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Ein tolles Stück Mittelstand

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dies gilt besonders in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise. Zum Start ihrer Mittelstandsreise durch die Bundesrepublik besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Silbitz Guss GmbH in Thüringen.

Bundeskanzlerin Merkel macht einen Betriebsrundgang Hohe Temperaturen bringen Stahl zum Schmelzen Foto: REGIERUNGonline/Härtrich

„Der Mittelstand hat Deutschland stark gemacht“, begrüßte Merkel die Belegschaft in Silbitz. Mittelständische Betriebe beschäftigten die meisten Auszubildenden, zeigten eine hohe Flexibilität und die Bereitschaft, viel in Forschung zu investieren.

Letzteres sei besonders wichtig. Denn eine führende Weltmarktstellung hänge ganz entscheidend von neuen und innovativen Produkten ab. „Auf der Welt schläft die Konkurrenz nicht“, stellte die Kanzlerin klar. Jeden Tag müssten Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen und dürften deshalb  die neuesten Entwicklungen nicht aus dem Blick verlieren. Schließlich wolle Deutschland auch in Zukunft Exportweltmeister bleiben.

Vor Ort und in den Betrieben

Eine schwierige Aufgabe, die durch die Wirtschaftskrise nicht einfacher geworden ist. Deshalb macht sich Merkel in den kommenden Tagen ein genaues Bild vor Ort und in den Betrieben. „Ich bin auf dieser Mittelstandsreise, weil die internationale Finanzmarktkrise auf die Wirtschaft durchgeschlagen hat“, erklärte die Kanzlerin.

Wichtig sei, wie jetzt auf diese Krise reagiert werde. Auf keinen Fall dürften international Handelsschranken errichtet und Märkte abgeschottet werden, betonte Merkel. Gleichzeitig rief sie die Banken dazu auf, notwendige Kredite für wichtige Investitionen bereitzustellen. „Die Banken haben Fehler gemacht und nun schauen wir ihnen natürlich ganz genau auf die Finger“, so die Kanzlerin.

Ausdrücklich bedankte sich Merkel bei den Beschäftigten für ihre Bereitschaft, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen und etwa verkürzt zu arbeiten. „Wir wollen stärker aus dieser Krise hinausgehen, als wir hineingegangen sind“, machte sie erneut deutlich. Allerdings sei die Krise nicht vorbei, wenn das Tal erreicht sei, sondern „wenn wir aus dem Tal herausgekrabbelt sind“.

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Für eine Charta nachhaltigen Wirtschaftens

Bundeskanzlerin spricht vor der Belegschaft Bild vergrößern Neugierig auf die Worte der Kanzlerin Foto: REGIERUNGonline/Härtrich

Damit sich solch eine Krise nicht wiederhole, müssten neue Regeln für die Finanzmärkte aufgestellt werden, forderte die Kanzlerin. Denn für die Krise seien Menschen verantwortlich, die „gierig“ gewesen seien und in Exzessen gelebt hätten.

Aber wie in einer Gießerei alles festgelegt und genormt sei, so müssten nun auch strenge Regeln für Finanzmarktprodukte eingezogen werden. „Anders geht das nicht“, stellte Merkel unmissverständlich fest.

Von dem Betriebsrundgang durch die Gießerei zeigte sich die Kanzlerin sehr beeindruckt. Gerade von dem Aufwand und der Präzision, mit dem die Stahl- und Gussteile hergestellt werden. Oder von den hohen Temperaturen, die im Ofen erzeugt wurden. „Wenn man hiervon keine Ahnung hat, hält man sich hier besser ein Stück weg“, riet die Kanzlerin.

Die Silbitz Guss GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen, das auf Stahlgusserzeugnisse spezialisiert ist. Das erfolgreiche mittelständische Unternehmen beschäftigt über 400 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist vorbildlich bei der Berufsausbildung und in der Region sozial engagiert.

Dienstag, 14. Juli 2009