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Rat für Nachhaltige Entwicklung

Chancen für Weichenstellungen nutzen

2015 könnte zum Jahr der Nachhaltigkeit werden. Auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung hat Bundeskanzlerin Merkel ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die G7 "ihrer besonderen globalen Mitverantwortung Rechnung tragen".

Hände auf einem Globus Nachhaltige Entwicklung erfordere eine hohe Verantwortung der Industriestaaten, betonte Kanzlerin Merkel. Foto: Colourbox

Die Welt sei von einem nachhaltigen Leben und Wirtschaften noch weit entfernt, was sich in gewaltigen wirtschaftlichen und sozialen Unterschieden zeige, sagte Merkel auf der Jahreskonferenz. Zudem, so die Kanzlerin, "nähern wir uns den Belastungsgrenzen der Erde und haben sie zum Teil überschritten." So verlangen der bevorstehende G7-Gipfel im bayerischen Elmau und die UN-Klimakonferenz Ende 2015 aus ihrer Sicht verantwortungsvolles Handeln.

Industriestaaten obliegt hohe Verantwortung

Die Industriestaaten hätten die natürlichen Ressourcen in vielen Bereichen schon überstrapaziert. Deshalb obliege ihnen eine höhere Verantwortung, einen anderen Weg als bisher zu gehen: durch innovative Technologien und durch Vorleben eines Paradigmenwechsels. "Wir brauchen Paradigmenwechsel, wenn wir die Dinge vernünftig lösen wollen. Gelingt uns ein solcher Paradigmenwechsel nicht, dann entziehen wir nachfolgenden Generationen Lebenschancen."

Wie schwierig die Problemlage ist, zeigen aus Sicht der Kanzlerin folgende Beispiele: die Konkurrenz zwischen landwirtschaftlichem Flächenverbrauch zur Hungerbekämpfung und dem Waldschutz. Oder die Tatsache, dass Energiegewinnung wesentlich zum Ausstoß von Treibhausgasen beiträgt. Zugleich haben aber noch immer 1,3 Milliarden Menschen gar keinen Zugang zu Strom.

Politischer Wille für Klimaabkommen ist da

Ende September wollen die Vereinten Nationen in New York zum ersten Mal globale Nachhaltigkeitsziele beschließen. "Diese Ziele gelten für alle", betonte die Bundeskanzlerin und begrüßte den umfassenden Ansatz. "Es zeigt, wir stehen alle vor der gleichen Aufgabe."

Zu der UN-Konferenz in Paris, die im Dezember zu einem neuen internationalen Klimaschutz-Abkommen führen soll, erklärte Merkel: Der politische Wille zu einem Abkommen sei da und scheine größer als je zuvor. Aber der Erfolg sei noch keinesfalls gewiss. Jetzt komme es auf eine weitere, sehr sorgfältige Vorbereitung an.

Entwicklungsländer brauchen mehr Hilfen

Die Kanzlerin bekräftigte zudem ihre Forderung nach mehr finanziellen Hilfen für die Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel. Ein Ergebnis der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 war die Bereitschaftserklärung der Industrieländer, die Fördermittel für Klimaschutzmaßnahmen bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu steigern. Deutschland wird, so die Zusage der Bundeskanzlerin auf dem diesjährigen Petersberger Klimadialog am 18./19. Mai, seine Hilfen von derzeit zwei Milliarden Euro jährlich bis 2020 verdoppeln.

Die 15. Jahreskonferenz des Rats für Nachhaltige Entwicklung steht unter dem Motto "Globalisierung und nationale Verantwortung neu ordnen. Politische Innovationen für Nachhaltigkeit". Vor dem Hintergrund der UN-Verhandlungen um globale Nachhaltigkeitsziele beschäftigt sich die Tagung insbesondere mit der Frage, wie aktuell globale Verantwortung und nationale Nachhaltigkeitspolitik zu verbinden sind.

Mittwoch, 03. Juni 2015