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Bausteine einer zukunftsorientierten Energiestrategie

Moderne Kraftwerke sorgen für saubere und sichere Energie. Gas steht dabei in der Klimabilanz gut da. Im Verbund mit Wind- und Sonnenenergie sorgen moderne Gasanlagen zudem für stabile Versorgung, erfuhr Bundeskanzlerin Angela Merkel im Emsland. Kraftwerkstechnologien stehen im Mittelpunkt der zweiten Etappe ihrer Energiereise durch Deutschland: einschließlich Kernenergie, Kohle und Wasserkraft.

Angela Merkel mit dem Bundesumweltminister im Kontrollraum des Kernkraftwerks Energieversorgung gezielt steuern Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Entscheidend ist der Mix: Für eine umweltfreundliche, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung kommt es auf eine kluge Kombination verschiedener Energieträger an. Dass den erneuerbaren Energien dabei eine immer größere Bedeutung zukommt, ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel selbstverständlich.


Ebenso klar ist, dass die Kernenergie zur Sicherung der Energieversorgung für einige Zeit als Brückentechnologie kaum verzichtbar ist. Dafür sind nach dem 1999 vereinbarten Atomausstieg gesetzliche Laufzeitverlängerungen für die Kraftwerke erforderlich.


„Unsere anspruchsvollen Klimaschutzziele wollen wir erreichen“, stellte Merkel klar. Dennoch müsse die Energie am Industriestandort Deutschland bezahlbar bleiben.

Kernkraftunternehmen sollen Ausbau der Erneuerbaren unterstützen


Mit einer Steuer auf nukleare Brennelemente sollen die Kraftwerksbetreiber nach dem Willen der Bundesregierung künftig zur Haushaltkonsolidierung beitragen. Darüber hinaus sei zu prüfen, welche Beiträge die Unternehmen zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten könnten, sagte Merkel in Lingen.


Im Emsland besuchte die Bundeskanzlerin neben einem Gas- und Dampfkraftwerk auch ein Kernkraftwerk, ein modernes Kohlekraftwerk und ein neues Biomassekraftwerk:

In Emsbüren heizt der Blumenproduzent Emsflower seine energieintensiven Gewächshäuser mit eigener Biowärme aus Holzschnittabfällen aus der Umgebung. Gleichzeitig speist er grünen Strom ins öffentliche Netz – und sorgt dafür, dass eine neue Technologie massentauglich wird.

Industrien, die zusammenhängen


Mit Windparks, modernen konventionellen Kraftwerken und angeschlossenen Stahl- und Elektrofabriken sei die Region ein zukunftsweisendes Beispiel für einen intelligenten Energiemix, befand die Bundeskanzlerin. Schneller noch als Gasanlagen könnten Kernkraftwerke etwa wetterbedingte Kapazitätsschwankungen bei Wind- und Sonnenenergie ausgleichen.


Nicht zuletzt sorgten die um die Kraftwerke entstandenen industriellen „Cluster“ für wettbewerbsfähige Unternehmen und Arbeitsplätze. RWE-Chef Jürgen Grossmann bekräftigte, auch die Technologieführerschaft der deutschen Windkraftunternehmen sei letztlich auf den Verbund von Energie-, Stahl- und Elektroindustrien zurückzuführen. Insoweit könne die Region mir ihrem richtungsweisenden Energiemix sogar so etwas wie eine Blaupause für ein gesamtdeutsches Energiekonzept sein.

Technologie: auch eine gesellschaftliche Frage


„Ich mache diese Energiereise, weil die Bundesregierung beschlossen hat, auf einer rationalen Basis ein Energiekonzept für die nächsten Jahrzehnte zu erarbeiten“, erklärte Merkel im Gespräch mit Auszubildenden des Kernkraftwerks.


Auch die angehenden Energietechnikerinnen und -techniker wünschen sich gelegentlich eine sachlichere Diskussion des Themas. Wenn es auf die Kernenergie komme, werde die Debatte sehr schnell sehr emotional, hieß es. Die Kanzlerin pflichtete ihnen bei: Eine rationale Herangehensweise und eine wenig Technikfreundlichkeit seien für eine Technologie- und Exportnation unverzichtbar. Am Kraftwerksstandort Emsland zeige sich, dass es auf komplexe Fragestellungen keine einfachen Antworten geben könne.


Am Freitag setzt die Bundeskanzlerin ihre Energiereise fort. Ende September will die Bundesregierung das Energiekonzept für die nächsten Jahre und Jahrzehnte festlegen.

Am Kraftwerksstandort Lingen kann man besichtigen, wie verschiedene Energietechnologien ergänzend ineinandergreifen.

Das klassische Gaskraftwerk aus dem Jahr 1972 wird derzeit modernisiert. Damit steigert sich sein Wirkungsgrad von 40 auf 45 Prozent.

Das im April in Betrieb genommene neue Gas- und Dampfkraftwerk zählt zu den modernsten der Welt. Mit der industriellen Verwertung des nebenbei erzeugten Dampfes erzielt die Anlage einen beispiellosen Wirkungsgrad von 60 Prozent. Investitionsvolumen: 500 Millionen Euro.

Das benachbarte Kernkraftwerk Emsland ist seit 1988 am Netz. Es versorgt rund 3,5 Millionen Haushalt mit Strom. Innerhalb kurzer Zeit kann Kraftwerk seine Leistung deutlich erhöhen, um witterungsbedingte Leistungsabfälle der Wind- und Sonnenenergieproduzenten auszugleichen.

Zusammen stellen die drei Kraftwerk in Lingen Energie für mehr als sechs Millionen Haushalt her.

Donnerstag, 26. August 2010