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Bürgergespräch

"Ich bitte Sie um Ihre Meinung"

Ob Lerncoaching, e-Learning oder Bafög: beim Bürgergespräch in Heidelberg drehte sich alles um die Frage "Wie wollen wir lernen?"

Bundeskanzlerin Merkel spricht mit den Teilnehmern des Bürgerdialogs in Heidelberg Bürgergespräch in Heidelberg Foto: Bundesregierung/Kugler

„Normalerweise fragen Sie mich aus, heute frage ich Sie um Ihre Meinung“, begann Bundeskanzlerin Angela Merkel das Bürgergespräch in Heidelberg. Kernthema war die Zukunftsfrage: „Wie wollen wir lernen?“

Vorschläge und Ideen zum "Lernen", "Internet" und "Gemeinsinn" waren gefragt – und wurden lebhaft diskutiert. Denn Lernen betrifft unser ganzes Leben – vom Kleinkind bis zum Senioren. Wir alle lernen täglich hinzu: am Arbeitsplatz, in der Familie, im Verein und im Internet.

Wissenstransfer und Kompetenzerwerb

In Heidelberg spielten die Themen Wissensvermittlung und Anerkennung von Kompetenzen eine große Rolle. Der „Kompetenzpass“ wurde bereits in den Vorgesprächen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern stark diskutiert.

Franziska Geiger-Heindl vom Caritasverband Heidelberg brachte den Vorschlag im Gespräch mit der Bundeskanzlerin dann direkt ein. Kompetenzen, auch wenn sie auf ungewöhnlichen Wegen erworben wurden, müssten beruflich stärker anerkannt werden. Zustimmung im Publikum: Jung und Alt, vom Jura-Studenten bis zum emeritierten Professor, vom Handwerksmeister bis zum Bundeswehr-Offizier - fast alle gesellschaftliche Gruppen waren in Heidelberg vertreten.

Viele Vorschläge und Ideen

„Junge Menschen in Elternzeit sind viel zu oft abgekoppelt von der beruflichen Weiterbildung und haben dadurch Karrierenachteile. Ein Bürgerbildungszentrum könnte diese Lücke schließen“, meinte Peter Wilhelm aus Dossenheim.

Er reichte seinen Vorschlag in Heidelberg nicht nur schriftlich ein, sondern nutzte die Chance, seine Idee der Bundeskanzlerin direkt zu schildern. Er setzte sich aber nicht nur für eine bessere Verknüpfung von Bildung im Internet (online) und in Lerngruppen (offline) ein, sondern wünschte sich auch einen verbesserten Zugang zu öffentlichen Datenbanken.

Eine stärkere Förderung der sprachlichen Bildung von jungen Migranten, dafür warb Ingrid Dietrich. Als ehemalige Professorin der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sprach sie sich gegen selektive Schulstrukturen und für individuelle Sprachförderung aus.

„Wir brauchen ein Klima der Akzeptanz“, betonte sie und wies auf die ehrenamtlichen Initiative „wellcome“ hin. Die Heidelberger Initiative unterstützt Migrantenfamilien durch ehrenamtliche Lern- und Integrationspatinnen und –paten.

Drittes Bürgergespräch in Bielefeld

Das Heidelberger Bürgergespräch war das zweite von insgesamt drei Diskussionsveranstaltungen und ist Teil des „Dialogs über Deutschlands Zukunft“. Bürgerinnen und Bürger können sich daran auch im Internet beteiligen. Letzter Veranstaltungsort ist Bielefeld (28. März) zum Thema „Wovon wollen wir leben?“. Zudem wird es im Frühsommer auch noch einen Dialog mit Jugendlichen und eine internationale Tagung geben.

Mittwoch, 14. März 2012