Ansprache von Bundeskanzlerin Merkel beim Empfang der Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Spiele in Vancouver und Whistler

Sehr geehrter Herr Präsident Bach,

Herr Präsident Beucher,

liebe Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Bundestags,

lieber Herr Staatssekretär,

vor allem Sie, liebe Sportlerinnen und Sportler!

Ich möchte Sie ganz herzlich hier im Bundeskanzleramt willkommen heißen. Ich freue mich natürlich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und dass Sie, da sich der Sommer endlich ankündigt, noch ein bisschen Glanz der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Vancouver und Whistler hier in das Bundeskanzleramt herein tragen.

Wir haben damals die Spiele mit Spannung verfolgt. Die Gesamtbilanz der deutschen Olympioniken und Paralympioniken kann sich sehen lassen: 23 Gold-, 18 Silber- und 13 Bronzemedaillen. Ich glaube, viele waren weit über unser Land hinaus beeindruckt, was für eine tolle Bilanz wir erzielt haben. Ich war jedenfalls sowohl mit meinem kanadischen Kollegen Stephen Harper als auch mit dem amerikanischen Präsidenten der Meinung, dass wir doch sehr erfolgreich waren.

Ich weiß, dass der Erfolg nicht von ungefähr kommt, sondern viel Schweiß und Nerven gekostet hat. Aber wir können sagen: Die Anstrengungen haben sich gelohnt. Sie können – und das werden Sie auch sein – durchaus auf das stolz sein, was Sie geleistet haben. Sie können gemeinsam mit Ihren Trainern und Betreuern stolz sein, die natürlich auch sehr, sehr viel Arbeit geleistet haben, aber auch mit den Verantwortlichen in den Verbänden und mit den Familien und Freunden, die auf manche Stunde der gemeinsamen Freizeitverbringung verzichten müssen, wenn Sie sich dem Sport widmen. Wie es immer so ist: Der Erfolg hat im wahrsten Sinne des Wortes viele Mütter und Väter. Allen sei dafür Dank.

Sie haben uns unglaublich viel Freude bereitet. Millionen von Menschen haben die Wettkämpfe verfolgt. Der Funke der Faszination dieser Winterspiele ist nach Deutschland übergesprungen. Das war nicht ganz selbstverständlich. Aber es ist schon toll, dass wir eine der führenden Wintersportnationen sind.

Ich glaube, Ihr Auftreten in Vancouver war auch deshalb ganz besonders wichtig, weil es auch eine gute Visitenkarte für die deutsche Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 war. Deutschland hat als Sportnation und Austragungsland schon öfters bewiesen, dass sich die internationale Sportfamilie bei uns wohlfühlen kann. Das haben wir zuletzt in einem großen Umfang bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im letzten Jahr gezeigt. Auch bei der Eishockey-Weltmeisterschaft war es wunderschön.

Die Bewerbungsgesellschaft München 2018 hat mit der Abgabe des Mini Bid Book – ein typisch deutsches Wort – im März sehr deutlich gemacht, dass Deutschland nicht nur ein großes Interesse an der Austragung hat, sondern dass wir auch Garant für anspruchsvolle Spiele sind. Deshalb arbeiten wir natürlich gemeinsam mit Blick auf den 6. Juli 2011 hin, an dem die IOC-Entscheidung fallen wird. Man muss ja werben und trotzdem alles so machen, wie es die Regeln des IOC vorschreiben. Das alles ist gar nicht so einfach.

Wir werden diese Bewerbung weiterhin nach Kräften unterstützen. Ich weiß nicht, wer heute hier der oder die Jüngste ist. Vielleicht ist 2018 manch einer noch mit dabei. Das wäre doch ein anspruchsvolles Ziel, ordentlich weiter zu trainieren, um noch eine Chance im eigenen Land zu haben.

Noch einmal ganz, ganz herzlich willkommen. Es ist eine große Ehre, dass Sie heute bei uns zu Gast sind. Wir wissen, wie viel Disziplin, Kraft, aber auch Nervenstärke und Konzentration Spitzensport bedeutet. Damit sind Sie Vorbilder auch für viele, die sich in anderen Berufen und anderen Tätigkeiten jeden Tag anstrengen. Ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie diese Vorbilder sind.