Denn es geht um Europas Zukunft

Brüsseler Wirtschaftsforum 2021 Denn es geht um Europas Zukunft

Um sich in der Welt von morgen behaupten zu können, muss Europa selbstbestimmter, innovativer und handlungsfähiger werden, als es das jetzt ist: So lautete die Botschaft von Bundeskanzlerin Merkel beim diesjährigen Brüsseler Wirtschaftsforum. Sie hielt dort per Videoschalte den Tommaso-Padoa-Schioppa-Vortrag. Fragen und Antworten.

Bundeskanzlerin Merkel hält eine Rede beim Brüsseler Wirtschaftsforum.

Kanzlerin Merkel beim Vortrag vor dem Brüsseler Wirtschaftsforum: „Gestalten wir nicht nur die neue Wirtschaft, sondern gestalten wir das Europa, das wir wollen.“

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Was ist das Brüsseler Wirtschaftsforum?

Das „Brussels Economic Forum“ (BEF) ist die jährliche Wirtschaftsveranstaltung der Europäischen Kommission, die internationale politische Entscheidungsträger sowie Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringt. Es trägt seit mehr als 20 Jahren dazu bei, die wichtigsten anstehenden Herausforderungen und Prioritäten für die europäische Wirtschaft zu erörtern.

Zu den diesjährigen Hauptrednerinnen gehörten neben Bundeskanzlerin Angela Merkel unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, WTO-Generaldirektorin Ngozi OkonjoIweala und Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Weitere Informationen zum Wirtschaftsforum erhalten Sie auf der Internetseite der Veranstaltung (engl.).

Welches Thema stand im Mittelpunkt?

Mit Blick auf die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie lautete das Motto des diesjährigen Forums: „Building the new economy we want.“ Dieses Motto fasste Bundeskanzlerin Merkel in ihrem virtuellen Vortrag noch etwas weiter: „Gestalten wir nicht nur die neue Wirtschaft, sondern gestalten wir das Europa, das wir wollen.“

Die Kanzlerin erklärte weiter: „Denn es geht um Europas Zukunft. Es geht darum, ob und wie wir Europäer uns mit unserer Art zu leben, zu arbeiten und zu wirtschaften in der Welt von morgen behaupten werden. Es geht darum, wie wir unsere Werte, unsere Interessen und unsere Vorstellungen von der Gestaltung der Globalisierung zur Geltung bringen können.“

Wie soll Europas Zukunft aussehen?

Um auch zukünftig „für die Werte und Interessen unserer freiheitlichen, rechtsstaatlichen Demokratien und sozialen Marktwirtschaft“ einstehen zu können, muss Europa aus Sicht der Bundeskanzlerin „selbstbestimmter, innovativer und handlungsfähiger“ werden - nicht nur, aber gerade auch in Krisenzeiten.

Dafür sei „ein noch nie dagewesenes europäisches Aufbaupaket“ auf den Weg gebracht worden, „mit dem wir sowohl die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie auffangen als auch über die akute Hilfe hinaus Europas Wandel zu einem klimaneutralen und digitalen Kontinent beschleunigen können“.

Mehr über die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) erfahren Sie bei der Europäischen Kommission.

Wozu gibt es einen Padoa-Schioppa-Vortrag?

Die „Tommaso Padoa-Schioppa Lecture“ beim Brüsseler Wirtschaftsforum wurde zum Gedenken an den 2010 verstorbenen früheren italienischen Finanzminister Padoa-Schioppa ins Leben gerufen. Dieser war Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) und gilt als einer der Gründungsväter des Euro.

Den ersten Padoa-Schioppa-Vortrag hielt 2011 der damalige Bundesfinanzminister Wolfang Schäuble. Als weitere Redner folgten:

  • Italiens Ministerpräsident Mario Monti (2012)
  • WTO-Generaldirektor Pascal Lamy (2013)
  • EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (2014)
  • EZB-Präsident Mario Draghi (2016)
  • François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France (2017)
  • EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (2018)
  • Wirtschaftsnobelpreisträger Sir Christopher Pissarides (2019)
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (2021)