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Wettbewerb "startsocial"

Alle gewinnen durch Engagement

Bundeskanzlerin Merkel hat den Startsocial-Sonderpreis 2016 an den Verein "Heimatsucher" verliehen. "Der Blick in die Vergangenheit hilft auch, die Zukunft verantwortungsbewusst zu sehen und sie gut zu gestalten", so Merkel. Sie hat 25 soziale Initiativen für ihr soziales, zivilgesellschaftliches Engagement geehrt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Verleihung des Preises startsocial mit den Preisträgerinnen des Sonderpreises der Bundeskanzlerin. Gegen Antisemitismus und Rassismus: Der Verein Heimatsucher macht mit "Zweitzeugen" Geschichte nachfühlbar für nachfolgende Generationen. Foto: Bundesregierung/Steins

Bürgerschaftliches Engagement bereichere Deutschland mit Herz, Verstand und Tatendrang, sagte Merkel in ihrer Rede.

Viele Menschen setzen sich in Deutschland für das Gemeinwohl ein. Sie unterstützen Jugendliche beim Einstieg in das Berufsleben, leisten Trauernden Beistand oder betreuen ehrenamtlich Pflegebedürftige. "Dass ein solches Engagement unglaublich wertvoll ist, wissen wir. Gerade im letzten Jahr hat sich das auch noch einmal am Beispiel der Aufnahme von Flüchtlingen gezeigt. Das war eine ganz besondere Demonstration der Kraft unseres Ehrenamtes", so Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Begrüßung der Teilnehmer des Wettbewerbs.

 "startsocial – Hilfe für Helfer" ist kein Wettbewerb wie jeder andere. Es gibt weder Sieger noch Besiegte, sondern alle gewinnen. Es ist ein Wettbewerb, der – bereits zum zwölften Mal – auf der einen Seite guten Willen und auf der anderen Seite Sachverstand auf praktische und kreative Art und Weise zusammenbringt.

Wirtschaftliches Know-how für soziale Ideen

Das Kernanliegen des Wettbewerbs sei es, dass Profis und Ehrenamtliche zusammengebracht werden, "damit aus guten Ideen in der Realität auch gute Projekte werden." Denn das Gute zu wollen, bedeute nicht immer zu 100 Prozent, dass "das Gute auch schon gemacht wurde", sagte Merkel.

Merkel unterstrich, dass es mittlerweile mehr als 1.200 ehrenamtliche Initiativen gebe, denen Beratungsstipendien von startsocial zugutegekommen seien. In diesem Jahr habe es mit 400 Bewerbungen eine Rekordzahl gegeben. Und so verschieden die Inhalte und Ziele der Projekte auch sind, "sie zeigen eines, nämlich wie positiv sich freiwilliges Engagement auswirken kann, und zwar für alle Beteiligten", so Merkel.

Die Idee hinter "startsocial": Soziale Projekte entstehen oft aus einer tollen Idee und viel gutem Willen. Dieses Potenzial soll durch fachliche Beratung aus der Wirtschaft erfolgreicher werden. Wie kann man für ein Projekt weitere Aufmerksamkeit bekommen? Wie werden Spenden effizient eingesetzt? Diese Fragen lassen sich im Austausch zwischen sozialen Initiativen und Wirtschaftsunternehmen ganz konkret beantworten.

Die Preisträger des Wettbewerbs

Die 25 überzeugendsten Initiativen wurden ins Kanzleramt eingeladen. Sieben herausragende Projekte erhielten dabei Geldpreise von jeweils 5.000 Euro.

Gewinner des diesjährigen Sonderpreises der Bundeskanzlerin ist die Düsseldorfer Initiative "Heimatsucher". Der Verein ist ein "Zweitzeugenprojekt", das die Überlebensgeschichten des Holocaust durch Weitererzählen vor dem Vergessen bewahren will. Junge Menschen sollen gezielt für die Gefahren von Rassismus und Antisemitismus sensibilisiert werden.

Aber auch die anderen Preisträger engagieren sich „mit Herz, Verstand und Tatendrang“, so Merkel: Die "Mobilen Retter" lokalisieren über eine App bei einem Notfall medizinisch qualifizierte Ersthelfer in der Nähe. Das Projekt "Inklusion muss laut sein" kümmert sich um Barrierefreiheit bei Kulturveranstaltungen. Und der Verein "Belziger Forum" setzt sich gegen Rechtsextremismus ein

Und gleich drei Preisträger engagieren sich (auch) in der Flüchtlingshilfe: "Start with a friend" bringt geflohene Menschen mit Einheimischen zusammen und unterstützt die Geflüchteten bei ihren ersten Schritten in Deutschland. Die Studenteninitiative "Koblenz lernt" bietet sozial benachteiligten Kindern und Flüchtlingskindern kostenlose Nachhilfe. Und der von Jurastudenten gegründete Verein "Refugee Law Clinic Munich" bietet Flüchtlingen eine kostenlose, individuelle Rechtsberatung in ihrer Muttersprache an.

Teilnehmen an dem Wettbewerb "startsocial - Hilfe für Helfer" können Initiativen, die - vorrangig durch ehrenamtliches Engagement - an der Lösung eines sozialen Problems arbeiten. Die besten 100 Projektkonzepte erhalten ein viermonatiges Beratungsstipendium. Dieses beinhaltet, dass Experten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und sozialen Institutionen individuell mit den Stipendiaten an der Umsetzung und Weiterentwicklung ihrer Initiative arbeiten.
Im Anschluss an das Beratungsstipendium werden die besten sozialen Initiativen nach Berlin eingeladen und prämiert. Sechs herausragende Projekte erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro. Ein Projekt erhält den Sonderpreis der Bundeskanzlerin, die gleichzeitig Schirmherrin des Wettbewerbs ist.

Mittwoch, 15. Juni 2016