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9. Meseberger Zukunftsgespräch

Arbeit in Zeiten der Digitalisierung

Das Meseberger Zukunftsgespräch hat sich mit dem digitalen Wandel in der Arbeitswelt beschäftigt. Deutschland stehe vor großen Strukturumbrüchen, so Bundeskanzlerin Merkel. Darauf müsse man sich mit Blick auf die Sozialsysteme und die berufliche Weiterbildung vorbereiten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Finanzminister Olaf Scholz, BDI-Präsident Dieter Kempf und dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, in Meseberg. Bereits zum 9. Mal fand das Meseberger Zukunftsgespräch statt. Foto: Bundesregierung/Kugler

Für September kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein erstes Gesetz zur Nationalen Weiterbildungsstrategie an. Es soll Betrieben, die vom digitalen Wandel betroffen sind, ermöglichen, Weiterbildungen anzubieten - unterstützt von der Bundesagentur für Arbeit.

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt rasant. Für die Beschäftigten wird berufliche Weiterbildung immer wichtiger. Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärte, man wolle auch die Kompetenzen der Beschäftigte nutzen, um neue Qualifikationen zu entwickeln.

Seit 2010 lädt die Bundeskanzlerin die Sozialpartner - Spitzenvertreter von Wirtschafts-und Arbeitgeberverbänden sowie der Gewerkschaften - in das Gästehaus der Bundesregierung nach Schloss Meseberg bei Berlin ein.

Soziale Rechte erhalten

Die sozialen Auswirkungen der neuen Arbeitsformen waren das zweite Thema des Zukunftsgesprächs. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich über das sogenannte Crowdworking aus. Hier übertragen Unternehmen über Plattformen im Internet Arbeitsaufgaben an Menschen außerhalb. Die "Plattformökonomie" verändert die Zusammenarbeit von Auftraggeber und Auftragnehmer stark.

Es gelte, auf diese neuen Arbeitsformen die richtigen Antworten zu finden, "ohne diese Art der Wertschöpfung gleich von vornherein aus unserem Lande zu verbannen", so Merkel. Aber auch "ohne dass man jede Art von Regeln aufgibt".

Bundesfinanzminister Scholz ergänzte: "Wir müssen die Mystifizierung der Technik als Vorwand, soziale Rechte abzubauen, überwinden." Die Technik sei beeindruckend. "Aber es bedeutet nicht, dass unser Land weniger sozial werden muss." Es sei jetzt die Zeit dafür zu sorgen, dass sich das in den Bahnen einer sozialen Marktwirtschaft entwickle, so Scholz.

Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft leiteten die Diskussionsrunden ein. In diesem Jahr sprach Jan Marco Leimeister, Professor an den Universitäten Kassel und St. Gallen, über neue Formen der Arbeit. Ariane Reinhart und Hasan Allak von der Continental AG eröffneten die Diskussion zum Thema Weiterbildung im Zeitalter der Digitalisierung.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesprächs

Am 9. Meseberger Zukunftsgespräch nahmen folgende Vertreter der Wirtschaft teil: die Präsidenten des BDI, Dieter Kempf, des BDA, Ingo Kramer, des DIHK, Eric Schweitzer und des ZDH, Hans Peter Wollseifer.

Die Gewerkschaften waren vertreten durch die Vorsitzenden von DGB, Reiner Hoffmann, IG Metall, Jörg Hofmann, ver.di, Frank Bsirske, IG BCE, Michael Vassiliades und dbb, Ulrich Silberbach.

Neben der Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister Olaf Scholz nahmen die folgenden Bundesministerinnen und-minister teil: Peter Altmaier, Hubertus Heil, Franziska Giffey, Jens Spahn, Andreas Scheuer, Anja Karliczek und Helge Braun.

Bisherige Meseberger Zukunftsgespräche

Dienstag, 04. September 2018