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Deutscher Schulpreis

Dem Lernen Flügel verleihen

Die Anne-Frank-Schule aus Bargteheide in Schleswig-Holstein ist die Schule des Jahres. Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises 2013 in Berlin überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Siegern die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Bundeskanzlerin Merkel übergibt den Deutschen Schulpreis 2013 Preisübergabe an die Anne-Frank-Schule Foto: Bundesregierung/Bergmann

Mut, Intelligenz und Kreativität sind nötig, um den Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Weit über ihr Einzugsgebiet hinaus genießt die Anne-Frank-Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe deshalb einen guten Ruf. Die Schülerinnen und Schüler lernen gern dort.

"Es geht darum, dass das Lernen Freude macht", sagte die Bundeskanzlerin im Rahmen der Preisverleihung. "Ich selbst hatte Schwierigkeiten bei Nadelarbeit und Sport", fügte Merkel mit einem Augenzwinkern hinzu. Als Fleißnote würde sie sich im Rückblick auf ihre Schulzeit eine Zwei geben. Sie habe niemals geschwänzt, sei vielleicht aber nicht immer "so ganz anwesend" gewesen.

Keiner wird zurückgelassen

67 Lehrerinnen und Lehrer sowie 862 Schülerinnen und Schüler hat die Anne-Frank-Schule. Unterschiedliche Fähigkeiten gelten dort als Chance für alle. Bis zur zehnten Klasse lernen alle Schüler unabhängig von ihrer Grundschulempfehlung gemeinsam, von Lernbehinderten bis Hochbegabten. Keiner wird zurückgelassen.

Mehr als die Hälfte der Mädchen und Jungen schaffen einen höheren Abschluss als in der Grundschulempfehlung angegeben. Seit neun Jahren hat kein Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen: Ein sehr gutes Ergebnis.

Mädchen und Jungen wachsen über sich hinaus

Der Sprecher der Jury, Michael Schratz von der Universität Innsbruck, war besonders beeindruckt vom Umgang der Lehrer mit ihren Schülern. "Die Lehrer trauen ihren Schülern mehr zu als die sich selbst. Durch diese Ermutigung wachsen die Mädchen und Jungen buchstäblich über sich selbst hinaus", so Schratz.

Mit der Anne-Frank-Schule Bargteheide wurde eine Schule ausgezeichnet, die sich vom Außenseiter zum Vorbild entwickelt hat. "Wie die Preisträger der vergangenen sechs Jahre beweist sie, dass gute Bildung überall möglich ist", sagte die Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Ingrid Hamm.

Unter dem Motto "Dem Lernen Flügel verleihen" zeichnen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Magazin Stern und der ARD die besten Schulen Deutschlands aus. Die Bundeskanzlerin überreichte den Schulpreis schon einmal im Jahr 2010.

Unterschiedlichen Fähigkeiten gerecht werden

An den "Langtagen" gibt es an der Anne-Frank-Schule verbindliche Unterrichtsangebote am Vor- und Nachmittag sowie "Freizeitlernen" in der Mittagspause. In der Mittagsfreizeit bietet die Schule zudem Arbeitsgemeinschaften an. Für die Schüler der Klassen fünf und sechs sind sie verpflichtend.

Wie in der Grundschule lernen die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Neigungen gemeinsam. Dabei erwerben sie wichtige Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit:

  • im Team zu arbeiten,

  • das eigenen Lernen zu organisieren,

  • sich auf neue Situationen und Anforderungen einzustellen und

  • sich mit anderen zu verständigen und Rücksicht auf sie zu nehmen.

Der neunte Jahrgang im musisch-künstlerischen Bereich erarbeitet bis zum Schuljahresende eine Theateraufführung. Integrative Fächer wie Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) und Weltkunde (Geschichte, Erdkunde und Politik) tragen dazu bei, die Welt in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Schülerpaten als Vorbilder und Helfer

Bildung umfasst auch die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln und Fachgrenzen zu überschreiten. Deshalb arbeiten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe fächerübergreifend an Projekten.

Hochbegabte fördert die Schule vier Wochenstunden unter dem Motto "Forschen und Üben". Im "Spürnasenraum" können die Schülerinnen und Schüler über den Unterricht hinaus an eigenen Projekten arbeiten.

Schülerpaten betreuen die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Sie bieten Spielenachmittage an und organisieren Ausflüge. Bei Schwierigkeiten in der Schule oder persönlichen Problemen stehen sie auch als Ansprechpartner für die Jüngeren bereit.

Vier weitere Preise in Höhe von jeweils 25.000 Euro gingen an die Grund- und Werkrealschule in der Taus in Backnang (Baden-Württemberg), die Grundschule Comeniusstraße in Braunschweig (Niedersachsen), das Gymnasium der Stadt Alsdorf (Nordrhein-Westfalen) und die Grundschule Gau-Odernheim (Rheinland-Pfalz). Den ebenfalls mit 25.000 Euro dotierten "Preis der Jury" erhielt die Private Fachschule für Wirtschaft und Soziales in Erfurt. Alle weiteren nominierten Schulen erhalten Anerkennungspreise von je 2.000 Euro.

Montag, 03. Juni 2013