Öffentlicher Gesundheitsdienst ist „Kernstück unserer Daseinsvorsorge“

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, überreicht Kanzlerin Merkel die Johann-Peter-Frank-Medaille.

Die BVÖGD-Vorsitzende Ute Teichert überreicht Kanzlerin Merkel die Johann-Peter-Frank-Medaille.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat heute Bundeskanzlerin Merkel die diesjährige Johann-Peter-Frank-Medaille verliehen. Der Verband verleiht die Medaille jedes Jahr an Personen, die sich in besonderer Weise für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eingesetzt haben.

Während der Corona-Pandemie habe Merkel stets die Herausforderungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hervorgehoben und auch die Arbeit der Gesundheitsämter bei jeder Gelegenheit gewürdigt, erklärte die Vorsitzende des BVÖGD, Ute Teichert. Die Kanzlerin hätte schnell erkannt, dass der Öffentliche Gesundheitsdienst eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie einnimmt. 

Teichert erklärte in Ihrer Laudatio: „Ich erinnere mich noch sehr genau: Ihre Schlussfolgerung lautete, dass sehr dringend eine finanzielle und nachhaltige Unterstützung der Gesundheitsämter benötigt wird, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Den Worten der Kanzlerin seien schnell Taten gefolgt, so der Verband. Im September 2020 beschlossen die Bundesregierung und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD-Pakt). 

Im ÖGD-Pakt stellt der Bund bis 2026 rund vier Milliarden Euro für Personal, Digitalisierung und moderne Strukturen zur Verfügung. „Der Öffentlichen Gesundheitsdienst ist ein ganz besonderes Kernstück unserer Daseinsvorsorge“, betonte die Kanzlerin in ihrer Dankesrede, „Daher ist es von großer Bedeutung, dass wir unter anderem den sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen haben, um Sie in digitaler und personeller Hinsicht besser ausrüsten zu können“.

Merkel: Auszeichnung ist auch Ermutigung

Die Johann-Peter-Frank-Medaille ist die höchste Auszeichnung des BVÖGD. Die Verleihung erfolgt seit 1972 an Personen, die sich in besonderem Maße für den ÖGD eingesetzt haben. Üblicherweise erfolgt die Verleihung während der Eröffnungsveranstaltung des jährlich stattfindenden Wissenschaftlichen Kongresses des BVÖGD mit mehreren hundert Teilnehmenden. Dieser fiel 2021 wegen der Corona-Pandemie jedoch aus. Daher fand die Ehrung heute im kleinen Kreis im Bundeskanzleramt statt.

„Ich fühle mich sehr geehrt mit dieser Medaille. Sie ist auch ein Stück Erinnerung an einen Abschnitt meiner politischen Tätigkeit, mit dem ich nicht gerechnet hatte, mit dem keiner von uns gerechnet hat, und deshalb auch Ermutigung, in den verbleibenden Tagen und Wochen meiner Amtszeit weiter noch gut zu arbeiten und dass wir gemeinsam Johann Peter Frank alle Ehre machen“ sagte Kanzlerin Merkel abschließend. 

Johann Peter Frank (1745 – 1821) gilt als Begründer der Sozialhygiene und der Öffentlichen Gesundheitsdienste. Als Arzt, Wissenschaftler, Hygieniker und Gesundheitsadministrator wirkte er ganz im Geist der Aufklärung. Er setzte sich dafür ein, dass der Staat die Bevölkerung durch die Bereitstellung angemessener Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie durch den hygienischen Umgang mit Trinkwasser vor Seuchen schützte.