Unterwegs

Fortschritt im Einklang mit der Natur

Do, 15.05.2008
Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Garcia winken vor dem Regierungspalast
Foto: REGIERUNGonline/Bergmann
Herzlicher Empfang in Peru
Deutschland und Peru haben zwei staatliche Abkommen geschlossen: Sie wollen bei der Drogenbekämpfung und bei den regenerativen Energien enger zusammen arbeiten. Auf der zweiten Station ihrer Lateinamerikareise betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass es ein wachsendes Feld der Umweltkooperation mit spannenden Projekten gebe.

So wird Deutschland auf Wunsch Perus beim Aufbau eines Umweltministeriums helfen. „Wir werden Experten schicken, um unsere Erfahrungen mit einzubringen“, versprach die Kanzlerin nach einer Unterredung mit dem peruanischen Präsidenten Alán García.

Die Kanzlerin, die selbst einmal Umweltministerin war, begrüßte die Schaffung eines solchen Ministeriums. Es sei wichtig, „wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit der Natur hinzubekommen“.

Ein Wasserkraftwerk in der Wüste

Bundeskanzlerin Merkel hält ihre Rede vor dem Plenum Foto: REGIERUNGonline/Bergmann Rede beim Wirtschaftsgipfel

Aber nicht nur im staatlichen Bereich, sondern auch auf dem privatwirtschaftlichen Sektor wurde im Beisein der Kanzlerin eine deutsch-peruanische Kooperation unterzeichnet: Mit dem Bau eines Wasserkraftwerks sollen über 30.000 Hektar Neuland in der Wüste gewonnen werden. Dort wird künftig Zuckerrohr für Bioethanol angebaut. 400 Millionen US-Dollar privater Investitionen fließen in das Projekt.

Solche Vereinbarungen zum gegenseitigen Nutzen will die Kanzlerin fördern: „Wir wollen mittelständischen Unternehmen eine Chance geben“, sagte sie beim anschließenden EU-Lateinamerika Wirtschaftsgipfel in Lima.  

Die Rede im Wortlaut

Wohlstand für alle

Die EU ist der wichtigste Investor in Lateinamerika. Die Unternehmen bräuchten aber für ihre Investitionen auch „verlässliche Rahmenbedingungen“, machte Merkel deutlich. Sie fühle sich dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet, das solche Rahmenbedingungen bietet. Dieses Modell bedeute einen geordneten Wettbewerb, bei dem kleine und mittlere Unternehmen eine Chance hätten. Ohne diese rechtliche Ordnung komme es zu Monopolbildungen und das sei nicht gerecht.

Bundeskanzlerin Merkel und Peru´s Präsident Garcia umarmen sich nach der Ordensverleihung Foto: REGIERUNGonline/Bergmann Ordensverleihung

„Wir haben miteinander die Aufgabe, das Wirtschaftswachstum so zu gestalten, dass die Menschen wirklich daran teilhaben können“, sagte sie. Wachstum sei nur gut, wenn es auch bei den Menschen ankommt. „Darüber werden wir bei dem Gipfel reden.“

Pressekonferenz Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Garcia

Die Sonne von Peru

Am Abend bekam die Kanzlerin von der peruanischen Regierung den Orden „El Sol del Perú“ verliehen. Damit werden Menschen für ihre besonderen Verdienste im Bereich der Kunst, Literatur und Politik ausgezeichnet. Die Bundeskanzlerin erhielt die höchste Stufe, die nur sehr selten vergeben wird. Unter anderem bekamen sie Willy Brandt und Ludwig Erhard: der Begründer der Sozialen Marktwirtschaft.  


Peru
ist seit langem einer der größten Empfänger deutscher wirtschaftlicher Zusammenarbeit in Lateinamerika. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Zusammenarbeit circa zwei Milliarden Euro Gesamtleistungen erhalten.

Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind: Demokratie, Dezentralisierung, Zivilgesellschaft und Reform der öffentlichen Verwaltung. Auch Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, nachhaltige ländliche Entwicklung und der Schutz natürlicher Ressourcen gehören dazu.