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Deutschland/Ecuador

"Deutschland möchte ein guter Partner sein"

Seit Alexander von Humboldt vor 200 Jahren die Naturwelt Ecuadors erforscht hat, verbinden Deutschland und das lateinamerikanische Land enge Beziehungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach mit Ecuadors Präsident Rafael Correa im Kanzleramt darüber, wie sie die Zusammenarbeit beider Länder vertiefen können.

Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Correa schreiten die militärischen Ehren ab Militärische Ehren: Kanzlerin Merkel und der Präsident der Republik Ecuador Correa Foto: Bundesregierung/Denzel

Nach dem Gespräch umriss die Kanzlerin die Themen, die gegenwärtig von besonderer politischer Bedeutung sind: Freihandelsabkommen, Investitionsschutzabkommen und berufliche Bildung.

Merkel und Correa sprachen auch über die Lage in Lateinamerika insgesamt. Die Frage der bilateralen Beziehungen und auch die Frage der Beziehungen zu Lateinamerika seien von "eminentem Interesse". "Deutschland möchte ein zunehmend guter Partner sein", so die Kanzlerin.

EU-Freihandelsabkommen mit Ecuador

Ecuador hat ein Interesse daran, dem bestehenden Freihandelsabkommen der EU mit Kolumbien und Peru beizutreten. Deutschland möchte – so Merkel - zur positiven Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Ecuador beitragen. "Ich habe von meiner Seite aus gesagt, dass wir auch noch einmal mit der Europäischen Kommission sprechen werden, um vielleicht einen Impuls dafür zu geben, dass diese Verhandlungen doch noch erfolgreich durchgeführt werden können", sagte sie.

Stabile rechtliche Bedingungen für Wirtschaftsabkommen

Weiterhin ging es um die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit und damit um den Abschluss deutsch-ecuadorianischer Investitionsschutzabkommen. "Wir brauchen stabile rechtliche Rahmenbedingungen", so die Kanzlerin. Es würden weitere Gespräche zwischen Deutschland und Ecuador zu diesem Thema stattfinden.

Die deutsche Wirtschaft habe auch, so Merkel, Interesse am Ausbau der Infrastruktur wie Flughäfen und Straßen. Die Kanzlerin hob weiter die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung hervor. Sie nannte als Beispiel die Berufsbildungsschule in Quito, die an der dortigen Deutschen Schule beheimatet ist.

Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit

Ein Schwerpunkt in den bilateralen Beziehungen ist die Entwicklungszusammenarbeit. Auf Basis zwischenstaatlicher Verträge arbeiten beide Staaten seit etwa 50 Jahren eng zusammen. Angesichts des globalen Klimawandels kommt dem Erhalt der Tropenwaldbestände große Bedeutung zu. Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber in der Entwicklungszusammenarbeit mit Ecuador.

Im Oktober 2012 fanden Regierungsverhandlungen zur Zusammenarbeit in den nächsten drei Jahren in Quito statt. Dabei wurden für die Bereiche "Umwelt- und Ressourcenschutz" sowie "Dezentralisierung und Modernisierung des Staatsaufbaus" insgesamt 60,9 Mio Euro zugesagt, jährlich also 20,3 Millionen Euro. Die Gesamthilfe beläuft sich auf rund 600 Millionen Euro.

Mittwoch, 17. April 2013