Globale Impfstoffproduktion durch konkrete Maßnahmen steigern

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens injiziert einem Notarzt eine Dosis eines Covid-19-Impfstoffs.

Die globale Verfügbarkeit von Impfstoffen soll verbessert werden.

Foto: Getty Images/Anadolu Agency/Juancho Torres

Dem elfköpfigen Gremium mit Vertretern wichtiger Industrie- und Schwellenländer ist es mit dem Bericht gelungen, sich trotz verschiedener Interessenlagen und Haltungen auf konkrete Maßnahmen zu verständigen, um Impfstoffe weltweit gerechter zu verteilen, die globale Verfügbarkeit von Impfstoffen zu verbessern und die Produktionskapazitäten zu steigern.

Gleichzeitig soll die Versorgungssicherheit mit Impfstoffen verbessert werden.

Einigung auf politische Unterstützung

Die Arbeitsgruppe hatte sich im Vorfeld intensiv mit relevanten internationalen Organisationen und Institutionen ausgetauscht, um der G20 noch vor dem anstehenden Gipfel Vorschläge für kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zur politischen Unterstützung vorzulegen.

In dem Bericht ruft sie die G20 dazu auf, enger auf nationaler und multilateraler Ebene zusammenzuarbeiten und Initiativen zur Produktion von Impfstoffen zu unterstützen und zu flankieren.

Kurzfristige Maßnahmen

Zu den Empfehlungen für schnell wirkende Schritte gehören unter anderem Maßnahmen, um die Verteilung von Impfstoffen global gerechter zu gestalten, die Versorgung mit Inputs für die Impfstoffherstellung (zum Beispiel Lipide) zu verbessern und die Lieferung von Impfstoffen an die COVAX-Initiative zu beschleunigen. Der Bericht ruft dazu auf, die Welthandelsorganisation (WTO) zu unterstützen und Handelsbeschränkungen abzubauen.

Das soll u.a. durch die Beteiligung der Industrie an einer so genannten „Marketplace“ – einer virtuellen Plattform für die Versorgung mit relevanten Inputs - erreicht werden. Aber auch durch die Priorisierung von Lieferungen von Impfstoffen an COVAX für Länder mit niedrigem Einkommen und die volle Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Abgabe von Impfdosen soll der weltweite Zugang zu Impfstoff beschleunigt werden.

Mittelfristige Empfehlungen

Mittelfristig sollen die bestehenden Kapazitäten zur Impfstoffherstellung erhöht und weltweit gerechter verteilt werden: hier empfiehlt die Arbeitsgruppe, wegen Knappheiten bei Rohstoffen und Abfüllkapazitäten den Übergang zu Einzeldosisampullen aufzuschieben. Zudem wird dazu aufgerufen, die Bevorratung zu begrenzen und Auffrischungsimpfungen nur auf Grundlage gültiger klinischer Daten zu verabreichen. Daneben soll die Versorgung mit Vergleichsimpfstoffen für klinische Studien erleichtert werden.

Langfristige Schritte

Mit neuen, erweiterten Kapazitäten sollen Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen nachhaltig unterstützt werden, die Impfstoffproduktion selbst zu sichern. Dazu ruft das Gremium zur Unterstützung des mRNA-Impfstofftechnologietransfer-Zentrums in Südafrika als Leuchtturmprojekt wie auch weiterer regionaler Drehscheiben auf.

Eine wichtige Rolle für die langfristige Versorgung mit Impfstoffen und bessere Vorsorge auf künftige Pandemien nehmen flexible Kooperationsmodelle mit Staaten und der Wirtschaft ein. Dazu gehören die Abfüllung vor Ort („Fill and Finish“), Investitionen und Kooperationen mit Unternehmen vor Ort (Joint Ventures). Die Arbeitsgruppe ruft auch die Industrie dazu auf, mit Partnern weltweit zusammenzuarbeiten.

Die „Vaccine Manufacturing Working Group“ war im Frühjahr dieses Jahres vom ACT-A Facilitation Council unter dem Vorsitz Deutschlands und Südafrikas gegründet und mandatiert worden. Daneben gehören ihr China, Brasilien, Indien, Indonesien, die Republik Korea, Norwegen, Ruanda, Saudi Arabien und die USA an.

Deutsches Engagement für lokale Produktion in Afrika 

In Afrika bestehen aktuell kaum Kapazitäten zur Impfstoffproduktion, nur 1% der dort eingesetzten Impfstoffe werden lokal hergestellt. Die Afrikanische Union (AU) hat das Ziel, eine afrikanische Impfstoffproduktion – nicht nur für COVID 19-Impfstoffe - aufzubauen.

Die Bundesregierung leistet multilateral und bilateral wichtige Beiträge zum Aufbau einer Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent und hat dafür bereits rd. 500 Mio. Euro aus Haushaltsmitteln des BMZ, bankeigenen Mitteln (KfW) und DEG-Unternehmensförderung bereitgestellt. Über die AU hinaus unterstützt die BReg die Länder Südafrika, Senegal, Ghana und Ruanda durch technische Beratung und teils auch Investitionen.

Den Bericht finden Sie hier

Weitere Informationen des  BMZ und des AA