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Die Bundeskanzlerin beendet Besuch in Afghanistan

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf dem Rückflug nach Deutschland. Sie wird am Nachmittag in Berlin erwartet. Grund für ihre vorzeitige Abreise aus Afghanistan ist das schlechte Wetter. Ursprünglich hatte sie einen Besuch in Faisabad geplant.

Bundeswehrsoldaten begrüßen die Kanzlerin Begrüßung am Stützpunkt in Kundus Foto: ddp

Die Bundeskanzlerin wird von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung begleitet. Sie hat die deutschen Stützpunkte in Afghanistan besucht. Vor Ort will sich die Kanzlerin einen eigenen Eindruck vom aktuellen militärischen und zivilen Engagement der Bundeswehr in der Nordregion verschaffen.

Merkel landete am Montagmorgen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im Feldlager Kundus. Dort sind 700 deutsche Soldatinnen und Soldaten stationiert. Kurz nach ihrem Besuch wurde das Feldlager mit Raketen beschossen. Zu diesem Zeitpunkt war Merkel bereits weitergereist. Verletzt wurde niemand.

Es ist der zweite Besuch der Kanzlerin in dem Land nach 2007.

Arbeiten an der Sicherheitslage

"Es gibt Hoffnung", stellte Merkel nach dem Besuch des Feldlagers in Kundus fest. Es gelte jedoch, die Sicherheitslage weiter zu verbessern. Dabei komme dem Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte große Bedeutung zu.

Merkel würdigte die Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und den Nichtregierungsorganisationen, die sich in der Region Kundus im Norden Afghanistans um den Wiederaufbau des Landes bemühten. Sie erinnerte daran, dass die Soldaten auch in dieser Gegend des umkämpften Landes eine gefährliche Mission zu erledigen hätten.

Anschließend besuchte Merkel den Ehrenhain, der an acht deutsche getötete Soldaten erinnert. Sie waren bei ihrem Einsatz in Kundus ums Leben gekommen. Zu dem Aufenthalt in Kundus gehört auch ein Besuch in einem modernen kleinen Krankenhaus.

Am Ende ihres ersten Besuchstages stellte die Kanzlerin zusammenfassend fest, dass der Norden Afghanistans auch in den nächsten Jahren die Präsenz der Bundeswehr braucht. Die Afghanen seien auch im Norden noch nicht in der Lage, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen, sagte sie im Hauptquartier der Bundeswehr in Masar-i-Scharif.

Kein Wiederaufbau ohne Sicherheit, keine Sicherheit ohne Wiederaufbau

Die Kanzlerin schüttelt einem Patienten im Krankenbett die Hand Bild vergrößern Besuch im Lazarett Foto: ddp

Merkels Besuch in Afghanistan erfolgte wenige Tage nach dem Nato-Gipfel. Dort hatte sich das Bündnis am Samstag auf eine neue Afghanistan-Strategie verständigt.

„Der Nato-Gipfel in der vergangenen Woche hat deutlich gemacht, dass das Konzept der vernetzten Sicherheit, das die Bundesregierung seit Jahren verfolgt, großen Zuspruch erhält", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Die Nato-Partner orientierten sich nun ebenfalls an diesem Ansatz.

Das Konzept der vernetzten Sicherheit sieht vor, dass ziviler Wiederaufbau und militärische Sicherheit Hand in Hand gehen müssen. Denn das eine ist ohne das andere nicht zu leisten. „Nur ein gemeinsames, miteinander verzahntes Vorgehen des zivilen und des militärischen Aufbaus verspricht eine erfolgversprechende Strategie“, so Steg. So ist im deutschen Einsatzgebiet im Norden des Landes ein Wiederaufbauteam stationiert, das sich um den zivilen Aufbau rund um die Provinzhauptstadt kümmert.

Telefonat mit Präsident Hamid Karsai

Politische Gespräche mit Präsident Hamid Karsai sind bei diesem Besuch nicht vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf Informationen über die Arbeit der Bundeswehr in der Nordregion. Allerdings hat die Kanzlerin am Sonntag vor ihrem Besuch mit dem afghanischen Präsidenten telefoniert. Dabei informierte Merkel Karsai über die Diskussionen beim Nato-Gipfel.

Darüber hinaus hätten beide über das umstrittene Ehegesetz für die schiitische Bevölkerungsgruppe gesprochen, berichtete Steg. Das Gesetz erlaubt die sexuelle Nötigung von Ehefrauen. Merkel habe erneut deutlich gemacht, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte bräuchten. Der Präsident habe zugesagt, so Steg, „dass er sich intensiv mit dem Thema befassen wird“.

Montag, 06. April 2009