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Deutsch-amerikanische Beziehungen sind auf einem guten Weg

Der Antrittsbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel war ein erfolgreicher Auftakt, um ein neues Kapitel in den deutsch-amerikanischen Beziehungen aufzuschlagen. 

"Wir hatten ein offenes, freundschaftliches und vertrauensvolles Gespräch, das aufbaut auf einer langen Geschichte der transatlantischen Beziehungen", sagte Merkel am 13. Januar in Washington. Sie habe gegenüber den amerikanischen Freunden zwei Ziele der Bundesregierung deutlich gemacht: die wirtschaftlichen Reformen und Deutschlands Rolle als verlässlicher Partner in der Welt.

Streit mit Iran friedlich lösen

Angesichts der gemeinsamen Bedrohung des Terrorismus und des iranischen Nuklearstreits ist eine intensive Zusammenarbeit unerlässlich. Dies betonten die Bundeskanzlerin und der amerikanische Präsident George W. Bush in Washington. 
 

Den Nuklearstreit mit dem Iran will der amerikanische Präsident auf diplomatischem Weg lösen. Die deutsche Regierung und die US-Administration stimmten darin überein, erklärte Bush.Die Kanzlerin bekräftigte, dass das Verhalten des Irans die Zusammenarbeit der europäischen Verhandlungspartner Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit den USA erforderlich macht: "Es ist gerade aus deutscher Sicht vollkommen inakzeptabel, was der Iran im Umgang mit dem Holocaust und der Infragestellung des Existenzrechts Israels vertritt", mahnte Merkel.

Deutschland, England und Frankreich haben vereinbart, den Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde mit dem Konflikt zu befassen, um den UN-Sicherheitsrat einzuschalten.Bush betonte, Deutschland habe in dem diplomatischen Prozess um den Konflikt bislang eine "unglaublich konstruktive Rolle" gespielt. Merkel kündigte an, sich um einen breiten Konsens im Vorgehen gegen den Iran zu bemühen. "Es verfehlt nicht seine Wirkung, wenn sehr viele Länder ihren Unmut äußern", sagte sie.

Verantwortung in der Welt übernehmen 
 

Freundlicher Empfang des amerikanischen Präsidenten Bild vergrößern Freundlicher Empfang des amerikanischen Präsidenten

Außenpolitisch bekannte sich die Kanzlerin zur Verantwortung Deutschlands in der Welt. "Die Länder in der westlichen Welt, die die gemeinsamen Werte teilen, sind aufeinander angewiesen", so Merkel.


Die Wiedervereinigung Deutschlands sei nur möglich gewesen, weil die Menschen 40 Jahre an die Werte von Demokratie und Freiheit geglaubt hätten. "Das Angebot von Präsident Bush senior einer `Partnership in Leadership´ war ein großartiges Angebot, von dem ich glaube, dass wir es in den nächsten Jahren als Deutsche auch weiter ausfüllen müssen", erklärte die Kanzlerin.

Gemeinsames Vorgehen gegen den Terrorismus

Ganz eindeutig bezeichnete Merkel den Terrorismus als die große Bedrohung des 21. Jahrhunderts. Zwar gebe es unterschiedliche Meinungen darüber, wie mit dieser Bedrohung umzugehen sei. Dies zeige das Beispiel Guantanamo. Doch Deutschland und Amerika teilten vollständig die Einschätzung über die Art und Gefährlichkeit dieser Bedrohung.

Abermals betonte die Kanzlerin die herausragende sicherheitspolitische Bedeutung der Nato. Das transatlantische Bündnis sei der Ort, an dem über politisch-strategische Fragen diskutiert werden müsse.

Ausdrücklich dankte Bush Deutschland für den Einsatz in Afghanistan und für seinen Beitrag im Irak. Trotz unterschiedlicher Auffassungen, für die er Verständnis habe, leiste Deutschland wichtige Hilfe beim Wiederaufbau.

Soziale Interessen mit wirtschaftlicher Stärke verbinden

Gerade vor dem Hintergrund der intensiven Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern unterstrich Merkel, die wirtschaftlichen Reformen im eigenen Land voranzubringen. Dabei sei es notwendig, die sozialen 
 

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Interessen der Menschen mit wirtschaftlicher Stärke zu verbinden. Im Zeitalter der Globalisierung dürfe Deutschland gerade nicht in einen wirtschaftlichen Isolationismus zurückfallen. Vielmehr müsse es offen sein für den Wettbewerb.

Gelungener Start für intensive Beziehungen

Den offenen Meinungsaustausch mit dem Präsidenten wertete die Kanzlerin als einen guten Anfang für einen regelmäßigen und intensiven Austausch. "In einem Jahr können Sie mich wieder fragen, ob das Kapitel schon ein paar Zeilen hat oder ob noch mehr geschrieben werden muss", sagte die Kanzlerin.

Freitag, 13. Januar 2006