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Demografiestrategie

Den Wandel als Chance begreifen

Deutschland wird immer älter. Der demografische Wandel verändert unser Land schleichend - in allen Bereichen unseres Lebens. Die Bundeskanzlerin rief dazu auf, die Entwicklung als Chance zu begreifen. Gemeinsam müsse der Wandel gestaltet werden.

Merkel spricht auf der Konferenz zum demografischen Wandel Die Bundeskanzlerin spricht zum demografischen Wandel Foto: Bundesregierung/Denzel

„Wenn wir heute nicht anfangen zu handeln, werden wir es immer schwerer haben, auf die Veränderungen zu reagieren", sagte Angela Merkel auf einer Konferenz im Bundeskanzleramt. Das Thema verdiene allerhöchste Aufmerksamkeit. Es werde in seiner historischen Dimension oft unterschätzt, Dabei seien die Veränderungen bereits jetzt spürbar und beträfen alle Lebensbereiche.

Demografiestrategie im Kabinett

Die Bundesregierung werde daher am 25. April im Kabinett eine Demografiestrategie beschließen. Ziel der Strategie sei es, den Menschen in jedem Alter die Chance zur Entfaltung und Nutzung ihrer Fähigkeiten zu geben. Im Mittelpunkt der Strategie stehen die Lebensbereiche Familie, Arbeit, Alter, in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels ganz unmittelbar erfahren.

Die Veränderungen aufgrund des Alterungsprozesses müsse Eingang finden in alle Bereiche der Politik, in unser Denken. „Und wir wollen das als Bundesregierung so tun, dass wir den Wandel als Chance begreifen und dass wir gucken, wie wir diese Chancen erkennen und auch nutzen können“, betonte Merkel.

Eines sei aber klar: „Diesen Prozess können wir nicht alleine gestalten. Es muss ein gemeinsamer Weg sein: Bund, Länder, Kommunen, Sozialpartner, Verbände, Bürgerinnen und Bürger.“ Und man werde einen „langen Atem“ brauchen, erläuterte die Kanzlerin.

Fachtagung im Kanzleramt

Vertreter aus den Ländern, Kommunen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen waren gekommen. Merkel sagte, die Bundesregierung wolle nicht über die Köpfe hinweg in die Bereiche von Ländern und Kommunen eingreifen. Es gehe vielmehr um einen Dialogprozess, der zwischen allen Bereichen absolut notwendig sei.

In zwei Fachforen diskutierten die knapp 200 Teilnehmer zum einen die erforderlichen Voraussetzungen für ein längeres Arbeitsleben, zum anderen die Punkte, die ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen können. Auch ein Podiumsgespräch mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zu den speziellen Herausforderungen für ländliche Räume und Stadtpolitik

Modernisierungsschub für die Gesellschaft

Auch Friedrich rief dazu auf, den demografischen Wandel nicht als Problem zu sehen, sondern „als Chance für einen Modernisierungsschub der Gesellschaft“ zu begreifen. Jeder Einzelne werde zur Gestaltung der Gesellschaft gebraucht, daher auch das Motto der Demografiestrategie „Jedes Alter zählt“.

Die Bundesregierung wolle einen Dialogprozess. Dazu sei die Tagung, bzw. die Verabschiedung der Demografiestrategie der „Startschuss“. Im Herbst werde es einen ersten „Demografiegipfel“ geben, zu dem zahlreiche Vertreter aus Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft eingeladen würden.

Dienstag, 24. April 2012