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Deutschland/Türkei

Energiepartnerschaft schafft Wachstum

Deutschland ist in der EU der wichtigste Handelspartner der Türkei. Kein anderes Land investiere mehr im Land am Bosporus, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer in Berlin. Im Energiebereich gebe es aber noch Wachstumsmöglichkeiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Berlin auf der Versammlung der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer Merkel: "Engagement türkischer Unternehmen in Deutschland ist ausdrücklich gewünscht" Foto: Bundesregierung/Schacht

Mit mehr als sieben Milliarden Euro ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor in der Türkei. "Damit haben deutsche Unternehmen mit ihren Investitionen und ebenso mit der Lieferung moderner Maschinen, Anlagen und Ausrüstung erheblich zur guten Wirtschaftsentwicklung in der Türkei beigetragen", freute sich die Bundeskanzlerin.

Türkische Investitionen erwünscht

An den steigenden Investitionen deutscher Unternehmen in der Türkei zeige sich, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren beständig verbessert hätten. Offene Märkte, ein hohes Maß an Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen seien wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Unternehmen, so Merkel.

Die Investitionen türkischer Unternehmen in Deutschland haben inzwischen einen Bestand von 500 Millionen Euro erreicht. "Das Engagement türkischer Unternehmen in Deutschland ist ausdrücklich gewünscht; wir freuen uns darüber und wir versprechen Ihnen faire Rahmenbedingungen", erklärte die Bundeskanzlerin.

92.000 türkische Unternehmer sind in Deutschland aktiv. Sie haben hier schon rund 400.000 Arbeitsplätze geschaffen und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 40 Milliarden Euro. "Das ist also ein richtiger, gewichtiger Beitrag zu unserem wirtschaftlichen Erfolg hier in Deutschland", dankte Merkel.

Gesteigerter Energiebedarf

Es gebe aber noch große Potenziale in den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder. "Diese Potenziale müssen wir nutzen und erschließen", forderte Merkel. Sie verwies darauf, dass sich deutsche Unternehmen der Energiebranche bereits erheblich beim Ausbau der türkischen Energieversorgung engagiert hätten. Daran lasse sich anknüpfen.

Denn mit weiteren wirtschaftlichen Fortschritten gewinne eine ausreichende und verlässliche Energieversorgung auch für die Türkei erheblich an Bedeutung. "Wir wollen enge Zusammenarbeit im Rahmen einer Energiepartnerschaft." Diese lohne sich für beide Seiten, so die Bundeskanzlerin.

Fachkräftenachwuchs sichern

Angesichts der demografischen Entwicklung Deutschlands ist die Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses ganz wichtig. "Deshalb ist die Frage der Ausbildung türkischstämmiger junger Leute nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber diesen jungen Leuten, sondern auch eine Frage der Zukunftsfähigkeit Deutschlands. So begreifen wir das und so wollen wir auch unsere Dinge weiterentwickeln", führte Merkel aus.

Brückenschlag zwischen den Kulturen

Die guten Wirtschaftsbeziehungen seien insbesondere den rund drei Millionen türkischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Deutschland zu verdanken, erklärte Merkel. "Sie schlagen Brücken zwischen unseren Ländern und Kulturen." Dieser Prozess werde sich noch verstärken, wenn gut ausgebildete, junge türkischstämmige Migranten beziehungsweise inzwischen Deutsche ihre wirtschaftliche Tätigkeit auch wieder in der Türkei suchen, so die Bundeskanzlerin.

"Diese Brücken brauchen wir; denn wir wissen: Vertrauensvolle persönliche Beziehungen sind für Wirtschaftsbeziehungen von allergrößter Bedeutung - gerade auch im mittelständischen Bereich."

Dienstag, 25. Juni 2013