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Merkel bei DEHOGA Branchentag

"Gelebte Gastfreundschaft ist Ihr Beruf!"

Restaurants, Biergärten und Hotels tragen ganz wesentlich zur Lebensqualität in Deutschland bei. Auf dem Branchentag des Deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes in Berlin würdigte Bundeskanzlerin Merkel diese Betriebe als "öffentliche Wohnzimmer unseres Landes".

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf dem Branchentag des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Merkel: Das Hotel- und Gaststättengewerbe schafft sehr viele zukunftsfähige Arbeitsplätze. Foto: Bundesregierung/Steins

In ihrer Rede stellte Merkel dem Gastgewerbe auch weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen in Aussicht. Als Beispiele nannte sie die Regelung der Erbschaftssteuer für Betriebsweitergaben, die Begrenzung der EEG-Umlage beim Strom sowie die Ausbildungsperspektiven junger Fachkräfte.

Ein Dankeschön an die Branche

"Gelebte Gastfreundschaft ist sozusagen Ihr Beruf, selbst dann, wenn Sie arbeiten müssen und andere ihren Urlaub oder Feierabend genießen", so die Bundeskanzlerin. Deshalb werde sie das Thema Arbeitszeitregelung mit Blick auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie gerne noch einmal aufnehmen.

In ihrer wöchentlichen Videobotschaft hatte Merkel den Tourismus als "Visitenkarte" gelobt, die den Ruf Deutschlands in der Welt präge. "Wir können stolz sein: Deutschland ist das zweitbeliebteste Reiseziel in der Europäischen Union." Nur Spanien habe mehr Besucher.

Jobmotor Gastgewerbe

Merkel würdigte auch das Beschäftigungsplus der Branche: Das Hotel- und Gaststättengewerbe schaffe "sehr viele zukunftsfähige Arbeitsplätze". Allein in den vergangenen zehn Jahren seien in Gastronomie und Hotellerie rund 200.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden.

An vielen Stellen bestünden mehr Ausbildungskapazitäten als jugendliche Bewerber. "Deshalb liegt mir sehr daran, dass wir eine neue Ausbildungsallianz hinbekommen, die die Ausbildung von jungen Fachkräften in Augenschein nimmt." Ziel seien "zukunftsfähige Arbeitsplätze im Gastgewerbe", erklärte die Kanzlerin.

Mindestlohn ja, Steuersenkung nein

Merkel verteidigte den gesetzlichen Mindestlohn. Eine gute Fachkräfteversorgung hänge letztendlich auch mit der Bezahlung zusammen. Allerdings dürfe der Mindestlohn kein Jobkiller werden. Deshalb werde die Bundesregierung die Auswirkungen des Mindestlohns auf dem Arbeitsmarkt genau beobachten.

Den Forderungen der Branche nach Steuersenkungen erteilte die Kanzlerin eine Absage: "Ich kann Ihnen das im Augenblick nicht in Aussicht stellen." Es gebe zwar rationale Argumente dafür, auch angesichts der Wettbewerbslage in Europa. Steuersenkungen seien aber auch mit Einnahmeverlusten verbunden.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) ist der Branchenverband der Hoteliers und Gastronomen in Deutschland. Hinter dem DEHOGA steht mit dem Gastgewerbe ein starkes Stück mittelständischer Wirtschaft: Mehr als eine Million Beschäftigte und mehr als 100.000 Auszubildende in 240.000 Betrieben erwirtschaften einen Jahresnettoumsatz von 57,2 Milliarden Euro.

Dienstag, 11. November 2014