Navigation und Service

Inhalt

Behindertenbeauftragter

Die Verschiedenheit leben

"Es ist normal, verschieden zu sein. Leben wir das!" Bundeskanzlerin Angela Merkel zitierte Worte Richard von Weizsäckers. Anlässlich des Jahresempfanges des Behindertenbeauftragten sprach sie sich dafür aus, das System der Eingliederungshilfe am Arbeitsmarkt zu überprüfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kreise von Schülern und Schülerinnen der Gemeinschaftsgrundschule "Die Brücke" aus Neuss Die Kanzlerin bedankt sich bei den Kindern für den gelungenen Auftakt Foto: Bundesregierung/ Schacht

Die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule "Die Brücke" aus Neuss singen das Lied "Wir sind anders als Ihr, Ihr seid anders als wir, na und – das macht das Leben eben bunt." Sie singen von einem bunten Leben, das Erwin Aljukic nicht uneingeschränkt erfahren hat. Erwin Aljukic ist Schauspieler und sitzt im Rollstuhl. Auf der Bühne erzählt er, was ihm kürzlich widerfahren ist.

Mode ist sein großes Thema und so erhielt er die Anfrage, ob er für ein Modemagazin an einem Fotoshooting teilnehmen wolle. Begeistert sagte er zu. Alles schien geregelt. Plötzlich kam die Absage, die schließlich von der Chefredaktion begründet wurde: Behinderte könnten keinen Lifestyle präsentieren. Danach sagt Erwin Aljukic in seiner Rede noch einen Satz: "Für behinderte Menschen sind Barrieren, die sie zu überwinden haben, nicht zu hohe Bordsteine oder nicht fahrende Fahrstühle."

Filmförderung nur noch für barrierefreie Filme

Hubert Hüppe, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, resümiert in seiner Rede zur Behindertenpolitik: Vieles sei schon gelungen. Einiges sei noch zu tun. Es gebe zum Beispiel noch keine barrierefreie Stadt und kein barrierefreies Dorf. Die Barrierefreiheit im Nahverkehr sei ebenfalls ein großes Thema. Für Fernbusse gebe es erfreulicherweise Vereinbarungen, die es behinderten Menschen erleichtern, Reisen per Bus zu unternehmen.

Hüppe lobt das Reglement der Filmförderung: Gefördert werden nur noch barrierefreie Filme.

Behinderte seien leistungswillig und leistungsfähig, so Hüppe. Auf ihre Ausbildung für den Arbeitsmarkt müsse mehr Wert gelegt werden.

Einige Entscheidungen, wie die zur Präimplantationsdiagnostik, hätten ihn traurig gestimmt, so Hüppe. Er zeigt sich jedoch froh darüber, dass sich die Politik Zeit für weitere Beratungen nehme, um über die Sterbehilfe zu entscheiden. Hüppe appelliert: "Wer Inklusion will, sucht Wege. Wer sie nicht will, sucht Begründungen. Lassen Sie uns aufmachen, Wege zu suchen!"

Bericht zu Lebenslagen behinderter Menschen kommt ins Kabinett

Die Bundeskanzlerin verweist darauf, dass sich am Umgang der Gesellschaft mit Behinderten auch die Frage der Menschlichkeit einer Gesellschaft entscheide. Jeder müsse sich mit seinen Gaben einbringen dürfen.

Beim Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen müssten Chancen eröffnet und genutzt werden. Die Kritik, dass es zu langsam gehe und die Ziele zu unverbindlich blieben, nehme sie sehr ernst. Noch vor der Bundestagswahl werde der Bericht über Lebenslagen behinderter Menschen im Kabinett beschlossen. Der Bericht müsse deutlich sagen, was noch auf der Agenda stehe. Sie sprach sich dafür aus, das Systems der Eingliederungshilfen am Arbeitsmarkt zu überprüfen.

Dienstag, 14. Mai 2013