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Kanzlerin besucht Roboterhersteller

Auf dem Weg zu Industrie 4.0

Roboter und neue Steuerungssysteme werden zukünftig in der industriellen Produktion eine große Rolle spielen. Bei einem Besuch der Kuka AG hat sich Kanzlerin Merkel über neue Technologien im Zeitalter von Industrie 4.0 informiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der KUKA AG. Roboter und Steuerungstechnologie für die Fabrik im Zeitalter von Industrie 4.0. Foto: Bundesregierung/Denzel

Roboter werden schon heute in vielen industriellen Bereichen eingesetzt: nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch in der Metallverarbeitung und der Medizintechnik.

In den Fabriken der Zukunft werden sie eine noch weitaus größere Rolle spielen. Ziel ist es, Roboter als intelligente Helfer des Menschen fest in der Produktion zu etablieren, so die Vision der Kuka AG. Das Augsburger Unternehmen ist einer der Markführer in der Herstellung von Industrierobotern.

Merkel zeigte sich beeindruckt bei ihrem Rundgang. Auf einer Führung über das Werksgelände erfuhr die Kanzlerin zum Beispiel, wie Roboter über das Smartphone einfach bedient und programmiert werden können. Thema war auch die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter etwa im Automobilbau.

Vernetztes Lernen

Der Weg in der Industrie 4.0 werde vorangehen, so die Kanzlerin: "Es wird nicht nur so sein, dass der eine Roboter selber einzelne Arbeitsgänge machen kann, sondern dass die Roboter Schritt für Schritt miteinander kommunizieren können."

Die daraus gewonnenen Informationen und Daten könnten dann wieder verarbeitet werden und zu Lerneffekten führen. Die hohe Komplexität, die sich aus einer derartigen Vernetzung ergebe, sei das eigentlich Spannende, stellte Merkel fest.

Plattform für die Industrie 4.0

Die politische Aufgabe bestehe jetzt darin, das richtige Umfeld zu schaffen, um Mittelständlern den Zugang zu den Möglichkeiten dieser Produktion zu geben. Andererseits müsse auch die Vernetzung der Roboter sowie die Verarbeitung und sichere Speicherung der Daten reguliert werden.

Deshalb habe die Bundesregierung die Forschungsministerin und den Wirtschaftsminister beauftragt, gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut eine Plattform für die Industrie 4.0 einzurichten.

"Wir brauchen dafür jetzt möglichst viele Akteure aus der Wirtschaft", unterstrich die Kanzlerin. Die Unternehmen müssten sagen, mit welchen Universitäten und Forschungseinrichtungen eine Zusammenarbeit sinnvoll sei und welche Forschungsschwerpunkte gesetzt werden sollten.

Denn eines sei klar, betonte die Kanzlerin: "Zum Schluss kann ja nicht jeder seinen eigenen Standard und seinen eigenen Roboterarm haben, der nur auf die eigene Software reagiert, sondern die Dinge müssen ja miteinander kompatibel sein."

Industrie 4.0 verbindet Maschinen und Produkte. Beide kommunizieren miteinander und integrieren individuelle Dienstleistungen in den Wertschöpfungsprozess. Industrie 4.0 führt das Beste aus zwei Welten zusammen: den Roboter mit seiner höheren Kraft und Präzision und den Menschen mit seiner überlegenen Kreativität.

Die vierte Industrielle Revolution – nichts anderes heißt Industrie 4.0 -  ist voll im Gange. Am Anfang stand die Dampfmaschine: Industrie 1.0. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam die arbeitsteilige Massenproduktion (Fließband) mit Hilfe elektrischer Energie hinzu: Industrie 2.0. Hundert Jahre später revolutionierten Computer die Fertigungstechnik und automatisierten die Produktion: Industrie 3.0.

Freitag, 13. März 2015