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Kostbare Arbeit abseits des Rampenlichts

Do, 30.04.2009
Bundeskanzlerin Merkel mit ihren Gästen
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Foto: REGIERUNGonline/Bergmann
Sie stehen selten im Rampenlicht – die vielen Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe, die Tag für Tag Familien und Kinder in schwierigen Situationen unterstützen. Um ihnen für ihre unverzichtbare Arbeit zu danken, lud Bundeskanzlerin Angela Merkel stellvertretend 200 Jugendhelfer ins Bundeskanzleramt ein.

Unter dem Motto "Gemeinsam geht’s – Profis helfen Eltern und Kindern" diskutierte die Bundeskanzlerin mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eltern- und Familienbildung.  
 
Sie wolle zeigen, so die Bundeskanzlerin, dass sie und die Bundesregierung diese Arbeit nicht nur als unersetzlich für unsere Gesellschaft ansähen, sondern auch überaus schätzten. Sie wisse, wie viel Einsatz notwendig sei, um wirklich den Schicksalen von in Not geratenen Familien gerecht zu werden.
 

Nicht nur in klassischen Zuständigkeiten denken

 
Die Arbeit mit Menschen sei fundamental für den Zusammenhalt, so Merkel. Es sei daher gut zu wissen, dass "Profis" da seien. Ihre Arbeit finde zu sehr im Schatten statt. Notwendig sei aber, die Vernetzung voranzutreiben und das Engagement nach außen sichtbarer zu machen. Allein ein Blick auf den demografischen Wandel in Deutschland mache es erforderlich, Jugendhilfe und Elternbildung mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
 
Auch ein Durchbrechen der klassischen Zuständigkeiten und eine bessere Kommunikation zwischen den einzelnen Ausbildungsstufen könnte der Förderung der Kinder dienlich sein, sagte die Bundeskanzlerin.
 

"Eltern mit ins Boot holen"

 
Edeltraut Schmid, Leiterin einer Förderschule in Behrenhoff in Mecklenburg-Vorpommern, berichtete über ihre Arbeit mit schwer erziehbaren Kindern. "Wir versuchen, die Eltern mit ins Boot zu holen." Man müsse ihnen Mut machen, dass sie die Erziehung ihrer Kinder tatsächlich auch bewältigen könnten, so die engagierte Lehrerin. "Bildung vermitteln und Hilfe leisten, beides gehört zusammen", so Schmid. Dazu müssten die Lehrer auch Unterstützung aus anderen Bereichen erfahren.
 
Über ihre Erfahrungen im Mehrgenerationenhaus Oase in Bad Oldesloe erzählte Wiebke Finck. Auch in Ostholstein setzen sie auf die Stärkung der elterlichen Kompetenz sowie auf die Wertevermittlung in der Familie. Man habe ein offenes Haus geschaffen, wo Interessierte ihre Probleme und Anliegen ansprechen könnten, so Finck.
 

Begegnungshäuser schaffen

 
Überforderte Eltern brauchen Ermutigung, sich an diejenigen zu wenden, die Hilfe leisten können. Dazu ist ein gut ausgebautes System von Einrichtungen, an die man sich wenden kann, notwendig. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl davon. Auch die Bundesregierung hat wichtige Beiträge dazu geleistet - etwa mit der Stärkung der frühkindlichen Betreuung sowie der Einrichtung von Mehrgenerationenhäusern.
 
Und die Bundesregierung setzt sich bei den Ländern und Kommunen entschieden dafür ein, bei Bildung und in der Kinder- und Jugendhilfe keine finanziellen Abstriche zu machen. Für diese Bereiche zur Förderung der kommunalen Infrastruktur stellt der Bund auch zwei Drittel seiner Gelder aus den Konjunkturpaketen zur Verfügung.
    

Kinder sind unsere Zukunft

 
Die Bundeskanzlerin ermunterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Erfahrungen und Ideen in die Politik einzubringen, sei es in den Kommunen, auf Landes- oder auf Bundesebene. "Ihre Anliegen sind auch meine Anliegen", sagte Merkel.
 
Ihr Wunsch: Möglichst alle Kinder sollen selbstbewusst und glücklich heranwachsen  und voller Selbstvertrauen sagen können: "Ich bin die Zukunft unseres Landes".