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500 Jahre Reinheitsgebot

Deutsches Bier: eine Erfolgsgeschichte

Deutsches Bier und das Reinheitsgebot - unzertrennlich und ein Maßstab für Qualität. Auf der 500-Jahr-Feier hat Bundeskanzlerin Merkel diese Erfolgsformel gewürdigt. Sie betonte das Potential von Freihandelsabkommen für Brauereien und Verbraucher.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die Festrede beim Festakt zum 500 Jahre Reinheitsgebot. Merkel: "Das Reinheitsgebot ist Teil der Erfolgsgeschichte des Bieres." Foto: Bundesregierung/Bergmann

Auch heute noch darf deutsches Bier ausschließlich aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt werden. Damit ist das Reinheitsgebot das älteste, noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt. "Das muss ein Gesetzgeber erst einmal schaffen – eine Vorschrift zu treffen, die auch 500 Jahre später im Kern noch gilt und dann sogar noch groß gefeiert wird. Das Reinheitsgebot ist ein solcher Ausnahmefall", so die Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede zum Festakt in Ingolstadt.

Zwischen Tradition und Innovation

Alt heißt jedoch nicht veraltet. Denn neben dem traditionellen Bier lässt das Reinheitsgebot auch Raum für Innovationen. Das beweist die Vielfältigkeit neuer Produkte, wie etwa die vielen alkoholfreien Biere und die sogenannten Craft-Biere. Das sind Biere, die von kleinen Brauereien in kleinen Mengen auf traditionelle Weise gebraut werden. Gerade die gelungene Balance zwischen Tradition und Fortschritt sei der Schlüssel zum Erfolg, so Bundeskanzlerin Merkel.

Hier sei auch die Landwirtschaft gefragt - Stichwort Präzisionslandwirtschaft: "Es geht immer wieder darum, Tradition und wirtschaftliche Effizienz zusammenzubringen", so die Kanzlerin. Sie würdigt die Leidenschaft der vielen Menschen, die diese Braukunst weiter tragen: "Heute feiern wir nicht nur eine 500 Jahre alte Vorschrift als Eckpfeiler deutscher Brautradition, sondern wir feiern eben auch all diejenigen, die aus dieser Regelung das Allerbeste machen. Denen sei an diesem Tag auch einmal im umfassenden Sinne herzlich gedankt!"

Auf zu globalen Absatzmärkten

Wie erfolgreich der Exportschlager "Deutsches Bier" ist, belegen die Zahlen. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes exportierten die Brauereien 2014 allein 1,5 Milliarden Liter Bier ins Ausland. Das sind 16,2 Prozent des Ausstoßes deutscher Brauereien.

Vor dem Hintergrund eines stagnierenden heimischen Bierkonsums setzt die Brauwirtschaft auf den Export. Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP sei für Deutschland und Europa von besonderem Interesse, so die Bundeskanzlerin. Sie appellierte an die TTIP-Gegner, über die Chancen für deutsches Bier nachzudenken. Dabei bezog sie sich auf mögliche Absatzmärkte für mittelständische Brauereien.

Gleichzeitig betonte die Kanzlerin, dass Globalisierung nicht bedeute, regionale Besonderheiten oder geografische Herkunftsangaben aufzugeben. Das beweise die Brauwirtschaft mit ihren regionalen Bieren, die durch EU-Gütezeichen geschützt sind. "Es geht angesichts des transatlantischen Wirtschaftsraums auch darum, Standards zu entwickeln und immer wieder dafür zu sorgen, dass sie global durchgesetzt werden", so Merkel.

Lebensmittelaufsicht wirkt

Außerdem machte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede deutlich, dass der Schutz und das Vertrauen der Verbraucher essentiell sind. Die wirkungsvollen Lebensmittelkontrollen gewährleisten, dass Bier ein sicheres Produkt ist. Damit spielte die Kanzlerin auf Berichte ab, wonach viele deutsche Biersorten durch Rückstände von Glyphosat eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Die Aufregung hatte sich bei näherer Betrachtung der Behörden jedoch als nicht haltbar erwiesen. "Da muss man doch wiederum über die Konzentration und die Dosis reden, glaube ich. Ich habe mir einmal vor Augen geführt, dass man sozusagen 1000 Liter Bier am Tag trinken müsste, um irgendwie in Bereiche zu kommen, in denen die Sache diskussionswürdig werden würde", so die Kanzlerin.

Das Reinheitsgebot
Das Reinheitsgebot ist eine Vorschrift, die über Zusammensetzung und Qualität von deutschem Bier bestimmt. Zurück geht sie auf Herzog Wilhelm IV. Im April 1516 billigte der Bayrische Landständetag in Ingolstadt eine von ihm vorgelegte Vorschrift, wonach Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser hergestellt werden darf.

Freitag, 22. April 2016