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Forschung

Bundeskanzlerin besucht Ozeanforscher

Die Weltmeere spielen eine Schlüsselrolle für das globale Klima. Bundeskanzlerin Angela Merkel informierte sich beim GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel auch über ferngesteuerte Tauchroboter.

Bundeskanzlerin Merkel an einem Versuchsaufbau mit flüssigem Stickstoff Bundeskanzlerin Merkel im Helmholtz-Institut Foto: Bundesregierung/Bergmann

Die Ozeane seien ganz wesentlich für die Bildung des Klimas und als Ernährungsgrundlage, so die Bundeskanzlerin. Sie informierte sich in Kiel über die Forschungen des GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa.

Vielfältige technische Möglichkeiten

"Die biologische Vielfalt ist dort sehr groß und wenn wir die Ozeane zerstören, dann haben wir ein riesiges Problem - auch als Menschen, die wir auf dem Lande leben,“ sagte Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lenkt im GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in der Steuerzentrale die Kamera eines Tauchroboters. Bild vergrößern Bundeskanzlerin Merkel in der Steuerzentrale eines Tauchroboters Foto: Bundesregierung/Bergmann

An Bord des Forschungsschiffs F.S Alkor zeigte sich Merkel fasziniert von den technischen Möglichkeiten eines Tiefsee-Landers – einem autonomen Trägersystem für Langzeitbeobachtungen und Experimente am Tiefseeboden.

Die vier Forschungsschiffe der Einrichtung erforschen unter anderem den menschlichen Einfluss auf das maritime Ökosystem: Überfischung, Einschleppung fremder Arten und Versauerung der Ozeane.

Neues Forschungsschiff

Merkel sagte GEOMAR ein neues Forschungsschiff zu. Es werde die 38 Jahre alte Poseidon ersetzen. Das Schiff werde voraussichtlich 2017 fertig sein. "Die Meeresforschung hat Zukunft. Sie hat auch deshalb Zukunft, weil dieses Institut mit all seinen Kooperationen außerordentlich erfolgreich ist", betonte die Kanzlerin.

Die Zukunft der Menschen hängt nicht zuletzt von der Entwicklung der Weltmeere ab. Sie bedecken zwei Drittel der Erde, sind bis heute aber weniger erforscht als die Oberfläche des Mondes.

2011 gab es in den USA 14 Wetterextreme, die jeweils Schäden von mehr als einer Milliarde Dollar angerichtet haben. Australien, Japan und Korea verzeichneten Rekordregenfälle. 2003 erlebte Europa den heißesten Sommer seit 500 Jahren. Die Hitzewelle im August 2003 forderte mehrere zehntausend Tote. Steigende Temperaturen führen zum Anstieg der Meeresspiegel und verändern die Lebensbedingungen von Meeresorganismen. Die zunehmende Aufnahme von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen versauert den Ozean, viele Fischbestände sind überfischt, Arten sterben aus.

Deshalb haben die Wissenschaftler im Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ ein gemeinsames Ziel: Die Chancen und Risiken der globalen Veränderung für den Ozean neu zu bewerten und ein nachhaltiges Management der Ressourcen der Weltmeere zu ermöglichen. Mineralische Rohstoffe und Gashydrate am Meeresboden könnten in Zukunft terrestrische Vorkommen an Land ersetzen. Deshalb erforscht GEOMAR das Potenzial bisher ungenutzter Rohstoffe und Ressourcen der Ozeane.

Wissenschaftler beschäftigen sich auch mit Verfahren zur Einlagerung von Kohlendioxid am Meeresboden. In enger Kooperation mit der Christian-Albrecht-Universität Kiel bildet GEOMAR Meereswissenschaftler von morgen aus. Spezielle Angebote für Schüler und Lehrer fördern bereits frühzeitig das Interesse an der Meeresforschung. In Workshops wie „Das Meer vor unserer Tür“ oder der „Sommerschule Marine Geowissenschaften 2012“, aber auch bei Projekten wie „NaT-Working“ lernen die Jugendlichen die Arbeit von Meeresgeologen, Vulkanologen und Biologen kennen.

Dienstag, 27. März 2012