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Beziehungen zu Algerien

Deutschland investiert in algerische Sicherheit

Deutschland und Algerien verbindet eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit, insbesondere auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Dazu gehören gemeinsame Sicherheitsinteressen sowie die erfolgreiche und nachhaltige Bekämpfung von Terrorismus, der regional und global agiert.

Die Bundesregierung unterstützt zur Stabilisierung der Region unter anderem die multinationale Eingreiftruppe G5-Sahel. Seit deren Gründung stellte sie rund 20 Millionen Euro unter anderem für Fahrzeugte und eine Landebahn zur Verfügung. Zusätzliche 28 Millionen Euro gab die Bundesregierung für Trainings, Polizeiprogramme und den Aufbau von Infrastruktur.

Trotz einer verbesserten Sicherheitslage und gesunkener Anzahl terroristischer Anschläge bleibt die Lage in Algerien fragil, vor allem in den Grenzgebieten zu Tunesien, Libyen, Niger, Mali, Mauretanien und zur Westsahara.

Die gemeinsame Einsatzgruppe der G5-Sahel besteht seit 2017. Hieran sind die Staaten Niger, Burkina Faso, Mali, Mauretanien und Tschad beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, gegen Terror, organisierte Kriminalität, Menschenschmuggel und Menschenhandel zu kämpfen.

Erleichterung der Rückkehr ausreisepflichtiger Ausländer

Algerien ist ein Transitland für Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa kommen wollen. Das Land grenzt an Mali und Niger, die ebenfalls wichtige Durchgangsländer sind. Mit Algerien existiert ein bilaterales Abkommen, das die Rückkehr ausreisepflichtiger Ausländer erleichtert. Die Zusammenarbeit bei der Rückübernahme hat sich in den vergangenen zwei Jahren verbessert - durch intensive Kontakte auf politischer wie auch auf fachlicher Ebene.

Rund 200 deutsche Unternehmen in Algerien vertreten

Die deutsche Wirtschaft ist bereits stark in Algerien engagiert, beispielsweise im Bereich Automobilbau. VW eröffnete im Mai 2017 ein Pkw-Montagewerk nahe der Stadt Oran. Insgesamt sind rund 200 deutsche Unternehmen mit Ausbildungs- sowie mehreren Tausend Arbeitsplätzen in Algerien vertreten. Grundsätzlich besteht bei deutschen Unternehmen ein großes Interesse an einem Engagement in Algerien. Ein Investitionshemmnis für ausländische Firmen stellt jedoch die erforderliche algerische Mehrheitsbeteiligung ("51/49-Regel") an jedem Unternehmen dar.

Die Wirtschaft Algeriens ist überwiegend staatlich organisiert und wird vom Energiesektor dominiert. 94 Prozent der Exporteinnahmen stammen aus dem Öl- und Gassektor. Wegen des gesunkenen Ölpreises wird mit einem anhaltenden Leistungsbilanzdefizit gerechnet.

Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei rund zehn Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei etwa 26 Prozent. Deshalb strebt die algerische Regierung eine Diversifizierung der Wirtschaft an. Die wichtigsten Ausfuhrgüter Deutschlands nach Algerien sind Maschinen, Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile sowie chemische Erzeugnisse. Importe nach Deutschland umfassen überwiegend Erdöl sowie chemische Erzeugnisse und sonstige Rohstoffe.