millionen Menschen unter 25 Jahren in der EU arbeitslos. Das sind 23,5 Prozent aller Jugendlichen. Besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland mit 57,3 Prozent und in Spanien mit 56,5 Prozent.

Jugendlichen eine Perspektive geben

Die Staats- und Regierungschefs hatten sich in Paris getroffen, um über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu diskutieren. Die Bundeskanzlerin hob das Netzwerk der Arbeitsagenturen hervor, das zu einem Erfahrungsaustausch über die Vermittlungssysteme in Europa beitragen werde.

Wichtig sei es, die Sozialpartner in die Diskussion einzubeziehen. "Die Politik schafft keine Arbeitsplätze, sondern Arbeitsplätze entstehen durch die Wirtschaft und die geeigneten Rahmenbedingungen", so Merkel. In der Konferenz habe auch die Europäische Investitionsbank berichtet, "die mit ersten Darlehensvergaben sehr stark schon in die Arbeit eingestiegen ist".

Jugendgarantie bis 2015 umsetzen

Frankreichs Staatspräsident François Hollande sagte, dass in den nächsten zwei Jahren die so genannte Jugendgarantie umgesetzt werden soll. In den Beratungen wurden drei Prioritäten im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit festgelegt: Ausbildung, Eingliederung in das Arbeitsleben und Unternehmensgründungen für junge Menschen. Insgesamt will die EU dafür 45 Milliarden Euro bereitstellen.

Ziele der Jugendgarantie:

-       Alle jungen Menschen unter 25 Jahren - ob beim Arbeitsamt gemeldet oder nicht - erhalten innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes Angebot.

-      Angeboten werden eine Arbeitsstelle, ein Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder eine Fortbildung, die auf die persönliche Situation und die Bedürfnisse der Person abgestimmt sind.

-       Die EU unterstützt die betroffenen Länder über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und mit sechs Milliarden Euro über die Beschäftigungsinitiative für junge Menschen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso forderte die EU-Staaten auf, bis Dezember ihre Pläne gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu konkretisieren. Die EU werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, "damit es keine verlorene Generation gibt", so Barroso.

Beschlüsse der Berliner Konferenz im Juli

Die Berliner Konferenz hatte am 3. Juli 2013 konkrete Maßnahmen für die jeweiligen Ebenen - Arbeitsminister, Arbeitsverwaltungen, Sozialpartner, Europäische Investitionsbank und Europäische Kommission - festgelegt.

Deutschland hatte in dem ersten Erfahrungsaustausch in Berlin das erfolgreiche System der dualen Berufsausbildung eingebracht. Erste bilaterale Abkommen zur Förderung der Jugendbeschäftigung gibt es zwischen Deutschland und Spanien, Italien und Portugal.

In Berlin ging es auch um konkrete Maßnahmen, wie zum Beispiel eine bessere Berufsberatung, die Einführung von Erasmus + oder temporäre Lohnsubventionen. Auf EU-Ebene hatte die Bundesregierung zudem die Europäische Jugendgarantie angestoßen. 

Mittwoch, 13. November 2013