Alle Teilnehmer bekräftigten im Abschlussdokument, dass sie den Erfolg der nächste Woche in Bonn stattfindenden UN-Konferenz zur Artenvielfalt wollen. Darüber hinaus haben sie ein Bekenntnis zum erfolgreichen Abschluss der Klimaverhandlungen für das Kyoto-Nachfolgeabkommen abgelegt. „Dies ist von großer Bedeutung auch gegenüber den anderen Schwellenländern wie China und Indien“, sagte die Kanzlerin.
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Trotz des starken Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre in Lateinamerika - um jeweils fünf Prozent - besteht weiterhin eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Lateinamerika ist der Kontinent mit der weltweit ungleichsten Einkommensverteilung. Etwa 47 Millionen Menschen leben dort in extremer Armut. Das heißt, sie müssen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen.
Die Bundeskanzlerin betonte auf einem Gipfelforum zum Thema, Armutsbekämpfung stärke neben Menschenrechten auch die innere Sicherheit. Um die Armut zu besiegen, brauche man Bedingungen, die nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglichten und Aufstiegschancen für jedermann böten. Darüber hinaus müssen auch die großen Lebensrisiken wie Krankheit, Alter und Arbeitslosigkeit solidarisch abgesichert sein. Sie sah in dem Modell der sozialen Marktwirtschaft auch ein Chance für Lateinamerika.
Deutschland werde seine Hilfszusagen für die Armutsbekämpfung einhalten, versicherte Merkel. Sie erinnerte daran, dass die Vereinten Nationen sich zur Jahrtausendwende eine Halbierung der Zahl in extremer Armut lebender Menschen vorgenommen habe.
Die Herstellung von Biosprit war auch auf dem Gipel ein wichtiges Thema. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Lateinamerika-Reise. "Es geht dabei nicht um einen europäischen Protektionismus", machte die Kanzlerin deutlich. Es ginge vielmehr darum, einen Konflikt zwischen der Lebensmittelproduktion und den Biokraftstoffen zu lösen.
Die lateinamerikanischen Länder hätten betont, dass genug landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Biosprit-Rohstoffen vorhanden seien. "Wir wollen sicher stellen, dass es keine Waldrodungen für Biokraftstoffe gibt und die Arbeitsbedingungen sozialverträglich sind", sagte Merkel.
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Am Rande des Gipfels führte die Bundeskanzlerin mehrere bilaterale Gespräche, so mit den Präsidenten Fernando Lugo aus Paraguay, Evo Morales aus Bolivien und Rafael Correa aus Ecuador. Dabei ging es insbesondere um Handelsfragen.
Sowohl mit den Staaten des Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Venezuela) als auch mit den Andenstaaten (Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru) möchte die EU gerne Assoziierungsabkommen schließen. Da jedoch einige Staaten in der Entwicklungszusammenarbeit und in Handelsfragen weiter gehen möchten als andere, denkt man über eine „opting-out-Möglichkeit“ nach. Danach könnten die Staaten einen unterschiedlichen Grad der Bindung mit der EU eingehen.
Das Fazit der Kanzlerin: „Der Gipfel war sehr nützlich und weiterführend." Die Kooperation mit Lateinamerika sollte in der täglichen Arbeit der EU stets gegenwärtig sein.
Die Gipfelkonferenzen sollen die 1999 begonnene strategische Partnerschaft der beiden Regionen vertiefen. 27 EU-Mitgliedstaaten und 33 Staaten aus Lateinamerika und der Karibik sowie die EU-Kommission nahmen in Lima teil. Es war der 5. EU-Lateinamerika-Gipfel. Die Gipfel finden alle zwei Jahre statt. Der nächste Gipfel findet 2010 in Europa statt.
Die Beziehungen der EU zu LateinamerikaReisenotizen 1: FlugReisenotizen 2: BrasiliaReisenotizen 3: Sao PauloReisenotizen 4: Lima