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Bildung, Forschung und Innovation - entscheidend für die deutsch-russischen Beziehungen 

Das rohstoffreiche Sibirien wird auch die Schatzkammer Russlands genannt. Deshalb ist die westsibirische Stadt Tomsk ein geeigneter Ort für die deutsch-russischen Regierungskonsultationen, die im Zeichen stabiler Wirtschaftsbeziehungen stehen. Tomsk ist aber auch eine Universitäts- und Wissenschaftsstadt. Hauptthema des ersten Tages der deutsch-russischen Gespräche war die Bildungszusammenarbeit.

In einem ersten Gespräch besprachen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Wladimir Putin zentrale bilaterale Themen: Wirtschaftsfragen, die Zusammenarbeit im Energiebereich und Fragen von Bildung, Forschung und Innovation.

Merkel und Putin trafen in der Staatlichen Universität Stipendiaten und Forschende aus den deutsch-russischen Austauschprogrammen. Gemeinsam zogen sie eine positive Bilanz dieser Programme. Nach dem Gespräch erklärte die Bundeskanzlerin, die erfolgreichen Programme würden fortgesetzt.

Gemeinsam eine globale Welt bauen

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenarbeit zwischen Ländern immer dann sehr intensiv ist, wenn sie gerade bei jungen Leuten mit praktischen Erfahrungen verbunden ist", sagte die Kanzlerin. Das gemeinsame Austausch- und Stipendiatenprogramm habe deshalb eine außerordentlich große Bedeutung. Menschliches Kennenlernen sei durch nichts zu ersetzen, so Merkel. Die  Anstrengungen auf diesem Gebiet müssten deshalb intensiviert und erweitert werden."Unsere Länder werden in Zukunft natürlich von den Fortschritten in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und den gut funktionierenden Betrieben leben. Gerade die jungen Leute müssen mit gemeinsamen Erfahrungen auch eine gemeinsame globale Welt bauen", sagte Merkel nach dem Gespräch mit den Stipediaten.

Deutsch-Russische Bildungsinitiative

In den Projekten der deutsch-russischen Bildungsinitiative arbeiten und forschen junge Führungskräfte von morgen. Inzwischen studieren, lehren und forschen jährlich rund 6.000 Studierende, Forschende sowie Dozentinnen und Dozenten in Einrichtungen des jeweils anderen Landes. Insgesamt 2750 junge russische Führungskräfte haben bisher an dem Austauschprogramm teilgenommen.

Außerdem gibt es mehr als 550 bilaterale Hochschulpartnerschaften. Das Bundesforschungsministerium und das Auswärtige Amt stellen dafür 19 Millionen Euro im Jahr bereit. Die Bundesregierung will die Managerausbildung auch nach 2007 fortsetzen.

Einige Beispiele für gemeinsame Forschungsprojekte:

  • Deutsch-russische Masterstudiengänge in der Polar- und Meeresforschung,

  • Gemeinsame Institute, wie das Otto-Schmidt-Labor für Meeresforschung in St. Petersburg,

  • Projekte zur Gewässerforschung (das "Rhein-Wolga-Projekt" ist dafür ein Beispiel)

  • Forschungsprojekte zur Umwelttechnologie

  • Deutsches Historisches Institut in Moskau (2005 eröffnet)

Die deutsch-russische Bildungsinitiative wurde anlässlich des 60. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges gegründet. In einer Gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich Deutschland und Russland, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bildung, Forschung und Innovation voranzutreiben. Besonders die junge Generation beider Länder soll von dieser Initiative profitieren.

Mittwoch, 26. April 2006