Viel Spaß mit "Emil und die Detektive"
Di, 10.02.2009
Foto: REGIERUNGonline/Kühler
"Vorleserin" Bundeskanzlerin Angela Merkel
Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels spornt seit fünfzig Jahren Schulkinder in ganz Deutschland zum Lesen an. Zum Jubiläum lud Bundeskanzlerin Angela Merkel sechzig Berliner Schülerinnen und Schülern zu einer Lesestunde ins Kanzleramt ein.
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Bundeskanzlerin Merkel beim Vorlesewettbewerb"Liebe Bücherwürmer", begrüßte die Bundeskanzlerin die Schülerinnen und Schüler in der Skylobby des Kanzleramtes. Sie freute sich über die rege Teilnahme von Kindern an dem Vorlesewettbewerb. "15 Millionen Kinder haben teilgenommen, das sind vier mal so viel Menschen wie in Berlin wohnen", sagte die Kanzlerin. "Das ist eine tolle Sache".
Kinder leben heute ganz anders als vor 50 Jahren, als der Wettbewerb zum ersten Mal stattfand. Die Kanzlerin machte sogleich die Probe aufs Exempel, fragte, wer kein Handy dabei habe. Nur wenige Hände gingen in die Höhe. Trotz der neuen Medien sei Lesen "ganz, ganz wichtig". "Lesen beflügelt die Phantasie", so die Kanzlerin.
Emil mal im Kanzleramt
Und so setzte sich die Bundeskanzlerin zu den Kindern und las selbst aus Erich Kästners Roman "Emil und die Detektive". Aufmerksam verfolgten kleine wie große Zuhörerinnen und Zuhörer die Geschichte von Emil Tischbein.
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Bundeskanzlerin Merkel vor Schülergruppe
Erich Kästners Roman hat seit seinem Erscheinen im Herbst 1929 ganze Generationen von Kindern begeistert. Wie kaum ein anderes Buch hat es Kinder und Jugendliche zu Leserinnen und Lesern gemacht.
Dicke Bücher im Urlaub
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Bundeskanzlerin Merkel liest vorAußer der Kanzlerin haben auch die Bundessieger 2008 Justina Kämpf aus Sachsen und Kai Gies aus Berlin im Kanzleramt vorgelesen. Am Ende der Vorlesestunde blieb noch Zeit für Fragen. Und Fragen hatten die Kinder viele an die Bundeskanzlerin.
Ob sie denn überhaupt noch Zeit zum Lesen fände, wollte ein Junge wissen. Für kürzere Bücher schon, ein dickes Buch müsse manchmal bis zum Weihnachtsurlaub warten, sagte die Kanzlerin. Sie selber lese gerne russische Autoren, wie Tolstoi. Aber auch Sigfried Lenz gehört zu ihren Lieblingsautoren. "Beim Lesen kommt man in eine andere Welt hinein", sagte die Kanzlerin. Als Kind habe sie gerne Erich Kästner gelesen und die Märchen von den Gebrüder Grimm.
Spontan erfüllte die Kanzlerin noch die Autogrammwünsche der Kinder. Dann musste sie los. Der Regierungssprecher drängte, der nächte Termin stand an: Die Ernennung des neuen Wirtschaftsministers. "Ich muss zum Bundespräsidenten", sagte die Kanzlerin und fügte hinzu: "Das ist der einzige Ort, wo man nicht zu spät kommen darf."
50 Jahre Vorlesewettbewerb
Mit der Veranstaltung im Bundeskanzleramt unter dem Motto "Vorleser sind Vorbilder" startet der diesjährige Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Veranstalter sind überzeugt, dass Kinder Bücher frühzeitig als Selbstverständlichkeit und Bereicherung erleben sollten. Nur souveräne Leserinnen und Leser entwickeln sich zu kompetenten Nutzern aller weiteren Medien.
Der Vorlesewettbewerb findet seit 1959 jedes Jahr statt. Ein prominenter Fürsprecher der Initiative war Erich Kästner, der sich selbst für die Idee des Wettbewerbs einsetzte. Inzwischen beteiligen sich alljährlich rund 700.000 Schülerinnen und Schüler. Buchhandlungen, Bibliotheken und andere kulturelle Einrichtungen haben in den vergangenen fünfzig Jahren fast 140.000 Veranstaltungen ausgerichtet, an denen über 15 Millionen Kinder aktiv teilnahmen.