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Kanzlerin empfängt Sternsinger

Könige in wichtiger Mission

Zum 13. Mal hat Bundeskanzlerin Merkel die Sternsinger empfangen. "Was ihr mitbringt, dass ist Gottes Segen - und dafür möchte ich euch ganz herzlich danken", sagte die Kanzlerin. 108 Jungen und Mädchen sind aus ganz Deutschland angereist, um der Regierungschefin in Berlin den Segen zu überbringen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt im Bundeskanzleramt Sternsingern aus allen deutschen Bistümern. Bereits das 13. Mal empfing die Kanzlerin Sternsinger aus ganz Deutschland. Foto: Bundesregierung/Zahn

Die Sterne funkeln, die Kronen glänzen, die Gewänder sind bunt und prächtig - es ist nicht zu übersehen: Die Sternsinger sind unterwegs in der Bundeshauptstadt. Aus allen Himmelsrichtungen sind die Sternsinger-Delegationen angereist. Seit 1984 bringen sie Jahr für Jahr ihren Segen "Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus" in das Bundeskanzleramt.

Bundesweit eröffnet wurde die Aktion Dreikönigssingen bereits am 29. Dezember in Trier - zum nunmehr 60. Mal. Beispielland der Sternsinger-Aktion gegen Kinderarbeit ist in diesem Jahr Indien. "Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!" heißt das Leitwort.

Kinder helfen Kindern

Drei Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren stellten der Bundeskanzlerin die diesjährige Sternsinger-Aktion mit dem Lied "Kinder helfen Kindern" vor - verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar. Sie berichteten der Bundeskanzlerin von den vielen Kindern - weltweit etwa 152 Millionen - die arbeiten gehen müssen, um ihre Familien zu ernähren. Geschätzt ein Drittel der arbeitenden Kinder zwischen fünf und 14 Jahren kann keine Schule besuchen.

Besonders in Indien ist Kinderarbeit trauriger Alltag. Ein Großteil der Familien arbeitet in der Glasindustrie. Rund 200.000 Kinder – viele im Kindergartenalter – schmelzen von früh morgens bis spät abends Rohlinge zusammen oder verzieren fertige Reifen mit Steinchen und Glitter. Dabei atmen sie ständig giftige Dämpfe ein. Wichtigstes Ziel der Sternsinger ist deshalb, dass mehr Kinder zur Schule gehen können, anstatt arbeiten zu müssen.

Anschließend überreichten die Kinder der Kanzlerin eine Sternsingertasche - "garantiert ohne Kinderarbeit", so ein kleiner König. Zusammen mit der Bundeskanzlerin feierten und sangen die Mädchen und Jungen aus den 27 katholischen Bistümern, bevor sie zum Abschluss ihren Segen mit gesegneter Kreide im Kanzleramt hinterließen: 20*C+M+B+18.

Politik muss bei Kinderarbeit "am Ball bleiben"

"Ihr wollt als Sternsinger selbst Lichtblick und Hoffnungsschimmer sein. Und das singt ihr nicht nur, das tut ihr auch", freute sich Merkel über den königlichen Besuch. Der Einsatz der Sternsinger gegen Kinderarbeit lege "den Finger in die Wunde". Denn die Zahl der arbeitenden Kinder weltweit habe sich in den letzten Jahren so gut wie nicht verändert.

Die Bundesregierung habe sich mit 73 Millionen US-Dollar an einem Programm zur Abschaffung von Kinderarbeit beteiligt, das die Internationale Organisation für Arbeit (ILO) aufgestellt hat, so Merkel. Die Kanzlerin erinnerte auch daran, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr einen Aktionsplan beschlossen hat, um Kinder- und Jugendrechte in der Entwicklungszusammenarbeit in den Mittelpunkt zu stellen. "Wir müssen aber immer weiter am Ball bleiben", betonte die Bundeskanzlerin.

Sternsinger im Kanzleramt - eine lange Tradition

Bundeskanzlerin Merkel feierte bereits zum 13. Mal mit den jungen Sternsingern im Kanzleramt. Die Kinder stehen stellvertretend für die Mädchen und Jungen, die sich rund um das Dreikönigsfest in mehr als 10.000 katholischen Pfarrgemeinden und Einrichtungen engagieren.

Mittlerweile gehört dieser besondere Besuch zur festen Tradition in Deutschland. Seit kurzem ist das Sternsingen sogar im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes festgeschrieben. 300.000 Kinder und Jugendlichen sind in diesen Tagen als Sternsinger im ganzen Land unterwegs.

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sie sich zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 haben Mädchen und Jungen aus 10.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

Montag, 08. Januar 2018