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Brasilien-Reise der Kanzlerin

Deutsch-Brasilianische Regierungsgespräche ab 2015

Deutschland und Brasilien bauen ihre strategische Partnerschaft aus. Die Bundeskanzlerin und die brasilianische Präsidentin Rousseff vereinbarten Regierungskonsultationen, die im nächsten Jahr in Brasilien starten. Und: Freude über den ersten Erfolg der deutschen Fußball-Nationalelf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel steht beim Pressestatement neben der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff Beide Länder intensivieren ihre Zusammenarbeit. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Deutschland und Brasilien sind strategische Partner", betonte Bundeskanzlerin Merkel bei ihrem Besuch in Brasilien. Mit der brasilianischen Präsidentin verabredete Merkel bilaterale Regierungskonsultationen, die zum ersten Mal im nächsten Jahr in dem südamerikanischen Land stattfinden sollen.

Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen

Die Kanzlerin verwies auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. 1.300 deutsche Unternehmen sind in Brasilien tätig. "Natürlich unterstützen wir auch das Ziel Brasiliens, mittelständische Unternehmer aus Deutschland verstärkt nach Brasilien zu bringen und damit die Breite unserer Zusammenarbeit noch einmal zu vergrößern", betonte Merkel. Ein weiterer wichtiger Schritt sei das noch ausstehende Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern.

Beide Regierungschefinnen wollen die Verhandlungen zwischen EU und südamerikanischen Ländern über ein Freihandelsabkommen voranbringen. Dem sogenannten Mercosur-Verbund gehören neben Brasilien auch Argentinien, Uruguay, Paraguay und Venezuela an. "Ich werde mich auch auf EU-Seite noch einmal dafür einsetzen, dass hier nicht weiter Zeit verstreicht, sondern dass wir vorankommen", kündigte die Kanzlerin an.

Merkel besucht soziale Projekte

Den zweiten Tag ihrer Reise nutzte die Kanzlerin, um Eindrücke vor Ort zu sammeln. So besuchte sie das Benediktinerklosters São Bento. Hier spielte das Jugendorchester NEOJIBA (Estaduais de Orquestras Juvenis e Infantis da Bahia) für sie.

NEOJIBA integriert Kinder und Jugendliche unterschiedlicher sozialer Schichten und ermöglicht ihnen die Chance auf eine professionelle Musikkarriere. Rund 100 Musiker im Alter von 12 bis 25 Jahren spielen in diesem Orchester unter der Leitung von Ricardo Castro, dem Chefdirigenten und künstlerischen Leiter. Das Orchester machte sich dank seiner hervorragenden Konzerte in Brasilien einen Namen.

Anschließend besuchte Merkel das Sportcamp "Fußball für Entwicklung". Das Projekt des Bundesentwicklungsministeriums und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit verknüpft die große Sportbegeisterung der Jugendlichen mit sozialpädagogischen Angeboten. Ziel ist es, Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten brasilianischer Städte neue Perspektiven zu geben.

Traumstart für die deutsche Nationalelf

Mit Blick auf die laufende Fußball-WM wünschte Merkel dem südamerikanischen Land viel Erfolg bei der Ausrichtung. Sie sei "überzeugt, dass es eine gute Weltmeisterschaft werden wird." Die Begeisterung der Brasilianer für den Fußball sei weltbekannt. Milliarden Augen richteten sich auf das Land. "Die Präsidentin möge mir zugestehen, dass ich die Daumen für die deutsche Mannschaft drücke", sagte Merkel.

Die deutsche Nationalelf hat bei der WM einen Traumstart hingelegt. Sie war zu ihrem ersten Gruppenspiel in Salvador da Bahia gegen Portugal angetreten. Im Stadion Arena Fonte Nova hat die Bundeskanzlerin das Spiel live verfolgt. Begeistert, wie Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in der ganzen Welt, sah sie einen 4:0-Erfolg der deutschen Mannschaft. Im Anschluss an das Spiel beglückwünschte sie die Spieler in der Kabine.

Deutschland nimmt zum 18. Mal nimmt an einer WM-Endrunde teil. Größte Erfolge waren die WM-Titel 1954, 1974 und 1990. In den Jahren 1966, 1982, 1986 und 2002 wurden die deutschen Spieler Vizeweltmeister, 2006 und 2010 belegte die Mannschaft Platz drei.
Deutschland qualifizierte sich in der Europa-Gruppe C mit neun Siegen und einem Unentschieden direkt für die WM mit einem überragenden Torverhältnis von 36:10. Gegner des deutschen Teams in der Vorrunde in der Gruppe G sind Portugal, Ghana und USA.

Montag, 16. Juni 2014