Der Bürgerrechtsbewegung sei es zu verdanken, dass wir heute in einem Land leben, in dem Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie herrschen. "Es ist nicht so häufig, dass aus Träumen Wirklichkeit wird", sagte sie. Daraus könne man Selbstbewusstsein und Optimismus auch für die Bewältigung der anstehenden Krise schöpfen.
Wahrheit als Fundament der Demokratie
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Ihre zweite Lehre heißt: "Der Glaube an politische Allmacht ist ein Irrglauben". Die Politik könne nicht alles für die Menschen regeln. Die Freiheit sei die Zumutung, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und für sein Handeln und Tun auch verantwortlich zu sein. Schließlich sei die DDR "an der nicht vorhandenen Freiheit" gescheitert.
Substanz aufbauen
Und schließlich dürften wir nicht über unsere Verhältnisse leben. "Wir müssen Substanz aufbauen", forderte Merkel. Denn was es bedeute, ständig von der Substanz zu leben, habe man an der DDR sehen können. Und Substanz aufbauen heißt: "Wir müssen uns um das Bildungssystem kümmern und an Innovationen arbeiten, die das Land stark machen."
Die Kanzlerin erinnerte an den 8. Mai, den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Sie erinnerte daran, dass die deutsche Einheit nur möglich gewesen sei, weil "unsere Nachbarn uns vertraut haben". Dafür sei sie zutiefst dankbar. Dabei müssten die Strukturen, die Freiheit garantieren, immer wieder neu gepflegt werden. Nicht nur im eigenen Land. Denn die Bewahrung von Freiheit, Frieden und Menschenrechte seien keine nationale Angelegenheiten, sondern unteilbar und "gelten weltweit".
Vor 20 Jahren - Am Vorabend der friedlichen Revolution
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Die gefälschte Kommunalwahl am 7. Mai 1989 waren auslösende Ereignisse für die Ausreise- und Protestwelle in der DDR des Jahres 1989. Die Aufdeckung des Wahlbetrugs gab der Bürgerrechtsbewegung erheblichen Auftrieb. Als die Ungarn die Grenzbefestigungen im Mai des selben Jahres abbauten, riss der Eiserne Vorhang in Deutschland und Europa.

