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Kultur

Deutsches Historisches Museum wird 25

Das Deutsche Historische Museum in Berlin präsentiert zwei Jahrtausende deutscher Geschichte. Mit großem Erfolg, wie die Besucherzahlen zeigen. In ihrer Rede zum 25-jährigen Bestehen des Museums lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel dessen konsequent europäische Ausrichtung.

Bundeskanzlerin Merkel und Kulturstaatsminister Neumann beim Festakt für das Deutsche Historische Museum Bundeskanzlerin Merkel und Kulturstaatsminister Neumann Foto: Bundesregierung/Steins

Mit einem Festakt im so genannten "Schlüterhof" feierte das Deutsche Historische Museum (DHM) seinen 25. Geburtstag. Im Oktober 1987 war es auf Initiative des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl gegründet worden.

Schon in seinem Gründungsprogramm habe sich das Museum verpflichtet, der "Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern" zu dienen, erklärte die Bundeskanzlerin. Die "konsequent europäischen Ausrichtung" des Museums, so Merkel, habe sich "als Schlüssel zum Erfolg als international anerkannte Einrichtung erwiesen".

"Es ist diese vielfältige Vermittlung von Geschichte, die uns Europa vor Augen führt", sagte die Kanzlerin. Dies schaffe die Voraussetzungen, gemeinsame Herausforderungen auch gemeinsam anzunehmen und anzugehen. So erweise sich das DHM auch "als Ort des Austauschs und der Begegnung, als wertvoller Träger politisch-kultureller Bildungsarbeit".

Meisterstück in der deutschen Museumslandschaft

Als deutsches Nationalmuseum modernen Typs beschrieb Kulturstaatsminister Bernd Neumann das DHM. "Es ist ein Meisterstück in der deutschen Museumslandschaft und gilt auch international als Vorbild: In vielen Ländern wurden in den vergangenen Jahren ähnliche nationale Geschichtsmuseen gegründet", sagte Neumann.

Die gemeinsame europäische Geschichte zu vermitteln und sie für künftige Generationen lebendig zu erhalten, bezeichnete Neumann als ein wichtiges Ziel. Dieses werde seit einem Vierteljahrhundert im Deutschen Historischen Museum äußerst erfolgreich verwirklicht.

Publikumsmagnet für Besucher aus dem In- und Ausland

Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums Bild vergrößern Der Pei-Bau des DHM Foto: DHM

Tatsächlich ist das DHM eines der meistbesuchten Museen in Berlin. Jeder dritte Besucher kommt aus dem Ausland, jeder vierte ist unter 18 Jahre alt.

Entsprechend breit gefächert und zielgruppengerecht aufbereitet ist das Angebot des Hauses. Es beinhaltet neben der ständigen Ausstellung und zahlreichen Wechselausstellungen ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen: Führungen, Vorträge, Filmvorführungen, Gespräche und Buchvorstellungen.

Realisiert werden die Veranstaltungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in beiden Gebäuden des Museums, dem historischen Zeughaus und dem modernen Anbau des amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei. Während in den Räumen des barocken Zeughauses auf rund 8.000 Quadratmetern Geschichtszeugnisse vom 1. Jahrhundert vor Christus bis heute präsentiert werden, sind im Erweiterungsbau vor allem Sonderausstellungen zu sehen.

Jubiläumsprogramm mit Ausstellungen und Museumsfest

Zwei Sonderausstellungen sind auch Teil des Jubiläumsprogramms zum 25-jährigen Bestehen des Museums: Kunstwerke aus fast 40 europäischen Ländern zeigt die Ausstellung "Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1845". Die eigenen Bestände, genauer gesagt Werke aus der Gemäldesammlung des DHM, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Im Atelier der Geschichte".

Höhepunkt des Programms ist das große Museumsfest am 27. und 28. Oktober. Neben freiem Eintritt in alle Ausstellungen und Veranstaltungen ermöglicht das Haus dabei auch Einblicke hinter die Kulissen.

Gegründet wurde das Deutsche Historische Museum am 28. Oktober 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin als "Geburtstagsgeschenk" des Bundes. Ursprünglich sollte das Museum am Spreebogen in der Nähe des Reichstages errichtet werden.

Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung, übertrug die Bundesregierung dem Museum Gebäude und Sammlungen des "Museums für Deutsche Geschichte". Sitz des DHM ist seitdem das Zeughaus Unter den Linden. 2003 erhielt das Museum durch einen Anbau weitere Räume für Sonderausstellungen.

Die ständige Ausstellung "Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen" wurde 2006 eröffnet. Finanziert wird das DHM aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers mit rund 19 Millionen Euro im Jahr.

Dienstag, 23. Oktober 2012