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Bundeskanzlerin auf Energiereise

Do, 26.08.2010
Energiereise der Kanzlerin
Foto: REGIERUNGonline/Denzel
Besuch beim Bürgerwindpark
Heute setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Informationsreise fort. In ganz Deutschland macht sich die Kanzlerin derzeit ein Bild über Stand und Entwicklung der regenerativen Energien. In Gesprächen mit Fachleuten will sie erfahren, wie die Menschen die Herausforderungen der Zukunft im Energiebereich sehen. Nach der Windbranche sind jetzt die Kraftwerkstechnologien dran.

Hintergrund der Reise ist das umfassende Energiekonzept, dass die Bundesregierung derzeit erarbeitet. Ende September wird die Bundesregierung Eckpunkte dieses Konzepts vorlegen.

Deshalb ist die Bundeskanzlerin auf "Energiereise" und besucht mehrere Energiestandorte in ganz Deutschland. In Gesprächen mit Mitarbeitern von Energieunternehmen, Zulieferbetrieben, Kommunen und Forschungseinrichtungen informiert sie sich über die verschiedenen Facetten der Energiewirtschaft.

Im Mittelpunkt der Reisen stehen vier Punkte:

  • Stand und Entwicklung der erneuerbaren und fossilen Energieerzeugung und  verschiedener Technologien

  • Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz zur Verwirklichung der ambitionierten Klimaschutzziele der Bundesregierung

  • Chancen der innovativen Energietechnologien "Made in Germany" auf den internationalen Märkten und

  • die Bedeutung der Energiewirtschaft für die regionale Entwicklung.

Gemeinsam ins regenerative Zeitalter

„Das Thema Energie wird nach der Sommerpause ganz besonders in den Vordergrund treten“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Dabei gehe es vor allem um die Frage, aus welchen Quellen das Industrieland Deutschland künftig seine Energie beziehen wird.

„Und wie wir am besten gemeinsam mit Bürgern, Wirtschaft und Politik das Ziel erreichen, das da ‚regeneratives Zeitalter‘ heißt“, so Seibert weiter. Regeneratives Zeitalter bedeutet: Die regenerativen, also erneuerbare Energien machen den Hauptteil unserer Versorgung aus. 

Tortendiagramm zur Bruttostromerzeugung Foto: BMWi Bruttostromerzeugung in Deutschland 2009

Bereits in den letzten Jahren hat der Anteil der erneuerbaren Energien kontinuierlich zugenommen. Gegenwärtig macht ihr Anteil am Energiemix rund 16 Prozent aus.

Sicher und klimafreundlich

Ziel des Energiekonzepts der Bundesregierung ist sichere und klimafreundliche Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen. Sicher bedeutet dabei: Zu jedem Zeitpunkt  ist der Strombedarf für das Industrieland Deutschland gedeckt. Die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten muss sich in Grenzen halten.

Klimafreundlich wiederum heißt, dass die Bundesregierung ihr ambitioniertes Klimaziel erreichen will: bis 2020 den CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken.

Laufzeiten sind nicht alles

Ein wichtiger Schwerpunkt der Reise ist die Stromerzeugung. Die Besuche unterschiedlicher Anlagen spiegeln den breiten deutschen Mix bei der Stromerzeugung wider, mit wachsenden Anteilen erneuerbarer Energien.

„Das zeigt, dass die Diskussion in den Medien in der letzten Wochen, die sich nur auf die Verlängerung von Atomlaufzeiten gedreht hat, höchstens einen Teil des Energiekonzepts widerspiegelt,“ erklärte der Regierungssprecher.

Bundeumweltminister Norbert Röttgen und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle begleiten die Bundeskanzlerin auf Teilen ihrer Reise.

Mit allen Kräften: Wind, Wasser, Sonne, Biogas, Kohle und Atom

Zum Auftakt am 18. August ging es um die Windenergie. Die Bundeskanzlerin informierte sich in Mecklenburg-Vorpommern beim Windpark Ravensberg/Krempin und bei der Rostocker Nordex SE über die Rolle der Windkraft. Außerdem erfuhr sie mehr über den technologischen Stand und die Exportchancen der deutschen Windbranche.

Am 19. August besuchte Merkel die Europäische Energiebörse in Leipzig (EEX, European Energy Exchange). Hier informierte sie sich über das Handelsgeschehen bei Strom, Gas und CO2-Zertifikaten. Denn eine wettbewerbsfähige Energieversorgung ist auf einen reibungslosen Stromgroßhandel angewiesen.

Der Besuch verschiedener Kraftwerke steht am 26. August auf dem Programm der Kanzlerin. Sie wird ein Kernkraftwerk, ein neues, hocheffizientes Gas- und ein Dampfturbinen-Kraftwerk in Lingen besuchen. Außerdem besichtigt die Kanzlerin eine Bioenergie-Heizkraftanlage in Emsbüren, einen Kohlekraftwerksneubau in Lünen und einen Wasserkraftwerksneubau in Rheinfelden.

Mit dem Familienunternehmen Voith in Heidenheim wird die Bundeskanzlerin, nach Nordex in Rostock, ein weiteres innovatives Unternehmen besuchen: Das zeigt ebenfalls beispielhaft, wie erfolgreich deutsche Unternehmen im Energiebereich national und im Export sind.

Am 27. August wird die Bundeskanzlerin ihre Reise mit der Besichtigung eines Plus-Energiehauses abschließen. Mit dem Modellhaus hat ein Studententeam der Technischen Universität Darmstadt im vergangenen Jahr den renommierten Wettbewerb „Solar Decathlon“ gewonnen. Hier zeigt sich, wie sich der Energieverbrauch in Deutschland besser abstimmen und senken lässt. Das Haus veranschaulicht die hohen Effizienz- und Innovationspotentiale von Gebäuden. Es zeigt, welch zukunftsweisende Ideen an deutschen Forschungseinrichtungen entwickelt und umgesetzt werden.