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Erster Tag der Israel-Reise

So, 16.03.2008
Merkel im Kibbuz Sde Boker
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Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Merkel besucht den Kibbuz Sde Boker in der Negev-Wüste
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Ehud Olmert wollen ein neues Kapitel in den deutsch-israelischen Beziehungen aufschlagen. Dazu dienen die ersten Regierungskonsultationen zwischen beiden Ländern. Die freundschaftlichen Beziehungen seien "alles andere als selbstverständlich", sagte Merkel in Tel Aviv. Merkel ist die erste Regierungschefin, die Israel mit einem Besuch zum 60-jährigen Bestehen gratuliert.

Merkel und Olmert bekräftigten den Willen zu einer dauerhaften Freundschaft zwischen Israel und Deutschland. "Wir wissen um unsere immer währende geschichtliche Verantwortung", sagte die Kanzlerin zum Auftakt ihres dreitägigen Israel-Besuchs.
 
Militärische Ehren am Flughafen in Tel AvivFoto: REGIERUNGonline/Kugler Vergrößerung Militärische Ehren in Tel AvivSie sei in dem Bewusstsein "der besonderen Verantwortung Deutschlands für das Existenzrecht Israels" gekommen. Auch wolle Deutschland zu einem Ende des Nahost-Konfliktes im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung beitragen.
 
Israel sei stolz, Merkel als Gast aus Anlass des 60. Jahrestages der Staatsgründung begrüßen zu können, sagte Olmert. Deutschland sei ein zentraler Bündnispartner und die Kanzlerin eine "enge Vertraute und strategische Bündnispartnerin".
 

 

Zukunft gemeinsam gestalten

 
Gleichzeitig betonte Merkel die Notwendigkeit, den Blick in die Zukunft zu richten. Zusammen mit der israelischen Regierung wolle sie bei den gemeinsamen Konsultationen Projekte anstoßen, die die Welt freiheitlicher und menschlicher gestalten.
 
Israel ist nach Frankreich, Italien, Spanien, Russland und Polen das sechste Land, mit dem Deutschland Regierungskonsultationen aufnimmt. Für Israel ist Deutschland der erste Partner, mit dem es in dieser Form zusammenarbeitet. Die Beratungen bilden den Auftakt zu künftig jährlichen Treffen. Als Gastgeber werden sich beide Regierungen abwechseln.
 

Kranzniederlegung am Grab Ben Gurions

 
Merkel flog direkt nach ihrer Ankunft in die Wüste Negev. Gemeinsam mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres besuchte sie in der Nähe des Kibbuz Sde Boker das Grab des israelischen Staatsgründers David Ben Gurion. Peres betonte, Ben Gurion habe zwar immer gesagt, dass die Shoa nicht vergessen werden dürfe. Er habe aber stets auch darauf verwiesen, dass es ein anderes Deutschland gebe.
 
Die Kanzlerin legt einen Kranz am Grab Ben Gurios niederFoto: REGIERUNGonline/Kugler Vergrößerung Am Grab Ben GurionsBen Gurion hatte sich 1953 nach seiner ersten Amtszeit als Ministerpräsident und Verteidigungsminister nach Sde Boker zurückgezogen. Wenige Monate später ging er aber erneut in die Politik. Erst 1963 zog sich Ben Gurion endgültig in den Kibbuz zurück, der unter anderem vom Weinanbau und einer Fabrik für Klebeband lebt.
 
1966 hatte ihn dort Konrad Adenauer besucht. Beide hatten bereits 1960 den Grundstein der deutsch-israelischen Beziehungen gelegt. Auch Merkel und Peres sprachen im Wohnzimmer Ben Gurions miteinander. Das bescheidene Wohnhaus des Politikers ist heute ein Museum.
 
David Ben Gurion
Kibbuz Sde Boker
 

Rede vor der Knesset

 
Am Montag besucht Merkel die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, bevor die ersten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen beginnen. Daran nehmen sieben Bundesminister aus dem Bundeskabinett teil. Dabei sollen Projekte in den Bereichen Umwelt, Jugend, Wissenschaft, Justiz, Verteidigung und Entwicklungszusammenarbeit beschlossen werden.
 
Gedenkstätte Yad Vashem
 
Höhepunkt des Besuchs ist am Dienstag eine Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament. Merkel ist die erste ausländische Regierungschefin, die dazu von der Knesset eingeladen wurde. Merkel reist zum dritten Mal in ihrer Amtszeit nach Israel.