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Zypern

Anstrengungen zur Wiedervereinigung Zyperns

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem zyprischen Präsidenten Demetris Christofias die Unterstützung Deutschlands auf dem Weg zu einer Lösung des Zypernkonflikts zugesichert. Merkels Besuch auf der Mittelmeerinsel war die erste Visite eines deutschen Regierungschefs in der Republik Zypern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsidenten Dimitris Christofias im Gespräch Bundeskanzlerin Merkel würdigte das hohe Maß an Kompromissbereitschaft Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Die Bundeskanzlerin würdigte ausdrücklich die Bemühungen von Präsident Christofias, die direkten Gespräche mit der türkischen Seite wieder in Gang zu bringen: "Wir schätzen ausdrücklich Ihren Mut und Ihre Kreativität", sagte Merkel. Leider werde diese Kompromissbereitschaft bislang "so noch nicht erwidert".  

Jede Seite muss sich bewegen 

Die Kanzlerin betonte, dass Deutschland auch die Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen unterstütze. Im Dialog mit der Türkei werde man auch künftig klar darauf hinweisen, dass der Prozess Fortschritte zeigen müsse, so die Kanzlerin. So wie Deutschland seien alle Mitgliedstaaten von EU und Nato gleichermaßen an einer Lösung des Zypernproblems interessiert. 

Nicht nur die eigene Erfahrung Deutschlands als eines früher geteilten Landes lasse die Bundesrepublik den notwendigen Versöhnungsprozess unterstützen. Dahinter stehe auch das Interesse an einer – derzeit nur begrenzt möglichen – Kooperation zwischen Nato und Europäischer Union in Bezug auf die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Im Übrigen sollten, unabhängig von deren Ausgang, die Verhandlungen zwischen der EU und der Türkei über einen möglichen Beitritt des Landes zur Europäischen Union fortgesetzt werden können. 

Merkel sagte, sie könne emotional "sehr gut nachvollziehen, was die Teilung bedeutet". Weil die historischen Hintergründe aber sehr unterschiedlich seien, könne der deutsche Wiedervereinigungsprozess letztlich kein Modell für Zypern sein. Deutschland sei gleichwohl bereit, seine Erfahrungen einzubringen: etwa bei der Lösung schwieriger Eigentumsfragen, bekräftigte Merkel. 

Treffen mit Deutschschülern aus Nord- und Südzypern 

Neben ihren politischen Terminen sprach die Bundeskanzlerin mit Studenten sowohl der griechischen als auch der türkischen Seite. In der Pufferzone zwischen Nord- und Südteil der Insel lernen sie am Goethe-Zentrum Deutsch – und einander besser verstehen. So leisten die kulturellen Veranstaltungen und Begegnungen einen wichtigen Beitrag zum Dialog der Kulturen. 

Deutschland hat 1960 als einer der Ersten unmittelbar nach der Gründung des Staates diplomatische Beziehungen zur Republik Zypern aufgenommen und ist ein wichtiger Wirtschaftspartner des Landes. Seit 1974 ist die Insel in den griechisch-zyprischen Süden –  die Republik Zypern – und den türkisch-zyprischen Norden geteilt. Die Republik Zypern im Süden ist seit 2004 EU-Mitglied. Der Konflikt zwischen den beiden Landesteilen behindert auch die Zusammenarbeit zwischen der EU und der Nato.

Dienstag, 11. Januar 2011