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Kabinett

Bildung in Deutschland

Das Betreuungsangebot für unter Dreijährige wächst kontinuierlich. Die Zahl der Schulabbrecher sinkt und das Ausbildungsplatzangebot übersteigt die Zahl der Bewerber. Das sind die erfreulichen Ergebnisse des vierten Berichts "Bildung in Deutschland", den das Kabinett beschlossen hat.

Kinder in einer Grundschule Die Bundesregierung will Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche weiter ausweiten Foto: Judith Affolter

Es gibt mehr Abiturienten - 55 Prozent von ihnen beginnen ein Studium. Dies ist Rekordniveau. Eine große Herausforderung für die Bundesregierung ist es, Bildungsarmut weiter zu verringern. Dazu müssen Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ausgeweitet werden.

Benachteiligung abbauen

Bund und Länder unternehmen seit Jahren Anstrengungen, um die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien zu beheben. Frühzeitige Förderung schafft nämlich gleiche Startbedingungen für alle Kinder.

Auch deshalb fördert der Bund den bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung. Mit dem Programm "Offensive frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration" unterstützt er die sprachpädagogische Bildung in 4.127 Einrichtungen.

Zum Lesen ermutigen

Das Programm "Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen" ist die deutschlandweit größte Initiative zur Leseförderung. Eltern und Kinder erhalten drei Mal im Lauf von sechs Jahren ein Lesestart-Set. Darin befinden sich ein altersgerechtes Buch und Informationen zur Sprach- und Leseerziehung.

"Wir schaffen mit diesem Programm Bildungsgerechtigkeit - und zwar ganz konkret und dauerhaft: Wir ermutigen Eltern zum Vorlesen und Kinder zum Lesen", sagte Bildungsministerin Annette Schavan. Seit 2011 erreichte das Programm bereits 410.000 Kinder und damit 61 Prozent der Familien mit einjährigen Kindern.  

Forschergeist wecken

Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" erklärt Kindern die Welt der Naturwissenschaften und Technik. Im Jahr 2012 erforschen die Mädchen und Jungen in ihren Kitas, Horten und Grundschulen das Thema Nachhaltigkeit unter dem Motto "Wie funktioniert eigentliche unsere Erde?"

Die Stiftung konnte in den vergangenen Jahren zahlreiche regionale Netzwerke aufbauen. Sie erreicht derzeit 20.000 Einrichtungen und ist damit die größte Bildungsinitiative Deutschlands. "Tausende Kindertagesstätten sind mittlerweile 'Häuser der kleinen Forscher' und vermitteln erste Eindrücke über wichtige Naturphänomene", lobte der Parlamentarische Staatssekretär im Bildungsministerium, Thomas Rachel, die bundesweite Initiative.

Kulturelle Bildung fördern

In seinem Schwerpunktteil zur kulturellen und musisch-ästhetischen Bildung stellt der Bildungsbericht bei allen Altersstufen ein großes Interesse der Bevölkerung an künstlerischen und musischen Aktivitäten fest. Bildung fördere den sozialen Zusammenhalt und die Integration von Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft.

Deshalb will die Bundesregierung die kulturelle Bildung stärken. "Unter dem Motto 'Kultur macht stark' fördern wir ab dem kommenden Jahr außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche", sagte die Staatssekretärin im Bildungsministerium (BMBF), Cornelia Quennet-Thielen. Kulturelle Bildung sei aber auch eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.

Der Bildungsbericht erscheint seit 2006 alle zwei Jahre. Er wird von einer unabhängigen Wissenschaftlergruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut (DJI), die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie das Statistische Bundesamt und die Statistischen Ämter der Länder.
Der Bildungsbericht gibt zum vierten Mal eine aktuelle Bestandsaufnahme zur Entwicklung des deutschen Bildungswesens. Die besondere Bedeutung der Studie liegt darin, die verschiedenen Bildungsbereiche in ihrem Zusammenhang darzustellen und übergreifende Herausforderungen im deutschen Bildungssystem sichtbar zu machen. Diese ist eine verlässliche Grundlage für Zieldiskussionen wie politische Entscheidungen.

Mittwoch, 07. November 2012