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Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

"Wir sind attraktiv, wenn wir innovativ sind"

"Zu einem guten Ende gehört auch ein guter Beginn." Mit diesen Worten verabschiedete Bundeskanzlerin Merkel den früheren Voith-Chef Hubert Lienhard, der seinen Vorsitz beim Asien-Pazifik-Ausschuss (APA) an Siemens-Chef Joe Kaeser übergab. Die Kanzlerin nutzte den Anlass, um einen Blick auf die erfolgreichen Handelsbeziehungen mit Asien und auf kommende Herausforderungen zu werfen.

Angela Merkel sitzt zwischen dem APA-Vorsitzenden Hubert Lienhardt und dem künftigen Vorsitzenden Joe Kaeser Die Kanzlerin im Gespräch mit APA-Vorsitzenden Hubert Lienhardt (l.) und seinem Nachfolger Joe Kaeser (r.). Foto: Bundesregierung/Steins

Die Kanzlerin wies auf grundlegende Veränderungen in der Weltwirtschaft hin. Der Handel mit den asiatisch-pazifischen Staaten sei deutlich gewachsen. Die hohen Wachstumsraten in vielen asiatischen Ländern bedeuten gleichzeitig "einen großen Wettbewerb für uns", betonte Merkel.

Handelsbeziehung mit Asien weiter ausbauen

Alle seien sich einig über die große Bedeutung Asiens für die deutsche Wirtschaft, betonte Merkel. Die Handelsbeziehungen weiterhin auszubauen und zu verbessern sei gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft.

Die Errungenschaften der letzten Jahre seien beachtlich, befand die Kanzlerin:

  • Durchschnittliches jährliches Wachstum von 6 Prozent im Handel zwischen Deutschland und den asiatisch-pazifischen Staaten.
  • Über 15 Prozent der deutschen Ausfuhren gingen in diese Region.
  • Die deutschen Direktinvestitionen in den asiatisch-pazifischen Raum sind in den Jahren zwischen 2011 und 2016 um etwa 50 Prozent gestiegen und belaufen sich auf weit über 170 Milliarden Euro.

Als Gemeinschaftsinitiative der Trägerverbände BDI, DIHK, OAV, BGA und Bankenverband bündelt der Asien-Pazifik-Ausschuss (APA) wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Anliegen der deutschen Wirtschaft mit Interessen in der Region. Hauptveranstaltung ist die gemeinsam mit den Außenhandelskammern und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) regelmäßig an einem Standort in der Region organisierte Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft.

Langfristig strategisch planen

"Wir spüren ja alle, dass sich im Augenblick tektonische Verschiebungen ergeben", sagte Merkel. Diese müssten am besten multilateral austariert werden - entscheidend sei jedoch: "Man muss sie annehmen", betonte die Kanzlerin. Asien werde als Akteur bei der Gestaltung der Globalisierung immer wichtiger.

Merkel skizzierte die großen Herausforderungen für den freien Welthandel - etwa die Moderniesierung der Welthandelsorganisation oder den Abbau von Handelshemmnissen. "Der APA erweist sich bei all diesen Bemühungen als treibende Kraft", lobte Merkel.

Merkel verwies auf Systemunterschiede bei der Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft. In Deutschland sei es "aus guten Gründen" üblich, dass sich der Staat auf das Setzen von Leitplanken beschränke. Viele Länder, darunter vor allem asiatische Staaten, setzten hingegen auf eine verstärkt staatlich gesteuerte, strategische Planung, die weit über die Legislaturperioden hinausgeht. "Diesen Entwicklungen", so Merkel, "können wir uns nicht vollständig entwinden". Dies könne die gemeinsame Ausarbeitung einer strategischen Planung nötig machen. 

Europäische Industriestrategie im Blick

Mit Blick auf diese Herausforderung verwies Merkel auf die kürzlich von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorgestellte Industriestrategie 2030. Auf dem Europäischen Rat im März wolle sie über eine mögliche industrielle Strategie für Europa sprechen. Klar sei: Politik und Wirtschaft müssten "sehr eng zusammenarbeiten, ohne die jeweilige Aufgabe aus den Augen zu verlieren".

Für Deutschland bleibe die Innovationsfähigkeit das A und O: "Wir sind als Standort nicht attraktiv, weil wir als Deutsche nett oder sonst liebe Menschen sind, sondern wird sind attraktiv, wenn wir innovativ sind", so Merkel deutlich. Politik und Wirtschaft sollten gemeinsam daran arbeiten, "ein Stück der Dynamik Asiens auch in unsere Reihen und in unser Land zu tragen".      

Mittwoch, 27. Februar 2019