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Bürgerdialog

"Ich bin hier, um Sie zu hören"

Es war das erste Bürgergespräch direkt mit der Bundeskanzlerin: Angela Merkel hat sich in Erfurt mit 100 Bürgerinnen und Bürgern über die Zukunft Deutschlands ausgetauscht. Gemeinsames Thema war die Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“

Bundeskanzlerin Merkel umgeben von Bürgerinnen und Bürgern In der Diskussion Foto: Bundesregierung

Im Erfurter Kaisersaal sprachen die Bürgerinnen und Bürger eineinhalb Stunden direkt mit der Regierungschefin. „Erfurt ist ja eine sympathische, aber auch eine vielfältige Stadt“, hatte Merkel das Gespräch eröffnet. Sie sei gekommen, um auf die Bürger zu hören. Auch wegen der mittleren Größe habe sie sich für Erfurt als ersten Austragungsort der Bürgergespräche entschieden. Sämtliche Altersgruppen vom Schüler bis zum Senioren waren vertreten. Ihre Anliegen reichten von altersgerechter Beschäftigung bis zu Zugängen für barrierefreies Wohnen.

Mehr Chancen auf dem Land

Die meisten Thüringer leben im ländlichen Raum, sodass auch eine der ersten Fragen den Menschen auf dem Land galt. Wie könne das Leben auf dem Dorf und in kleineren Städten weiter modern und angenehm bleiben? Sie nehme das Anliegen auf, sagte Merkel: „Vergessen wir die ländlichen Räume nicht.“ Die Herausforderungen reichten von Einkaufsmöglichkeiten bis hin zur Breitbandversorgung.

Eine weitere Teilnehmerin regte bessere Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Tätigkeiten an: Wie könne man das Ehrenamt – zum Beispiel im Bundesfreiwilligendienst – besser bei der Rente berücksichtigen? Lassen sich Haftungsfragen günstiger gesetzlich regeln – etwa ein Ausschluss für fahrlässig verursachte Schäden?

Ein junger Rollstuhlfahrer wünschte sich mehr barrierefreie Zugänge zu Wohn- und Geschäftshäusern. Merkel zeigte Verständnis und räumte ein, es werde noch einige Jahre dauern, bis man dieses Ziel erreicht habe.

Das Erfurter Bürgergespräch war das erste von dreien und Teil des „Dialogs über Deutschlands Zukunft“. Bürgerinnen und Bürger können sich daran auch im Internet beteiligen. Die beiden weiteren Veranstaltungsorte sind Heidelberg (14. März) und Bielefeld (28. März). Zudem wird es auch einen Dialog mit Jugendlichen und eine internationale Tagung geben.

Mittwoch, 29. Februar 2012