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Mittelstandsreise

Ein intelligenter Weg

Von der einfachen Crimp-Verbindung bis zum komplexen Walzenbürstenkopf – die Firma di.hako montiert alles in beliebiger Stückzahl und Größe. Das Außergewöhnliche an dem Unternehmen: von 60 Mitarbeitern sind 37 schwerbehindert. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die Firma im schleswig-holsteinischen Trappenkamp auf ihrer Mittelstandsreise.

Bundeskanzlerin Merkel beim Betriebsrundgang Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Die Kanzlerin zeigte sich beeindruckt nach ihrem Firmenrundgang: „Das sind hochtechnische Prozesse mit modernen Maschinen, an denen die Menschen hier arbeiten.“ Die Firma sei ein Beispiel dafür, dass man sehr gut mit Behinderten arbeiten könne. „Das ist ein intelligenter und für Menschen guter Weg“, sagte Merkel.

Alles geben

Das bestätigte auch der Hauptgeschäftsführer Georg Kallsen: „Menschen mit Behinderungen können Qualität  liefern, weil sie zu 100 Prozent bei der Sache sind.“

Die di.hako-Gruppe besteht aus drei Integrationsunternehmen: di.hako.dip (gegründet 2000), di.hako.tec (2003) und di.hako.log (2007). In den Unternehmen arbeiten Behinderte und Nichtbehinderte zusammen. Die Unternehmen produzieren Spezialfahrzeuge für Großflächenreinigung, Grundstückspflege und Transportlogistik. Die di.hako-Gruppe macht nach eigenen Angaben circa drei Millionen Euro Umsatz.

Als das Unternehmen vor zehn Jahren damit begann, Behinderte einzustellen, wollte es einfach „was Soziales machen“, so Geschäftsführer Peter Speckhahn-Hass. Aber mittlerweile seien aus den Beschäftigten mit Behinderung Leistungsträger geworden, „auf die wir nicht mehr verzichten wollen“. Für Speckhahn-Hass sei das eine win-win-win-Situation: Für die Arbeiter, für die Gesellschaft, aber auch für das Unternehmen.

Denn soziale und ökologische Kriterien spielen zum Beispiel bei der Vergabe von Aufträgen eine Rolle. Dabei würde sich das Unternehmen wünschen, dass die Kommunen diese Kriterien noch stärker bei der Vergabe berücksichtigen.

Zur Nachahmung empfohlen

An die Kanzlerin indes trug Speckhahn-Hass keinen Wunsch heran. Aber von den anderen Unternehmen, da würde er sich wünschen, dass mehr sagten: „Ich trau mich das auch!“ 

Integrationsunternehmen unterscheiden sich dadurch von anderen Unternehmen, dass sie über ein Vielfaches der gesetzlichen Pflichtquote von fünf Prozent schwerbehinderte Menschen einstellen. Für den besonderen Aufwand, der mit der Beschäftigung eines hohen Anteils an Menschen mit Behinderung verbunden ist, erhalten sie eine Ausgleichsabgabe. Die Unternehmen beschäftigen im Regelfall 25 bis 50 Prozent Menschen mit Behinderung auf tariflicher Basis oder auf unbefristeten Arbeitsverträgen mit zumindest ortsüblicher Entlohnung. 2005 gab es in Deutschland 700 dieser Betriebe mit mehr als 25.000 Arbeitsplätzen, davon etwa 13.000 für Menschen mit Behinderung.

Montag, 20. Juli 2009