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Merkel eröffnet gamescom

Computerspiele sind Kulturgut

"Computer- und Videospiele sind als Kulturgut, als Innovationsmotor und als Wirtschaftsfaktor von aller größter Bedeutung". Das betonte die Bundeskanzlerin bei der Eröffnung der Computerspielemesse "gamescom". Die Bundesregierung werde deshalb über zusätzliche Fördermöglichkeiten für die Branche sprechen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang über die Gamescom. Merkel: "Computerspiele können Begeisterung für Wissenschaft und Technik entfachen." Foto: Bundesregierung/Steins

"Computer- und Videospiele seien aus dem Alltag längst nicht mehr wegzudenken", sagte Merkel in ihrer Eröffnungsrede. Neben der Unterhaltung könnten Spiele auch Begeisterung für Technik entfachen, Bildung und Wissen vermitteln. "Die Gamer von heute sind die IT-Fachkräfte von morgen", sagte Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes BIU.

Computer- und Videospiele sind Innovationsmotor

Über eine lange Zeit hatten Computerspiele und ihre Nutzer eher ein zweifelhaftes Image. Von Vereinsamung im Kinderzimmer bis zur Radikalisierung durch sogenannte Ballerspiele war in den Medien oft zu lesen. Der Besuch von Bundeskanzlerin Merkel bei der gamescom 2017 ist ein Zeichen dafür, dass der gesellschaftliche Stellenwert der Branche sich verändert hat.

Die Computerspielebranche sei ein starker Pfeiler des Innovationsstandortes Deutschland, betonte Kanzlerin Merkel. Die Branche setzt laut Ergebnissen von Marktforschern weltweit 68 Milliarden Euro um. In Deutschland waren es zuletzt 2,9 Milliarden Euro, Tendenz steigend. 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 650 deutschen Unternehmen, meist kleine und mittelständische Firmen, tragen in Deutschland zu diesem Erfolg bei.

Kinder in der digitalen Welt begleiten

Spielebasiertes Lernen auch in Schulen könne ein wichtiges Element sein, um den Weg in eine mehr und mehr digitalisierte Welt zu erleichtern, betonte Merkel. Aufgabe der Schulen sei es aber auch, Kinder und Jugendliche als Hauptzielgruppe von Computerspielen "auf ihrem Weg als Grenzgänger zwischen realer und virtueller Welt" zu begleiten. Die Bundesregierung will mit einem Angebot für digitale Lerninhalte mit den Ländern dazu beitragen.

Junge Branche fördern

Die Kanzlerin hält die Anerkennung von Computerspielen als Kulturgut für eine wichtige Weichenstellung. Um die noch junge Branche mit großem Wachstumspotenzial zu fördern, wolle die Bundesregierung neben bestehenden Förderprogrammen beispielsweise für Start-ups zeitnah auch über andere Fördermöglichkeiten sprechen. Länder wie Kanada, Frankreich oder Polen könnten dabei als Vorbild dienen. Kreativität und Know-how genügten leider nicht immer, um auch im weltweiten Vergleich bestehen zu können, so Merkel.

Die gamescom 2017 in Köln ist die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele. Mehr als 900 Aussteller aus über 50 Ländern präsentieren ihre Neuheiten. Die neunte Auflage der Messe dauert bis Samstag, den 26. August. Ab Mittwoch (23. August) ist sie für Besucher geöffnet. In den kommenden Tagen werden zehntausende Computerspielfans erwartet. Das Partnerland der gamescom in diesem Jahr ist Kanada.

Dienstag, 22. August 2017