(Hinweis: Die Ausschrift des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultanübersetzung.)
BK’IN MERKEL: Herr Präsident, meine Damen und Herren, an diesem Ort wurde 1937 ein Konzentrationslager errichtet. Nicht weit von diesem Ort liegt Weimar, ein Ort, an dem Deutsche wunderbare Beiträge zur europäischen Kultur geschaffen haben. Nicht weit also von dem Ort, an dem sich einst Künstler, Dichter und Denker trafen, herrschten hier, in diesem Lager, fortan Terror, Gewalt und Willkür.
Zu Beginn unseres gemeinsamen Besuchs der Gedenkstätte Buchenwald haben der amerikanische Präsident und ich vor dem Denkmal für alle Opfer gestanden. Wenn man eine Hand auf das Denkmal legt, spürt man, dass es erwärmt ist, erwärmt auf 37 Grad. Das ist die Temperatur eines Menschen, wenn er lebt. Hier aber war kein Ort des Lebens, hier war ein Ort des Todes.
Unfassbarkeit, Entsetzen – es gibt kein Wort, um unsere Empfindungen über das zu beschreiben, was so vielen Menschen hier und in den anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern des nationalsozialistischen Terrors grausam widerfahren ist. Ich verneige mich vor allen Opfern.
Für uns Deutsche bleibt die quälende Frage nach dem "Warum?": Warum konnte so etwas geschehen, warum konnte so etwas von Deutschland über Europa und die Welt gebracht werden? Uns Deutschen bleibt deshalb der unbedingte Wille, alles zu tun, dass so etwas nie wieder geschieht.
Am 25. Januar dieses Jahres haben die Präsidenten der Häftlingsverbände der Konzentrationslager ihr Vermächtnis der Öffentlichkeit übergeben. Dieses Vermächtnis schließt mit den Worten: "Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen."
Dieser Appell der Überlebenden formuliert die besondere Verantwortung, mit der wir Deutschen uns unserer Geschichte stellen müssen. Für mich sind am heutigen Tag deshalb drei Botschaften wichtig:
Zunächst möchte ich betonen: Wir Deutschen verstehen es als Teil unserer Staatsräson, die immer währende Erinnerung an den Zivilisationsbruch durch die Shoah wach zu halten. Nur so können wir unsere Zukunft gestalten. Ich bin deshalb sehr dankbar dafür, dass in dieser Gedenkstätte gerade auch der Dialog mit jüngeren Menschen im Mittelpunkt steht, durch Gespräche mit Zeitzeugen, durch Dokumentationen und durch ein breites Bildungsangebot.
Zweitens ist es sehr wichtig, die Erinnerung daran wachzuhalten, welch große Opfer erbracht werden mussten, um den Terror des Nationalsozialismus zu beenden und seine Opfer und alle Menschen von ihm zu befreien. Deshalb danke ich dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, ausdrücklich dafür, dass er gerade diese Gedenkstätte besucht. Das gibt mir die Gelegenheit, an dieser Stelle noch einmal zu unterstreichen: Wir Deutschen werden nicht vergessen, dass wir die Chance zum Neuanfang, zu Frieden und Freiheit nach dem Krieg der Entschlossenheit, dem Einsatz und ? ja, auch das ? dem Blutzoll der Vereinigten Staaten und all derer zu verdanken haben, die an ihrer Seite als Alliierte oder Widerstandskämpfer standen.
Über eine auf die Zukunft gerichtete Partnerschaft konnten wir als Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft wieder Fuß fassen. In dieser Partnerschaft lag schließlich auch der Schlüssel dafür, 1989 die schmerzliche Teilung unseres Landes und unseres Kontinents zu überwinden.
Wir gedenken heute der Opfer dieses Ortes. Dies schließt das Gedenken der Opfer des so genannten "Speziallagers 2" mit ein, des Internierungslagers, das die sowjetische Militäradministration hier von 1945 bis 1950 unterhielt. Darin erlagen viele tausend Menschen den Strapazen unmenschlicher Haftbedingungen.
Drittens möchte ich hier in Buchenwald die Verpflichtung herausstellen, die für uns Deutsche aus unserer Vergangenheit erwächst: Wir treten ein für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Wir gehen gegen Terror, Extremismus und Antisemitismus vor. Im Bewusstsein dieser Verantwortung setzen wir uns für Frieden und Freiheit ein, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika und unseren Partnern, Freunden und Verbündeten. Ich danke Ihnen.
P OBAMA: Bundeskanzlerin Merkel und ich haben soeben unseren Rundgang in Buchenwald beendet. Ich möchte Dr. Volkhard Knigge ganz herzlich danken. Er hat umfassend über das Lager berichtet, und ich freue mich sehr, dass mein Freund Elie Wiesel und Herr Bertrand Herz auf diesem Rundgang mit dabei waren. Sie sind beide Überlebende.
Wir haben uns auch das Kleine Lager angeschaut. Dort waren Elie und Bertrand. Es gibt auch ein Foto von diesem Lager, und auf diesem Foto ist wirklich Elie im Alter von 15 Jahren zusammen mit anderen zu sehen. Wir waren im Krematorium. Wir haben die Öfen, den Stacheldraht, die Wachtürme und auch die Grundrisse der Baracken gesehen, in denen die Menschen unter unvorstellbaren Bedingungen leben mussten. Wir haben uns auch die Gedenktafel angeschaut. Wie Bundeskanzlerin Merkel erwähnt hat, ist diese Platte auf 37 Grad erwärmt. Das ist die Temperatur des menschlichen Körpers.
Nach all dieser Zeit ist dieser Ort immer noch voller Horror und Schrecken. Elie hat beim Rundgang gesagt: "Wenn die Bäume nur erzählen könnten!" Es ist angesichts des Horrors, der hier passiert ist, etwas ironisch, dass die Landschaft hier so schön ist. Wir sind auch 60 Jahre nach diesen Taten weiterhin entsetzt, und ich werde das, was ich heute hier gesehen habe, nicht vergessen können.
Ich habe als kleiner Junge von diesem Ort erfahren. Mein Großonkel hat davon erzählt. Er war Teil der 98. Infanteriedivision und gehörte zu den ersten Amerikanern, die ein Konzentrationslager erreicht habe. Sie haben Ohrdruf, ein Unterlager von Buchenwald, befreit. Ich habe die Geschichte schon erzählt: Er kam aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause zurück, war in einem Schockzustand und grenzte sich ab. Er verbrachte Wochen und Monate alleine, weg von Familie und Familienangehörigen. Er konnte diese Bilder gar nicht vergessen. Man kann heute durchaus noch nachvollziehen, wie es zu einem solchen Schockzustand kommen konnte.
General Eisenhower hat diesen Impuls zum Schweigen auch verstanden. Er hat die Überlebenden gesehen, hat von den schrecklichen Lebensbedingungen aus erster Hand erfahren und hat auch gesagt, dass man vielleicht zu schockiert sei, um das, was man gesehen hat, zu beschreiben. Ähnlich ging es auch meinem Großonkel. Er wusste, dass das, was hier passiert ist, unvorstellbar war. General Eisenhower meinte, wenn die Leichen weggetragen worden sind, würde vielleicht niemand glauben, dass dies passiert ist. Aus diesem Grunde mussten die Einwohner aus den umliegenden Orten das Lager besuchen. Auch Journalisten wurden eingeladen. Viele fotografische Aufnahmen wurden gemacht. General Eisenhower wollte gewährleisten, dass man in der Lage ist, aus erster Hand von diesen Ereignissen zu berichten, falls es irgendwann in Zukunft die Versuchung geben sollte, diese Entwicklung der Propaganda zuzuschreiben.
Es gibt auch heutzutage Menschen, die behaupten, der Holocaust habe nie stattgefunden. Dieser Ort ist natürlich der endgültige Beweis dafür, dass das nicht richtig ist. Wir haben auch die Pflicht, diejenigen zu konfrontieren, die Lügen über unsere Geschichte verbreiten. Wir müssen gegen jede Form der Intoleranz vorgehen. Dadurch werden wir alle geschmälert. Wir haben auch in diesem Jahrhundert Fälle von Foltermorden gesehen, von Dörfern, die niedergebrannt worden sind, und von Vergewaltigungen, die als Kriegswaffe eingesetzt wurden. Hier an diesem Ort erfahren wir erneut, dass wir immerwährend wachsam sein müssen. Wir müssen auch den Gedanken ablehnen, dass das Leid von anderen nicht unser Problem sei.
Wir denken heute über die menschliche Fähigkeit, Böses zu tun, nach. Gleichzeitig sollte man an die Fähigkeit denken, Gutes zu vollbringen. Ungeheuerliche Taten sind hier geschehen, aber es gab sehr viele Gesten von guten Juden, die an Jom Kippur gefastet haben. Ein Häftling hat zum Beispiel Kartoffeln gesammelt, sie an andere Häftlinge verteilt und dabei sein eigenes Leben riskiert. Kinder haben zusätzliche Kleidungsstücke bekommen, und auch Unterrichtsräume wurden geheim eingerichtet. Man hat den Kindern Mathematik und Geschichte beigebracht und sie dazu aufgefordert, über die eigene Zukunft nachzudenken.
Wir haben auch über den Widerstand gesprochen. Die Latrine war der Ort, an dem man sich beim Widerstand organisieren konnte; denn die Wache wollte dort unbedingt nicht hingehen, da der Ort so abscheulich war. Dort hatte man etwas Freiraum, den Widerstand zu organisieren.
Als die amerikanischen Soldaten hierher gekommen sind, haben sie festgestellt, dass noch 900 Kinder lebten. Das jüngste war drei Jahre alt. Hier wurde auch das Buchenwaldlied geschrieben: Gleichgültig, wie unser Schicksal aussieht, werden wir das Leben bejahen, denn der Tag wird kommen, an dem wir frei sein werden. Wir tragen weiterhin den Willen zum Leben in unseren Herzen, und wir sind auch zuversichtlich. - Diese Menschen konnten nie wissen, dass eines Tages die Welt von diesem Ort sprechen würde, dass Kinder und Enkel mit ihren Lebensgeschichten aufwachsen würden, dass diese dann auch hierhin zurückkehren und feststellen würden, dass die Uhren auf 15.15 Uhr festgestellt sind, die Stunde, zu der sie befreit wurden. Sie konnten auch nicht wissen, dass Deutschland aus dem Holocaust wiederentstehen würde. Sie konnten auch nicht wissen, welch enge Bande es zwischen unseren beiden Ländern geben würde, dass eines Tages ein amerikanischer Präsident diesen Ort aufsuchen würde und über diese Entwicklung auch mit der deutschen Bundeskanzlerin an seiner Seite sprechen würde, einer Bundeskanzlerin eines Deutschlands, das jetzt ein wertvoller Bündnispartner ist. Das konnten sie damals nicht wissen. Überall gab es Tod, aber sie wollten unbedingt überleben. Sie waren zuversichtlich, dass die grausamen Menschen nicht endgültig den Triumpf davontragen würden, sondern dass man eines Tages auch der Opfer gedenken würde.
Heute geht es darum, gegen Intoleranz in jeglicher Form vorzugehen und zu gewährleisten, dass die Menschen, die wir hier verloren haben, nicht umsonst von uns gegangen sind. Wir müssen gewährleisten, dass die Erinnerung an diese Entwicklung in der Welt wach gehalten wird sowie daran, dass die Menschen, die hier waren, auch Hoffnung und Liebe zu anderen empfunden haben und auch eigene Träume hatten.
Auch wenn wir der Opfern gedenken, dürfen wir dabei nicht vergessen, dass die Täter auch Menschen waren. Wir müssen auch wachsam sein, was die innere Grausamkeit betrifft. Ich möchte meinen Dank der deutschen Bundeskanzlerin und dem deutschen Volk gegenüber aussprechen; denn es ist nicht einfach, auf diese Art und Weise in die Vergangenheit zurückzuschauen und sie zur Kenntnis zu nehmen. Man will unbedingt wachsam sein, sodass so etwas nie wieder passiert.
Ich dachte, es sei angebracht, dass Elie Wiesel auch einige Gedanken vorträgt. Er ist nach vielen Jahren an den Ort zurückgekehrt, an dem sein Vater gestorben ist.
WIESEL: Herr Präsident, Frau Bundeskanzlerin, Bertrand, meine sehr verehrten Damen und Herren, als ich heute hierher gekommen bin, war das ein wenig so, als ob ich das Grab meines Vaters besuchen würde. Aber er hat kein Grab. Sein Grab liegt irgendwo dort oben im Himmel. Das ist im Grunde genommen in diesen Jahren der größte Friedhof des jüdischen Volkes geworden.
Der Tag, an dem er starb, war einer der dunkelsten Tage meines Lebens. Ich bin krank und schwach geworden. Er war krank und schwach, und ich sah das mit an. Ich war da, als er litt. Ich war da, als er um Hilfe bat. Er bat um Wasser. Ich war da und hörte seine letzten Worte mit an. Aber ich war nicht da, als er nach mir rief, obwohl wir im gleichen Block untergebracht waren. Er lag in dem oberen Teil des Bettes, ich unten. Er rief nach mir, und ich hatte zu viel Angst, um mich zu bewegen. Wir alle hatten zu viel Angst, um uns zu bewegen. Dann starb er. Ich war da, als er starb, aber ich war eben nicht da.
Ich habe immer gedacht: Eines Tages werde ich vielleicht zurückkommen, und dann werde ich Gelegenheit haben, mit ihm zu sprechen, Gelegenheit haben, ihm sagen zu können, wie sich die Welt entwickelt hat, was meine Welt jetzt ist. Ich wollte mit ihm darüber sprechen, dass sich die Zeit so entwickelt hat, dass das Gedächtnis jetzt die heilige Pflicht all derjenigen ist, die guten Willens sind - in Amerika, wo ich jetzt lebe, aber auch in Europa und in Deutschland, wo Sie, Frau Bundeskanzlerin, die politische Führung übernommen haben und diese mit großem Mut und mit großem moralischen Anspruch ausüben.
Kann ich ihm jetzt sagen, dass die Welt ihre Lektion gelernt hat? – Da bin ich mir nicht so sicher. Herr Präsident, wir setzen große Hoffnungen in Sie, einfach deswegen, weil Sie mit Ihrem moralisch geprägten Blick auf die Geschichte in der Lage sein und sich verpflichtet fühlen werden, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, wo die Menschen aufhören, Krieg gegeneinander zu führen ? jeder Krieg ist absurd, ist bedeutungslos ?, einander zu hassen und das zu hassen, was am anderen Menschen anders ist, anstatt ihn zu respektieren. Aber die Welt hat ihre Lektion leider nicht gelernt.
Ich wurde am 11. April 1945 von der amerikanischen Armee befreit. Viele von uns waren damals davon überzeugt, dass wenigstens eine Lektion gelernt worden wäre, nämlich dass es nie wieder Krieg geben würde, dass der Hass nichts mehr sei, was sich die Menschen zu eigen machen, dass Rassismus etwas Dummes sei, dass man nicht mehr versuchen würde, in die Gehirne anderer Menschen oder in die Hoheitsgebiete anderer Menschen einzudringen, dass all dies völlig bedeutungslos werden würde. Ich hatte solche Hoffnungen. Paradoxerweise hatte ich große Hoffnungen. Viele von uns hatten sie, obwohl wir im Grunde genommen jedes Recht hatten, unsere Hoffnung in die Menschheit, die Kultur und die Zivilisation aufzugeben, die Hoffnung, dass man sein Leben in Würde in einer Welt beschließen würde, in der es keine Würde gab. Aber diese Möglichkeit haben wir von uns gewiesen. Wir haben gesagt: "Nein, wir müssen doch versuchen, weiterhin an eine Zukunft zu glauben, weil die Welt ihre Lektion gelernt hat." Aber das hat die Welt eben leider nicht. Hätte die Welt ihre Lektion gelernt, hätte es kein Kambodscha, kein Ruanda, kein Darfur und kein Bosnien gegeben. Wird die Welt je lernen?
Deswegen ist Buchenwald so wichtig, natürlich so wichtig wie Auschwitz, aber auf andere Weise. Buchenwald ist wichtig, weil dieses große Lager in gewisser Weise so etwas wie eine internationale Gemeinschaft bildete. Die Menschen kamen hierher, und zwar von überall in der Welt und auch mit allen möglichen Hintergründen politischer und gesellschaftlicher Natur. Wenn Sie so wollen, war das eine erste Übung in Globalisierung, ein Experiment. All das zielte darauf ab, die Menschlichkeit des Menschen völlig zu beseitigen. Wenn man über Menschlichkeit spricht, dann kann man nur sagen: Damals war es für die Menschen fast normal, unmenschlich zu sein. Jetzt, denke ich, hat die Welt gelernt; ich hoffe es jedenfalls. Ich denke, dass auch sehr viele Hoffnung in Ihre Vision für die Zukunft setzen, um ein Gefühl der Sicherheit für Israel und auch für die Nachbarn des Staates Israel zu schaffen und um Frieden in der Region zu schaffen. Die Zeit ist doch gekommen. Es reicht doch. Es reicht. Wir wollen nicht mehr auf Friedhöfe gehen. Es reicht. Es gibt genug Waisen, genug Opfer. Es muss irgendwann einen Moment geben, an dem es einem gelingt, Menschen zusammenzubringen.
Deswegen sagen wir jedem, der hierher kommt: Geht zurück, erinnert euch und seid entschlossen, aufeinander zuzugehen! Die Erinnerung muss die Menschen aufeinander zugehen lassen und sie nicht voneinander trennen. Dieses Erlebnis hier sollte auf keinen Fall Zorn in unsere Herzen pflanzen, sondern sollte ein Gefühl der Solidarität unter uns schaffen. Was sonst könnten wir denn tun, außer dass wir diese Erinnerung hochhalten, damit die Menschen überall in der Welt sagen können: Das 21. Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Neuanfangs, ein Jahrhundert neuer Versprechen, ein Jahrhundert unermesslicher Hoffnung und ein Jahrhundert tief empfundener Dankbarkeit all denjenigen gegenüber, die an diese Aufgabe glauben, die darauf abzielt, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.
Ein großer Mann, Camus, hat gegen Ende seines wunderbaren Romans "Die Pest" geschrieben: "Nach der Tragödie gibt es doch letzten Endes mehr, das man als Mensch zu feiern hätte, als das, was man abzulehnen hätte." Das kann man auch vor einem solch schmerzlichen Hintergrund, wie wir uns hier in Buchenwald an ihn erinnern, so empfinden. - Herzlichen Dank, Herr Präsident, dass Sie es mir ermöglicht haben, hierhin, an das Grab meines Vaters, zurückzukehren, das immer noch in meinem Herzen liegt.
