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Neuseeländischer Premier in Berlin

Bilateralen Austausch intensivieren

Deutschland und Neuseeland haben trotz der großen geografischen Entfernung ihre Kooperationen verstärkt. Das betonte Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem Treffen mit Premierminister Key im Kanzleramt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Neuseelands Premierminister John Key. Betonen viele gemeinsame Interessen: der neuseeländische Premierminister Key und Bundeskanzlerin Merkel. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Unsere Beziehungen haben an Intensität gewonnen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Treffen mit dem neuseeländischen Premierminister John Key. Die vergangenen bilateralen Treffen hätten zu einer Belebung der deutsch-neuseeländischen Beziehungen geführt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen neben bilateralen Fragen allgemeine Themen mit regionalem Bezug sowie gemeinsame Fragen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Terrorismus.

Jugendaustausch weiter fördern

Kooperationen seien vor allem mit Blick auf Kontakte zwischen jungen Menschen, zum Beispiel durch Praktika und Work-Holiday-Programme vereinbart worden, betonte Merkel. "Wir haben einen Stipendienaustausch vereinbart und von unserer gemeinsamen Agenda schon einiges umgesetzt", sagte sie.

Auch im Bereich der Landwirtschaft sei eine Zusammenarbeit geplant. Bei der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse und bei der Veredlung seien in Deutschland wie auch in Neuseeland auf sehr hohem Niveau. "Hier gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen", betonte Merkel.

Handels- und Investitionsbeziehungen stärken

Fragen des Freihandels standen im Mittelpunkt der Gespräche. Neuseeland sei bereits Teil des transpazifischen Freihandelsabkommens. "Wenn man sich anschaut, was in dem Teil der Welt stattfindet, dann ist das sehr beeindruckend. Das veranlasst uns, schneller zu werden bei den Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen mit den USA", betonte die Kanzlerin.

Große Übereinstimmung gab es zwischen Deutschland und Neuseeland mit Blick auf den generellen Freihandel. Beide Seiten hoben die Bedeutung der bevorstehenden Verhandlungen zwischen Neuseeland und der EU zu einem qualitativ hochwertigen, tief greifenden Freihandelsabkommen hervor.

"Es ist gut, dass infolge meines Besuches auch die Europäische Union bereit ist, mit Neuseeland über ein Freihandelsabkommen zu verhandeln", sagte Merkel. Das werde zum gegenseitigen Vorteil sein. Auch Premierminister Key zeigte sich optimistisch: "Wir sind hoffnungsvoll, dass es zu einem guten Abschluss eines Freihandelsabkommens mit der EU kommen wird."

Beider Seiten begrüßten den kürzlich erzielten erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen für ein Partnerschaftsabkommen, das eine formelle Struktur für die Beziehungen zwischen Neuseeland und der Europäischen Union in den Bereichen Politik, Sicherheit, Handel und Investitionen darstellt. Es ist das Fundament für den weiteren Ausbau der Beziehungen in den kommenden Jahrzehnten und soll von beiden Seiten vollständig und rasch umgesetzt werden.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Auch im internationalen Bereich wollen sich Deutschland und Neuseeland künftig enger austauschen. Es gebe ein gemeinsames Interesse an einer engen Zusammenarbeit im Bereich bedeutender internationaler Entwicklungen, unter anderem in Syrien, Irak, Afghanistan, Ukraine und in der gegenwärtigen Flüchtlings- und Migrationspolitik, die für Neuseeland von Interesse sind, und die auch Europa sehr beschäftigen, bekräftigten beide Seiten.

Key lobte die führende Rolle Deutschlands bei der Bewältigung der syrischen Flüchtlingskrise. Neuseeland habe sich bereit erklärt zu helfen und 750 Flüchtlinge als Notstandsmaßnahme aufzunehmen. "Wir werden weitere Ressourcen und Finanzmittel in die Frage der Flüchtlinge investieren", so Key. So wolle Neuseeland insbesondere die Lage der Menschen in den jordanischen Flüchtlingslagern verbessern.

Gemeinsam gegen Klimawandel

Mit Blick auf die Eröffnungssitzung der 21. Klimakonferenz am Montag in Paris, an der beide Regierungschefs teilnahmen, sprachen sich beide Seiten für die Annahme eines ehrgeizigen, langfristigen, umfassenden und rechtlich bindenden Übereinkommens aus.

"Bei dem Klimaabkommen wird es eine Road Map geben, mit der die Länder versuchen, erhebliche Fortschritte zu erzielen und auf jeden Fall das Zwei-Grad-Ziel zu verankern", bekräftigte der neuseeländische Regierungschef.

Dienstag, 01. Dezember 2015