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Business20- und Labour20-Dialogforum

"Vernetze Welt muss kräftig zusammenhalten"

Die G20-Staaten trügen besondere Verantwortung, weil sie für drei Viertel der globalen Wirtschaftsleistung stünden, so die Kanzlerin auf dem B20-Wirtschaftsgipfel. Merkel bezog klar Position gegen Protektionismus. Auf dem Labour20-Forum der Gewerkschaften standen Regeln für eine faire Globalisierung und für digitales Arbeiten im Fokus.

Handschlag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein Ziel der Dialogforen war, mit Wirtschaft und Gewerkschaften Regeln für eine faire Globalisierung zu diskutieren. Foto: photothek

"Allein die Existenz der G20 bedeutet, dass Abschottung und Protektionismus Wege in die Sackgasse, aber nicht Wege nach vorne sind." Das bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem B20-Dialogforum in Berlin.

"Wer versucht, sich internationalem Wettbewerb zu entziehen, kann sich vielleicht kurzfristige Vorteile versprechen", warnte Merkel, ohne Länder zu nennen. "Aber mittel- und langfristig wird die eigene Innovationsfähigkeit geschwächt." Deshalb seien Freiheit und Offenheit in der Wirtschaft so wichtig.

Stabilität der Weltwirtschaft fördern

Deutschland werde sich in seiner G20-Präsidentschaft dafür einsetzen, Maßnahmen zur Eindämmung globaler Risiken zu entwickeln, kündigte die Kanzlerin an. Dies bedeute, Stabilität und Resilienz der Weltwirtschaft zu fördern, Institutionen zu stärken sowie sich für gemeinsame Standards für globale öffentliche Güter zu engagieren.

Die Kernthemen der G20 für ein starkes, nachhaltiges, ausgewogenes und inklusives Wachstum würden fortgesetzt. Auch das Halten des Erreichten sei manchmal schon ein Erfolg, betonte die Bundeskanzlerin.

Hilfreiche Empfehlungen für Politik

Merkel zeigte sich dankbar für das große Engagement der Wirtschaftsvertreter. Die Politik habe konstruktive, hilfreiche Empfehlungen vom Business20-Gipfel erhalten. Schließlich sei der Dialog mit der Zivilgesellschaft von zentraler Bedeutung für einen erfolgreichen Verlauf des G20-Gipfels in Hamburg.

Nachhaltiges Wachstum als Ziel

Auf dem Labour 20-Treffen in Berlin bekräftigte Kanzlerin Merkel, es sei wichtig, dass die L20 einheitliche Forderungen herausarbeiteten. "Die vernetze Welt muss kräftig zusammenhalten", forderte Merkel. Auch wenn Lebensverhältnisse und politische Systeme in den Ländern höchst unterschiedlich seien.

Bei den L20 stehe das Thema Arbeit im Fokus, es gehe vor allem um Arbeitsbedingungen und Arbeitsmöglichkeiten. Es gehe darum, ob der Lohn reicht, um eine Familie zu ernähren. Und darum, ob die Digitalisierung Arbeitsplätze überflüssig mache.

Deshalb setze sich die G20 seit jeher für stetiges und möglichst nachhaltiges Wachstum ein. "Was in einem Land passiert, beeinflusst alle", forderte Merkel.

Offene Märkte für Wohlstand

"Es geht um die Menschen, nicht um die Gewinnmaximierung der Finanzmärkte", bekräftigte die Bundeskanzlerin. Der zunehmende wirtschaftliche Wohlstand müsse auch den wirtschaftlich schwächeren Ländern zugutekommen. Ziel der G20 ist ein starkes, ausgewogenes, nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum.

Eine gemeinsame Handelspolitik sei enorm wichtig. "Wer also solche Wertschöpfungsketten behindert oder gar durchtrennt, wer auf Abschottung und Protektionismus setzt, der schadet allen Beteiligten", so die Kanzlerin.

Transparenz bei Abkommen wichtig

Bei internationalen Wirtschaftsabkommen gehe es auch um die Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern. Hierbei sei Transparenz sehr wichtig, führte Merkel aus. Es gebe viele private Initiativen, die sich für Tarifverhandlungen entlang von Lieferketten einsetzten. Sie begrüße, dass die Tarifpartner in Deutschland sehr vielfältige Tarifverträge schlössen: für Löhne, Ausbildung, Qualifizierung und mehr.

Mittwoch, 05. Juli 2017