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Tag der deutschen Einheit

"Wiedervereinigung ist diplomatisches Meisterwerk"

"Ich empfinde tiefe Freude, dass wir gemeinsam den Tag der Deutschen Einheit feiern als Bürgerinnen und Bürger eines deutschen Staates", so die Bundeskanzlerin. Die mutigen Bürger der DDR und die Diplomatie hätten die Wiedervereinigung ermöglicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck im Gespräch mit der Bevölkerung. Herzlicher Empfang zur zentralen Feier in Hannover: Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck. Foto: Bundesregierung/Schacht

Zum Festakt in Hannover erinnerte Bundeskanzlerin Angela Merkel daran, dass die Wiedervereinigung insbesondere ein Verdienst der Friedlichen Revolution sei. Ohne den Mut der Bürgerinnen und Bürger, die 1989 auf die Straße gingen, hätte es keine freien Volkskammerwahlen in der DDR und keine Wiedervereinigung gegeben.

Erfolgreiche diplomatische Verhandlungen

Die Bundeskanzlerin würdigte die schwierigen Verhandlungen der damaligen Bundesregierung und der letzten Regierung der DDR mit den vier Alliierten. Durch sie wäre der Weg in die Wiedervereinigung frei geworden. Die Alliierten hatten überzeugt werden können, dass die internationale Stabilität durch die Wiedervereinigung nicht gefährdet würde. Deutschland bliebe ein friedliebender Bündnispartner der Nato und in der europäischen Union. Auch die Sowjetunion konnte überzeugt werden, dass die deutsch-sowjetischen Beziehungen eine neue Qualität erreichen würden.

Diese Überzeugungsarbeiten seien "diplomatische Meisterwerke", sagte die Bundeskanzlerin.

Viel erreicht

Die Ostdeutschen hätten sich von der Wiedervereinigung vor allem Freiheit erhofft - und eine Verbesserung ihres ganz alltäglichen Lebens. Merkel: "Heute können wir feststellen, dass sich die meisten Hoffnungen erfüllt haben." Natürlich bleibe noch viel zu tun. Hier nannte die Bundeskanzlerin den weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit und die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in den ostdeutschen Ländern. Positiv vermerkt die Kanzlerin: Der Trend der Abwanderung von den ostdeutschen in die westdeutschen Bundesländer "scheint gestoppt!"

Neuregelung der Finanzbeziehungen nach 2020

Die Bundeskanzlerin stellte fest, dass es im Bundesgebiet wirtschaftlich attraktive und strukturschwache Regionen gäbe. Deshalb müsse es der Bundesregierung gelingen, die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern nach dem Ende des Solidarpaktes 2020 neu zu ordnen. Ziel sei es, finanzielle Brüche in Ostdeutschland zu vermeiden und ein System zu entwickeln, von dem alle strukturschwache Regionen profitieren.

Lernen aus der Geschichte

In Anbetracht der verheerenden Krisen weltweit betonte die Kanzlerin, dass Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Weltoffenheit, Toleranz und Menschenrechte immer wieder neu gewonnen, behauptet und verteidigt werden müssten. Die Erfahrungen von 1989 und 1990 könnten helfen, denn sie hätten gezeigt: "Alles ist möglich."

Freitag, 03. Oktober 2014