Die Zukunft gewinnen, statt sie verbrauchen

Kanzlerin Merkel beim 3. Ökumenischen Kirchentag Die Zukunft gewinnen, statt sie verbrauchen

Bundeskanzlerin Merkel hat beim 3. Ökumenischen Kirchentag die Bedeutung des Umwelt- und Klimaschutzes betont. „Wenn unsere Erde lebenswert bleiben soll, dann sind in allen Bereichen und von uns allen Verhaltensänderungen zwingend erforderlich“, so die Kanzlerin.

Bundeskanzlerin Merkel bei dem virtuellen Gespräch beim 3. Ökumenischen Kirchentag 2021

Wir können und müssen beim Klimaschutz mehr tun. „Und das gilt für jeden Einzelnen von uns“, so Kanzlerin Merkel beim 3. Ökumenischen Kirchentag 2021.

Foto: Bundesregierung/ Denzel

Statt einer Veranstaltung mit hunderttausend Menschen vor Ort war es in diesem Jahr pandemiebedingt ein virtuelles Ereignis: Der 3. Ökumenische Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main musste weitestgehend auf Präsenzveranstaltungen verzichten. Interessierte konnten das Programm  im Internet und einige Veranstaltungen auch im Fernsehen verfolgen.

Bundeskanzlerin Merkel richtete sich am Samstag zunächst in einem Eingangsstatement an die Teilnehmer und nahm danach an einer digitalen Dialogveranstaltung zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes teil. „Zukunft geht nur gemeinsam: Warum Klimaschutz alle Generationen braucht“ lautete der Titel der virtuellen Veranstaltung, an der neben Kanzlerin Merkel unter anderem auch Professor Ortwin Renn, wissenschaftlicher Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam, Wuppertals Oberbürgermeister und Professor für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit Uwe Schneidewind, Klimaaktivistin Luisa Neubauer (Fridays for Future)  und die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung, Daniela Ordowski teilnahmen.

„Wenn unsere Erde lebenswert bleiben soll, dann sind in allen Bereichen und von uns allen Verhaltensänderungen zwingend erforderlich. Und das heißt beim Konsumieren, beim Produzieren, beim Bauen und Wohnen, bei der Mobilität und der Ernährung“, so Kanzlerin Merkel. „In vielen Bereichen haben wir uns auf den Weg gemacht, aber es reicht noch nicht. Und nur wenn wir das verstehen und entsprechend handeln, können wir Ökologie und Ökonomie miteinander so in Einklang bringen, dass wir die Zukunft gewinnen, statt sie zu verbrauchen.“

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Video 3. Ökumenischer Kirchentag 2021

Die Welt gestalten – in Verantwortung vor den nachfolgenden Generationen

Das digitale Podiumsgespräch mit Kanzlerin Merkel und den Expertinnen und Experten war in zwei Gesprächsblöcke unterteilt: Klimaschutz in Deutschland und Europa sowie Schutz von Biodiversität und Landwirtschaft – beide Themen wurden unter besonderer Berücksichtigung der Generationengerechtigkeit behandelt.

Landwirte und Landwirtinnen spielten im Blick auf den Klimawandel eine sehr zentrale Rolle, denn sie seien Leidtragende und gleichzeitig Treiberin, erklärte Daniela Ordowski, die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung. „Aber - und das ist unglaublich wichtig - eben auch zentrale Stellschrauben einer Transformation. Es braucht dafür Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige und ressourcenschonende Landwirtschaft, die dann auch nachfolgenden Generationen erlaubt, ein gutes Leben zu führen.“

Wegen der Pandemie komme sie aktuell nicht mehr so viel herum, sagte Kanzlerin Merkel im Zuge der weiteren Diskussion. „Aber wo ich auftrete, real, habe ich immer eine riesen Bauerndemo neben einer riesigen Klimademo“, so die Bundeskanzlerin. „Diese Gesellschaft nicht auseinanderfliegen zu lassen, sondern sie zu versöhnen - zwischen den Generationen, zwischen Stadt und Land, zwischen unterschiedlichen Interessen - das wird noch ein Stück Arbeit, zu dem ich auch alle einlade, mitzumachen.“

Die Teilnehmer des virtuellen Podiumsgesprächs zum Thema „Zukunft geht nur gemeinsam: Warum Klimaschutz alle Generationen braucht“.

Programmpunkt beim 3. Ökumenischen Kirchentag 2021: Das  virtuelle Podiumsgespräch zum Thema „Zukunft geht nur gemeinsam: Warum Klimaschutz alle Generationen braucht“.

Foto: Bundesregierung/ Denzel

Glaubenszuversicht ist auch digital möglich

Digital und Dezentral – dieses organisatorische Prinzip leitete den 3. Ökumenischen Kirchentag, der vom 13. – 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfand. Die Veranstalter wollten trotz Pandemie ein gemeinsames Forum christlicher Vielfalt schaffen, das den Austausch zu geistlichen wie auch politischen und kulturellen Themen ermöglicht. Denn die Fragen nach Frieden und Gerechtigkeit sowie dem Gleichgewicht zwischen Solidarität und individueller Freiheit stellen sich immer wieder neu.

Träger des Ökumenischen Kirchentages sind der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Das Programm des Kirchentages bietet Konzerte, Bibelarbeiten, Workshops und Podiumsgespräche.

Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt. Sein biblisches Leitwort lautet: „schaut hin“. Dieses Motto nimmt das Christus-Wort "Geht hin und seht nach" auf, das sich in der biblischen Erzählung der Speisung von 5.000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen an die Jünger richtet.