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Wettbewerb "Jugend forscht"

Die Kanzlerin mit dem Wassersprinkler

Ein sechsbeiniger Laufroboter, ein origineller Wassersprinkler und eine App, die Bienen zählt: Projekte beim diesjährigen Wettbewerb "Jugend forscht". Die erfolgreichsten Jugendlichen konnten ihre Arbeiten der Kanzlerin präsentieren. In diesem Jahr haben so viele Schülerinnen und Schüler mitgemacht wie noch nie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Leonard Bauersfeld. Sonderpreis für die originellste Arbeit: Leonard Bauersfeld mit seinem "invertierten Wassersprinkler" Foto: Bundesregierung/Bilan

Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto "Verwirkliche Deine Idee". Mehr als 12.000 junge Forscherinnen und Forscher nahmen daran teil. Mit 6.432 Projekten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gab es so viele Projekte wie noch nie.

"Ich glaube, viele von Ihnen haben auch erfahren, dass Forschung ein ziemlich mühsames Geschäft sein kann", sagte die Bundeskanzlerin zu den jungen Leuten. "Wenn man dann den Durchbruch geschafft hat, ist plötzlich alles ganz einfach und man wundert sich, warum man so lange nicht darauf gekommen ist."

Unser Erfindungsreichtum schafft Wohlstand

"Ich glaube, dass unser künftiger Wohlstand gerade von der Neugier und von dem Erfinderreichtum in den technischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichen geprägt sein wird", sagte die Bundeskanzlerin. Deshalb seien Bildung, Forschung und Innovation ein besonderer Schwerpunkt dieser Bundesregierung.

Aufgabe der gerade beschlossenen neuen Hightech-Strategie seien sehr konzentrierte Höchstleistungen. "Unser Anspruch hierbei ist", so die Kanzlerin, "überall Weltspitze zu sein, also nicht irgendwo mitzulaufen und die fünfte Variation von etwas Bekanntem zu machen, sondern immer wieder in Neuland vorzustoßen."

Seit 1971 gibt es den "Sonderpreis der Bundeskanzlerin" für die originellste Arbeit. In diesem Jahr stellte Jungforscher Leonard Bauersfeld sein Projekt vor. Der 16-jährige Schüler aus Lörrach hat das Drehverhalten eines Sprinklers untersucht, der das Wasser anders als üblich nicht ausstößt, sondern ansaugt. "Das ist Grundlagenforschung, die Respekt verdient", sagte Merkel.

Neugierde und Talent fördern

In sieben Kategorien forschten Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler zu unterschiedlichen Ideen. Im Bereich "Technik" konstruierten drei Schüler ein "Bewegungstalent auf sechs Beinen". Der sechsbeinige Laufroboter lässt sich per Smartphone steuern, er ist beweglicher als vergleichbare Systeme und kann Rettungskräften in Katastrophengebieten helfen. Die "Jugend forscht"- Bundeswettbewerb-Jury prämierte den "Hexapod".

Im Fachgebiet "Chemie" gewann ein Projekt, das dem Salz in der Atmosphäre den Kampf angesagt hat. Der Nachwuchschemiker versucht, die erhebliche Umweltbelastung durch kommerzielle Raumfahrt zu senken.

Mit neuen Wegen der "Volkszählung", beschäftigt sich ein Projekt der Kategorie "Arbeitswelt". Einer Bienenschätzungsapp soll die Winterfütterung der Insekten optimieren. Ein Schüler aus Solingen entwickelte eine App, die die Biene auf dem Handyfoto einer Wabe erkennen kann. Anhand dieser Bildanalyse berechnet die Anwendung anschließend die genaue Anzahl der Bienen einer Population. Auch in den Fachgebieten Biologie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik und Physik wurden spannende Arbeiten prämiert.

Seit fast 50 Jahren gibt es "Jugend forscht". 1965 rief der damalige stern-Chefredakteur Henri Nannen unter dem Motto "Wir suchen die Forscher von morgen" erstmals zur Teilnahme am Wettbewerb auf. Zehn Jahre später gründeten Bundesregierung, stern, Wirtschaft und Schulen den gemeinnützigen Verein Stiftung "Jugend forscht". Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Förderwerk. Heute unterstützen mehr als 5.000 Lehrerinnen und Lehrer den Wettbewerb. Mehr als 3.000 Fach- und Hochschullehrer sowie Experten aus der Wirtschaft bewerten die Arbeiten.

Unter dem Motto "Es geht wieder los" findet im kommenden Jahr die 50. Auflage statt. Bis zum 30. November 2014 können sich junge Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher mit ihrem Projekt anmelden. Ob alleine oder in Zweier- oder Dreierteams: Es gilt, die Welt neu zu entdecken und eigene Ideen zu verwirklichen.

Mittwoch, 17. September 2014