So wird Deutschland auf Wunsch Perus beim Aufbau eines Umweltministeriums helfen. „Wir werden Experten schicken, um unsere Erfahrungen mit einzubringen“, versprach die Kanzlerin nach einer Unterredung mit dem peruanischen Präsidenten Alán García.
Die Kanzlerin, die selbst einmal Umweltministerin war, begrüßte die Schaffung eines solchen Ministeriums. Es sei wichtig, „wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit der Natur hinzubekommen“.
Foto: REGIERUNGonline/Bergmann
Aber nicht nur im staatlichen Bereich, sondern auch auf dem privatwirtschaftlichen Sektor wurde im Beisein der Kanzlerin eine deutsch-peruanische Kooperation unterzeichnet: Mit dem Bau eines Wasserkraftwerks sollen über 30.000 Hektar Neuland in der Wüste gewonnen werden. Dort wird künftig Zuckerrohr für Bioethanol angebaut. 400 Millionen US-Dollar privater Investitionen fließen in das Projekt.
Solche Vereinbarungen zum gegenseitigen Nutzen will die Kanzlerin fördern: „Wir wollen mittelständischen Unternehmen eine Chance geben“, sagte sie beim anschließenden EU-Lateinamerika Wirtschaftsgipfel in Lima.
Die Rede im Wortlaut
Die EU ist der wichtigste Investor in Lateinamerika. Die Unternehmen bräuchten aber für ihre Investitionen auch „verlässliche Rahmenbedingungen“, machte Merkel deutlich. Sie fühle sich dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet, das solche Rahmenbedingungen bietet. Dieses Modell bedeute einen geordneten Wettbewerb, bei dem kleine und mittlere Unternehmen eine Chance hätten. Ohne diese rechtliche Ordnung komme es zu Monopolbildungen und das sei nicht gerecht.
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„Wir haben miteinander die Aufgabe, das Wirtschaftswachstum so zu gestalten, dass die Menschen wirklich daran teilhaben können“, sagte sie. Wachstum sei nur gut, wenn es auch bei den Menschen ankommt. „Darüber werden wir bei dem Gipfel reden.“
Pressekonferenz Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Garcia
Am Abend bekam die Kanzlerin von der peruanischen Regierung den Orden „El Sol del Perú“ verliehen. Damit werden Menschen für ihre besonderen Verdienste im Bereich der Kunst, Literatur und Politik ausgezeichnet. Die Bundeskanzlerin erhielt die höchste Stufe, die nur sehr selten vergeben wird. Unter anderem bekamen sie Willy Brandt und Ludwig Erhard: der Begründer der Sozialen Marktwirtschaft.
Peru ist seit langem einer der größten Empfänger deutscher wirtschaftlicher Zusammenarbeit in Lateinamerika. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Zusammenarbeit circa zwei Milliarden Euro Gesamtleistungen erhalten.
Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind: Demokratie, Dezentralisierung, Zivilgesellschaft und Reform der öffentlichen Verwaltung. Auch Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, nachhaltige ländliche Entwicklung und der Schutz natürlicher Ressourcen gehören dazu.