Navigation und Service

Inhalt

Deutschland/Nigeria

Beziehungen zwischen Deutschland und Nigeria intensivieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan wollen die politischen und wirtschaftlichen Kooperationen der beiden Länder weiter vertiefen. Merkel bot auch internationale Hilfe bei der Bekämpfung von islamistischen Terroristen an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan vor der Ehrenformation Bundeskanzlerin Merkel und der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan Foto: Bundesregierung/Bergmann

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die deutsch-nigerianische Energiepartnerschaft. Im Kraftwerksbereich -sowohl im Gas- und Ölbereich als auch im Kohlebereich- wolle man enger mit Nigeria zusammenarbeiten, so Merkel. Nigeria als das zweitgrößte afrikanische Land habe eine wichtige Volkswirtschaft und eine dynamische Entwicklung, so die Kanzlerin.

Thema war auch die politische Lage, insbesondere die Bedrohung durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram. "Die Gefahr müsse gebannt werden", betonte Merkel. Sie zeigte sich zuversichtlich hinsichtlich der "tiefen Entschlossenheit der nigerianischen Regierung, hier Zeichen zu setzen, dass solche gewalttätigen Kräfte keine Chance in Nigeria hätten".

Der nigerianische Präsident Jonathan warb um deutsche Investitionen. Nigeria mit seinen über 165 Millionen Menschen sei ein „riesiger Markt“. Zugleich versicherte er, dass die terroristische Gefahr unter Kontrolle gebracht würde: „Die Regierung ist Herr der Lage“. Für Investitionen gebe es ein „sicheres Umfeld“.

Beide Politiker forderten zudem eine baldige Reform des UN-Sicherheitsrats. Sowohl Nigeria als auch Deutschland streben in diesem Gremium eine ständige Mitgliedschaft an. Derzeit haben dort nur die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien einen ständigen Sitz.

Binationale Kommission – Zusammenarbeit im Energiebereich

Ein Schwerpunkt der Wirtschaftsbeziehungen ist die Zusammenarbeit im Energiebereich. Im August 2008 wurde in Abuja ein Memorandum unterzeichnet, das Gründungsdokument der Deutsch-Nigerianischen Energiepartnerschaft.

Seither treffen sich die Energiepartner regelmäßig, um gemeinsame Projekte voranzubringen. Im Fokus stehen die Rehabilitierung und Weiterentwicklung der Stromproduktion in Nigeria auch mittels der Nutzung erneuerbarer Energien - und eine stärkere Beteiligung deutscher Firmen an der Gewinnung von Energieträgern in Nigeria.

Bilaterale Handelsbeziehungen
Nigeria ist Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner in Subsahara-Afrika. 2008 erreichte das bilaterale Handelsvolumen mit 3 Milliarden Euro zunächst einen Höhepunkt, ging dann aber im Zuge der globalen Wirtschaftskrise und des niedrigeren Ölpreises stark zurück. Die Exporte nach Nigeria sanken 2009 um knapp 15 Prozent auf circa 1 Milliarde Euro, die Importe nach Deutschland um 34 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich der Handel wieder erholt. 2011 wurde mit insgesamt 4,7 Milliarden Euro ein neuer Rekord erreicht. Wesentliche Ursache war der gestiegene Ölpreis. Nigeria lieferte Waren im Wert von 3,4 Milliarden Euro (95 Prozent Öl) nach Deutschland (plus 70 Prozent), die deutsche Ausfuhr nach Nigeria stieg im Gegenzug auf 1,3 Milliarden Euro (plus18 Prozent).

Donnerstag, 19. April 2012